11.06.2019

Nicht nur Husten Diese Symptome deuten auf chronische Bronchitis hin

Ständiger, vor allem morgendlicher Husten kann auf chronische Bronchitis und vielleicht sogar auf COPD hindeuten.

Foto: iStock/Sasha_Suzi

Ständiger, vor allem morgendlicher Husten kann auf chronische Bronchitis und vielleicht sogar auf COPD hindeuten.

Chronische Bronchitis ist nicht bloß Husten. COPD kann daraus entstehen und die Lunge bleibend schädigen. Auf welche Symptome Sie achten sollten.

Immer mal wieder ein bisschen Husten oder schon eine chronische Bronchitis? Die Antwort auf diese Frage ist wichtig. Denn chronische Bronchitis kann in COPD übergehen. Diese Abkürzung steht für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder chronisch-obstruktive Bronchitis. COPD ist nicht heilbar und verkürzt die Lebenszeit nachweislich um bis zu sieben Jahre. Daher ist es wichtig, schon frühzeitig auf Symptome zu achten.

Chronische Bronchitis: Jeden Morgen (Raucher-)Husten ist nicht harmlos!

Um diese gefährliche Folgeerkrankung der chronischen Bronchitis zu vermeiden, sollten Sie Husten, der häufiger oder ständig auftritt, nicht bagatellisieren. So ist etwa der morgendliche "Raucherhusten" ein typisches Zeichen für chronische Bronchitis oder bereits COPD.

Weitere Symptome der chronischen Bronchitis, die Sie am besten zügig von einem Arzt abklären lassen sollten:

  • Häufiger Husten mit Auswurf (meist weißlich und schleimig, wenn sich zusätzlich Bakterien angesiedelt haben, wird er gelblich-eitrig)
  • Pro Jahr mindestens drei Monate lang Husten
  • Mehrmals im Jahr akute Bronchitis, die im Rahmen eines Infektes auftritt und meist von Viren verursacht wird
  • In schweren Fällen kann es sogar zu Atemnot kommen

Laut Definition der WHO liegt dann eine chronische Bronchitis vor, wenn die Symptome Husten und Auswurf an den meisten Tagen von mindestens drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren auftreten. Die Symptome gleichen übrigens denen einer akuten Bronchitis, sind aber meist schwächer ausgeprägt – treten dafür aber eben wesentlich länger und anhaltender auf. Bis auf die Symptome fühlt sich ein von chronischer Bronchitis betroffener Mensch meist gut. Je nach Schwere der Krankheit kann aber die Leistungsfähigkeit sinken, da das schwere Atmen viel Energie kostet.

Zwei Formen werden unterschieden

Je nachdem, wie schwer die Krankheit ausfällt, wird sie in zwei Grade unterteilt:

  • einfache chronische Bronchitis (nicht-obstruktiv): Chronisch entzündete Bronchien, also Verästelungen der Luftröhre, die die Luft eigentlich erwärmen, anfeuchten und reinigen; Krankheit fällt meist leichter aus
  • obstruktive chronische Bronchitis (COB): Die chronisch entzündeten Bronchien sind zusätzlich blockiert, weil sie verengt sind. Hier ist der "Raucherhusten" gemeint.

Vorsicht vor nachfolgenden Problemen und Erkrankungen

COB kann sich in COPD weiterentwickeln. Neben den verengten Bronchien sind dann die Lungenbläschen auch noch überbläht, ein Lungenemphysem entsteht. Das macht die COPD zu einer Kombination aus Lungenemphysem und obstruktiver chronischer Bronchitis.

Zudem kann das rechte Herz durch COB überlastet werden, was zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Außerdem können sich aufgrund der verminderten Kraft des Herzmuskels Wasseranlagerungen im Bein sammeln, sogenannte Ödeme. Bläuliche Lippen und Fingernägel zeigen einen Sauerstoffmangel, der ebenfalls auftreten kann.

Husten vom Arzt abklären lassen

Mit verschiedenen Untersuchungen, etwa dem Lungenfunktionstest, stellt der Arzt fest, ob es sich um eine Bronchitis handelt und welche Form dieser Atemwegserkrankung vorliegt. Auch ein pfeifendes Atemgeräusch kann einen Hinweis geben. In manchen Fällen wird der Arzt eine Bronchoskopie, eine Spiegelung der Atemwege durchführen, um Tuberkulose, Lungenkrebs oder andere schwere Krankheiten auszuschließen. Die gute Nachricht: Chronische Bronchitis kann mit der richtigen Behandlung aufgehalten werden und auch wieder ganz verschwinden.

Unverzichtbar ist dabei der Rauchstopp! Denn Rauchen ist in 90 Prozent der Fälle die Ursache chronischer Bronchitis. Der morgendliche Raucherhusten ist dann das erste Anzeichen, dass die Giftstoffe aus dem inhalierten Rauch die Schleimhäute der Bronchien bereits geschädigt haben. Bei einer chronischen Bronchitis ist die Schleimhaut der Bronchien durchgängig entzündet. Wie es klappt, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, verraten wir Ihnen.

Zehn bis 15 Prozent der erwachsenen Deutschen haben chronische Bronchitis. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um männliche Raucher, die älter als 40 Jahre sind. Von obstruktiver chronischer Bronchitis sind rund 2-3 Prozent der Frauen und 4-6 Prozent der Männer betroffen – darunter fast alle Raucher. Schon eine Zigarette am Tag schadet mehr als Sie denken

Eine chronische Bronchitis vermindert die Selbstreinigungskraft der Lunge, so dass Patienten anfälliger für andere, bakterielle Atemwegsinfektionen und auch eine Lungenentzündung sind.

Mehr zu den Themen Erkältung sowie Herz-Kreislauf können Sie auf unseren Themenseiten erfahren.

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