Aktualisiert: 29.12.2020 - 09:33

Tückischer Blutkrebs Leukämie – auf diese frühen Symptome sollte man achten

Leukämie zeigt sich durch sehr diffuse Symptome, bei denen die wenigsten an Blutkrebs denken. Worauf Sie daher achten sollten:

Foto: Getty Images/Pornpak Khunatorn

Leukämie zeigt sich durch sehr diffuse Symptome, bei denen die wenigsten an Blutkrebs denken. Worauf Sie daher achten sollten:

Oft wird Leukämie erst spät erkannt, weil Warnzeichen nicht wahrgenommen wurden. Lesen Sie, welche Symptome wichtig sind.

Blutkrebs hat keine eindeutigen Anzeichen: Die Symptome der Leukämie sind eher unspezifisch. Dabei muss zwischen chronischer und akuter Leukämie unterschieden werden. Erstere beginnt schleichend, dagegen beginnen die Symptome bei akuter Leukämie meist plötzlich, sind aber oft so diffus, dass erst an andere Krankheiten gedacht wird.

Bei der chronischen Leukämie verstreicht oft wertvolle Zeit, bis die Krebserkrankung erkannt wird und gezielte Behandlung einsetzen kann. Auf diese frühen Symptome, die auf Blutkrebs hinweisen können, sollten Sie achten.

Krebs
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Symptome bei Leukämie im Anfangsstadium

Bei einzelnen der folgenden Symptome denkt man normalerweise weniger an eine Leukämie-Erkrankung. Sollten mehrere davon auftreten, sollten Sie aber hellhörig werden und sich untersuchen lassen. Achten Sie auf folgendes:

  • ständige Müdigkeit und Leistungsminderung, infolge einer Anämie (Blutarmut)
  • Hautblässe
  • Hautveränderungen und Wucherungen
  • Neigung zu Blutungen, das bedeutet starke Blutergüsse auch bei geringfügigen Stößen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten
  • Blutungen wollen nicht so recht stoppen
  • winzige Blutungen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Nachtschweiß
  • Atemnot bei mäßiger Belastung
  • anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache
  • Lymphknotenschwellungen etwa in der Achsel und Leiste
  • Infektanfälligkeit
  • bei akuter Leukämie: schweres Krankheitsgefühl insbesondere im Zuge einer nicht verschwinden wollenden Infektion
  • Knochenschmerzen
  • vergrößerte Milz und/oder Leber

Jedes einzelne dieser Anzeichen kann harmlos sein, aber auch durch Leukämie ausgelöst werden. Sie sollten es deshalb unbedingt von einem Arzt abklären lassen.

Akute und chronische Leukämie: Die Unterschiede

Je nachdem, welche Form der Leukämie vorliegt, können die genannten Anzeichen unterschiedlich ausgeprägt sein. Akute Leukämie zeigt sich mit plötzlich und massiv einsetzenden Symptomen, etwa starkem Krankheitsgefühl wie bei einer Grippe.

Chronische Leukämie dagegen beginnt schleichend und verursacht kaum Beschwerden. Meist wird eine chronische Leukämie daher nur zufällig entdeckt, etwa bei einer Blutuntersuchung im Rahmen eines Routine-Checkups.

Akute myeloische Leukämie und akute lymphatische Leukämie

Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 11.000 Menschen an einer Leukämie. Doch was ist Leukämie eigentlich? Es handelt sich um einen Oberbegriff für verschiedene Krebserkrankungen des blutbildenden Systems, dabei vor allem der weißen Blutzellen (Leukozyten). Leukämien beginnen im Knochenmark, wo die Blutzellen gebildet werden. Es gibt verschiedene Formen auch innerhalb der akuten und chronischen Leukämie. Alle ähneln sich aber in ihren Krankheitsbildern. Die häufigsten Formen dabei sind:

  • akute myeloische Leukämie (AML)
  • akute lymphatische Leukämie (ALL)

Seltener sind chronische Leukämien. Darunter fallen:

  • chronisch-myeloische Leukämie (CML)
  • chronisch-lymphatische Leukämie (CLL)

Verdacht auf Leukämie: So wird die Diagnose gefestigt

Mit Untersuchungen von Blut und Knochenmark können Ärzte feststellen, ob und welche Form der Krebserkrankung vorliegt. Anlaufstelle für Patienten sind Kliniken und Praxen, die auf Leukämie spezialisiert sind (hämatologisch-onkologische Zentren). Ärzte nehmen für die Diagnose oft eine Knochenmarkpunktion am hinteren Beckenkamm vor, die mit einer örtlichen Betäubung abläuft. In manchen Fällen wird Patienten auch im Rahmen einer Biopsie Gewebe aus verdächtigen Lymphknoten entnommen, die zuvor über Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie ausfindig gemacht worden sind. Das Gewebe wird dann im Labor untersucht.

Leukämie therapieren: Diese Ansätze gibt es

Die Behandlung der Leukämie richtet sich nach ihrer Form; zur Verfügung stehen Chemotherapie, insbesondere bei akuten Leukämien, und falls möglich eine Stammzelltherapie.

Bei der Chemotherapie werden zellwachstumshemmende Medikamente, sogenannte Zytostatika, gegeben. Die hemmen leider nicht nur die kranken Zellen, sondern Zellen im ganzen Körper. Einerseits hilft dies, die Leukämiezellen wirklich vollständig zu zerstören oder zumindest zurückzudrängen. Doch schwächt diese Behandlung den Körper.

Bei chronischer Leukämie kann die Chemotherapie je nach Form durch weitere Therapien ergänzt werden, etwa durch Bestrahlung, durch Stammzelltransplantation, bei der den Patienten Stammzellen aus dem Rückenmark eines genau passenden Spenders eingepflanzt wird. Auch zielgerichtete Therapien, etwa mit Antikörpern, kommen zum Einsatz. Solche Immuntherapien kommen mittlerweile bei verschiedenen Krebserkrankungen zum Einsatz.

Die Behandlungsoptionen werden ständig weiterentwickelt. So ist etwa eine neue Generation von sogenannten Tyrosinkinasehemmern in der Lage, CML zu bremsen, wie eine Langzeitstudie zeigt. Der Wirkstoff soll die massenhafte Vermehrung der Leukozyten verhindern.

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Auch Prominente müssen sich mit dem Thema Krebs auseinandersetzen. So war Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger selbst an Leukämie erkrankt. Er erinnert an die schwere Zeit.

Mehr Infos zum Thema Krebs im Allgemeinen lesen Sie auf unserer Themenseite.

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