Aktualisiert: 14.05.2020 - 08:42

Schmerzen und Aufstoßen Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung hilft

Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung

Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung

Bei einer Magenschleimhautentzündung beruhigt die richtige Ernährung den Magen und mildert die Symptome. Erfahren Sie, was Sie jetzt essen sollten, und was nicht.

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Bei einer Magenschleimhautentzündung beruhigt die richtige Ernährung den Magen und mildert die Symptome. Hier lesen Sie, was Ihnen gegen die Beschwerden hilft und was Sie lieber nicht essen sollten.

Sodbrennen, Übelkeit, Völlegefühl und Bauchschmerzen – eine Magenschleimhautentzündung, medizinisch Gastritis genannt, macht jede Menge Probleme und kann Wochen bis Monate dauern.

Die Symptome der Gastritis entstehen, wenn die aggressive Magensäure die Magenschleimhaut angreift und entzündet. Auch die Magenwand kann betroffen sein. Säureblocker hemmen zwar die Bildung der Magensäure, allerdings müssen diese Medikamente dauerhaft eingenommen werden – viele Betroffene haben deshalb Bedenken. Hinzu kommen diverse Meldungen zu Verunreinigungen in oft verschriebenen Medikamenten. Kann man mit gesunder Ernährung bei Magenschleimhautentzündung schon einen großen Schritt in die richtige Richtung zur Genesung machen?

Magenschleimhautentzündung: Die Ernährung kann viel beeinflussen

Das besonders Unangenehme an der Gastritis: Die Symptome können sowohl dann auftreten, wenn der Magen leer ist und die Magensäure ungehindert auf die Schleimhaut einwirkt, als auch nach dem Essen, wenn bestimmte Lebensmittel und Gewürze den Magen gereizt haben. Entsprechend sollten Sie beobachten, wann bei Ihnen die Beschwerden auftreten – und die Ernährung anpassen.

Wir erklären, was Sie bei einer Magenschleimhautentzündung essen sollten, was dem Magen gut oder eben schlecht tut.

Was Sie jetzt essen sollten...

Günstig sind mehrere kleine Mahlzeiten. Bei Gastritis sollten vor allem folgende Lebensmittel und Getränke regelmäßig auf dem Speiseplan stehen:

  • Kartoffelbrei sowie fettarm zubereitete Kartoffeln
  • Haferflockenbrei, also der klassische Haferschleim, heute auch Porridge genannt
  • Reis, Grieß, Nudeln
  • mageres Fleisch und magerer Fisch, gekocht
  • fettarme Suppen und Bouillon
  • säurearme Obstsorten wie Banane, Melone, Äpfel und Birnen, reif!
  • leichtverdauliches Gemüse wie Karotten, Fenchel, Zucchini, junge Kohlrabi, Blumenkohl, feine grüne Erbsen und Bohnen
  • stilles Wasser
  • ungesüßter Tee
  • natürliche Pflanzenöle, nur in geringen Mengen
  • zum Süßen sind Honig und Konfitüren mit wenig Zucker und hohem Fruchtgehalt in Maßen geeignet

Diese leichte Vollkost, wie die typische Schonkost heute genannt wird, entlastet den Verdauungstrakt – auch, wenn kein direkter therapeutischer Effekt nachweisbar ist, der für alle gilt. Sprich: Sie sollten sich langsam vortasten und schauen, was Ihnen gut tut, gerne in Rücksprache mit Ihren behandelnden Hausärzten und Gastrologen.

Wie Sie jetzt essen sollten...

Bei Magenschleimhautentzündung und auch dann, wenn der Magen anderweitig Probleme macht, kommt es nicht nur darauf an, was Sie essen, sondern auch wie Sie essen: Nehmen Sie sich Zeit, essen Sie nicht im Stehen, sondern setzen Sie sich in Ruhe hin. Schlingen Sie nicht, sondern nehmen Sie kleine Bissen und kauen Sie gut. Dann wird das Essen bereits vorverdaut, und das entlastet den Magen zusätzlich.

Was Sie jetzt trinken sollten...

Leinsamen-Tee ist etwa ein gutes Hausmittel, um den Magen zu beruhigen. Zudem können Sie es mit Aloe-Vera-Wasser oder einer leichten, basischen Kartoffelsuppe probieren.

Auch unser Dr. Wimmer hat ein paar wertvolle Tipps bei Magenschleimhautentzündung für Sie:

Bild der Frau Gastritis Dr. Wimmer
Bild der Frau Gastritis Dr. Wimmer

Tipps: Unsere Rezeptideen bei Magenschleimhautentzündung

Mit den oben angegebenen Zutaten können Sie lecker essen und schonen zudem Ihren angeschlagenen Magen. Wichtig ist, dass Sie hauptsächlich auf Zubereitungsarten wie kochen, dünsten, dämpfen oder in Folie garen zurückgreifen. Auch Gegrilltes ohne Fett können Sie genießen.

Stilles Wasser ist ebenfalls empfohlen, ist Ihnen aber zu langweilig? Mit diesen tollen Ideen bekommt es ein ganz natürliches und leckeres Aroma:

... und wovon Sie lieber die Finger lassen sollten

Bei Gastritis ungünstig sind dagegen scharfe, fettreiche, süße und schwer verdauliche Nahrungsmittel; die können die Symptome der Magenschleimhaut verstärken. Worauf Sie daher besser verzichten sollten:

  • fette Milchprodukte wie Sahne und Käse
  • fettes Fleisch, Wurst und Fisch
  • Gebratenes und Frittiertes (Pommes frites)
  • Süßes, Kuchen und Gebäck, auch Vollkornprodukte
  • Kohl
  • Zwiebeln
  • blähende und schwerverdauliche Gemüsesorten wie Paprika, Oliven, Gurken, Rettich
  • Pilze
  • Hülsenfrüchte, Nüsse
  • stark säurehaltiges Obst wie Zitrusfrüchte, unreifes Obst
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol
  • Kaffee

Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Speisen nicht anbraten, rösten oder frittieren.

Thema Genussmittel: Weniger ist mehr

Alkohol und Kaffee sind oben schon genannt. Auch Nikotin regt die Bildung von Magensäure an. Bei einer Gastritis sollten Sie deshalb besser aufs Rauchen verzichten – und am besten sogar ganz mit dem Rauchen aufhören.

Hausmittel: Bei Gastritis Milch trinken?

Nicht ganz sicher sind sich Mediziner, ob fettarme Milch bei Magenschleimhautentzündung günstig ist oder eher nicht. Bei manchen Menschen beruhigt lauwarme Milch den Magen und lindert Sodbrennen, bei anderen nicht. Auf jeden Fall sollten Sie jedoch bei Gastritis anfangs besser auf Milch und Milchprodukte verzichten. Das gilt vor allem bei akuter Gastritis mit Erbrechen. Auf Vollmilch oder andere vollfette Milchprodukte sollten Sie ebenfalls besser verzichten. Dazu gehört auch Käse mit hohem Fettanteil.

Behandlung mit Medikamenten: IMMER ärztlich abklären

Nochmal zum Thema Säureblocker: Wann Sie keine Säureblocker zu sich nehmen sollten, verraten wir Ihnen hier. Die Runde machten zudem kürzlich Meldungen, dass Magensäureblocker mit dem Wirkstoff Ranitidin zurückgerufen wurden sind – aufgrund von Verunreinigungen im Wirkstoff. Betroffen waren dabei sowohl rezeptfreie als auch rezeptpflichtige Medikamente. Wer aber auf Säureblocker angewiesen ist, diese vom Arzt verordnet bekommen hat und nun feststellt, dass solche mit Ranitidin eingenommen werden, sollte die Behandlung keinesfalls einfach so abbrechen! Halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ärzten und Apothekern! Die Risiken, die mit einem spontanen Einnahmestopp einhergehen, sind größer als die, die von betroffenen Medikamenten ausgehen könnten.

Videos zu Magen-Darm-Erkrankungen
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Falls die Symptome der Magenschleimhautentzündung auch mit der richtigen Ernährung nicht verschwinden, achten Sie auf jeden Fall auf typische Symptome eines Magengeschwürs, etwa stechende oder dumpfe Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen sowie Teerstuhl.

Mit welchen Lebensmitteln und Wirkstoffen der Natur Sie Ihrem Körper sonst noch Gutes tun können – am besten immer in Kombination mit ärztlicher Behandlung und in Absprache, erfahren Sie auf unserer Naturheilkunde-Themenseite. Und Tipps für die gesunde Verdauung gibt's auch bei uns.

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