29.08.2018

Gefährliche Lungenkrankheit Tuberkulose – Tbc-Symptome oft erst Jahre nach Ansteckung

Ein Bluttest verrät, ob eine Ansteckung mit Tuberkulose-Bakterien stattgefunden hat.

Foto: ©iStock/jarun011

Ein Bluttest verrät, ob eine Ansteckung mit Tuberkulose-Bakterien stattgefunden hat.

Husten ist nur eines der Symptome bei Tuberkulose. Die Lungenkrankheit nimmt in Deutschland wieder zu. Worauf Sie jetzt achten sollten.

Sie gehört seit dem Industriezeitalter zu den größten Seuchen in der Geschichte der Menschheit. Durch bessere Versorgung aber konnte sie hierzulande stark eingeschränkt werden. Jahrelang gab es in Deutschland immer weniger Tuberkulose, kurz Tb oder Tbc. Im Jahr 2015 betrug die Fallzahl in Deutschland allerdings wieder knapp 6000. Seitdem steigt sie wieder an, wie das Robert-Koch-Institut berichtet. Die ansteckende Infektion befällt vor allem die Lunge (Lungentuberkulose), die Tuberkulose-Symptome sind diffus. Der Name kommt übrigens aus dem Lateinischen von tuberculum – "kleine Geschwulst". Sie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die tatsächlich weltweit verbreitet ist.

Verantwortlich sind Mykobakterien, meist das Mycobacterium tuberculosis. Über die Luft, beim Sprechen, Niesen und Husten können die Bakterien übertragen werden. Das Heimtückische an Tuberkulose: Die Krankheit bricht oft erst zwei bis drei Jahre nach der Ansteckung aus.

Symptome der Tuberkulose Phase 1 im Überblick

Die Krankheit verläuft meist in zwei Stadien. Die ersten Anzeichen der Lungentuberkulose sind leider ziemlich diffus und werden oft nicht als solche erkannt – auch weil sie erst Jahre nach der Ansteckung auftreten.

Zunächst treten in Stadium 1 der Erkankung, auch Primärstadium oder Frühform genannt, bei vielen Betroffenen keine Beschwerden auf. Die Erreger, die über die Zeit in die Lunge gewandert sind, verursachen dort kleine Entzündungen. Durch die Abwehrzellen werden diese Entzündungen in Form kleiner Knötchen eingeschlossen, die Tuberkel. Die Erreger bleiben dabei in den Tuberkeln. Ansteckend sind Patienten in dieser Phase der Krankheit nicht. Beschwerden gibt es dann nur, wenn die Tuberkel mit den Entzündungen nicht abgekapselt werden. Dann leiden Patienten unter:

  • leichtem Fieber/erhöhter Temperatur

  • Husten, der trocken oder mit etwas grünlich-gelbem Auswurf versehen sein kann

  • Husten, der länger als zwei Wochen anhält

  • Atemnot

  • Appetitlosigkeit

  • Schwäche

Brustschmerzen und Bluthusten, Blutarmut und starke Gewichtsabnahme können bei schweren Verläufen auftreten. Hat der Erkrankte aber ein starkes, intaktes Immunsystem, beginnt die Krankheit zu ruhen bzw. kommt zum Stillstand. Die Entzündungsherde bleiben trotzdem bestehen, gegen weitere Infektionen sind dann aber die meisten Patienten immun.

Tuberkulose-Symptome in Phase 2 der Erkrankung

Über 10 Prozent aller Erkrankten aber erleiden später eine Art Rückfall – nämlich, wenn die Tuberkel dann doch noch aufplatzen. Phase 2 wird daher auch Reaktivierungsphase genannt, oder eben postprimäre bzw. sekundäre Tuberkulose. Die Erreger fangen an, das Lungengewebe zu zerstören, es gelangt in die Atemwege und wird abgehustet. Dieser Husten mit Auswurf steckt voller Tuberkulose-Bakterien, die Erkrankten sind in dieser Zeit hochansteckend. Diese Phase wird auch "offene Tuberkulose" genannt. Die Symptome in dieser Phase:

  • andauernder Husten über Wochen hinweg
  • gelb-grüner schleimiger Auswurf
  • Fieber tagsüber
  • Nachtschweiß
  • Brustschmerzen
  • Atemnot
  • starke Abeschlagenheit und Müdigkeit

Wird die Tuberkulose im zweiten Stadium nicht richtig behandelt, können sich die Bakterien über die Blutbahn im Rest des Körpers ausbreiten und andere Organe befallen. Dann kommen folgende Tuberkulose-Symptome hinzu:

  • Brustschmerzen bei Lungenfelltuberkulose
  • Bauchschmerzen bei Darmtuberkulose
  • Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber sowie Nackenstreife und Bewusstseinstrübung bei tuberkulöser Hirnhautentzündung
  • geschwollene Gelenke bei Knochentuberkulose
  • nicht heilende Hautgeschwüre bei Hauttuberkulose

Auch eine Rippenfellentzündung kann sich anschließen. Bei Personen mit starker Abwehrschwäche kann auch die sogenannte Miliartuberkulose auftreten. Dabei überfallen die Tuberkulose-Bakterien das Lymph- und Blutsystem. So können sie sich im gesamten Körper ausbreiten. Diese Tuberkulose-Symptome umfassen:

  • lang anhaltendes und hohes Fieber
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl

Die miliare Tuberkulose kann zur Sepsis führen. Darauf folgt unbehandelt ein Koma mit meist tödlichem Ausgang. Es ist also äußerst wichtig, ein Auge auf die Tuberkulose und ihre Symptome zu werfen und frühzeitig zu handeln.

Behandlung und Therapie der Krankheit

Zur Therapie der Tuberkulose stehen verschiedenen Medikamente zur Verfügung (Antituberkulotika, das sind spezielle Antibiotika). Sie müssen meist über Monate eingenommen werden, oft rund sechs bis neun Monate. Allerdings gibt es bereits Stämme des Tuberkulosebakteriums Mycobacterium tuberculosis, die gegen diese Antibiotika resistent sind. Unterstützend werden hustenabschwächende Mittel wie Codein eingesetzt. Kortisonpräparate helfen gegen die Entzündungen.

Zur Untersuchung gehören Röntgenaufnahmen der Lunge und anderer Organe. Zudem wird der Bakterienstamm in verschiedenen Körperflüssigkeiten überprüft. Wer als geheilt gilt, muss dennoch rund zwei Jahre lang regelmäßig zur Nachuntersuchung.

Neue Impfung gegen Tuberkulose in Entwicklung

Am besten ist es natürlich, sich gar nicht erst mit Tuberkulose anzustecken. Am sichersten wäre eine Impfung gegen Tbc. Bis 1998 gab es einen Impfstoff (BCG), der heute jedoch Jugendlichen und Erwachsenen nicht mehr empfohlen wird, weil er in diesem Alter nicht mehr ausreichend anschlägt. Er wirkt nur bei Kindern unter drei Jahren.

Tuberkulose-Test über die Haut und mit Blutprobe

Doch wie können Sie sich bis dahin vor der Ansteckung mit Tuberkulose schützen? Halten Sie strikte Hygiene ein, waschen Sie sich sorgfältig die Hände. Achten Sie darauf, sich nicht anniesen oder -husten zu lassen. Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte mit frischer, vollwertiger Ernährung, ausreichendem Schlaf und verzichten Sie weitgehend auf Alkohol und Nikotin. Dann wird Ihr Immunsystem mit den Tuberkulose-Bakterien besser fertig.

Männer sind von Tuberkulose übrigens doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

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