27.06.2016 - 12:37

Häufige Psychose Schizophrenie früh erkennen: Die wichtigsten Symptome

Warnzeichen für Schizophrenie

Warnzeichen für Schizophrenie
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Für Schizophrenie sind Ängste typisch. Welche Alarmzeichen es gibt und warum die Krankheit nichts mit Persönlichkeitsspaltung zu tun hat.

Die meisten denken beim Stichwort "Schizophrenie" an eine Persönlichkeitsspaltung, wie sie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde beschrieben ist. In Wirklichkeit ist Schizophrenie jedoch wesentlich weiter verbreitet als gedacht und äußert sich auch ganz anders.

Schizophrenie – was bedeutet das wirklich?

Jeder hundertste Deutsche entwickelt einmal im Leben eine schizophrene Episode, so der Fachausdruck. Und Schizophrenie bedeutet nicht, „verrückt“ zu sein oder dass sich eine Person in mehrere aufspaltet, einmal gut und dann wieder böse ist (multiple Persönlichkeitsstörung).

Schizophrenie heißt der Definition nach: Realität und persönliche Wahrnehmung sowie Denken fallen auseinander, wie das etwa im Film „A Beautiful Mind“ beeindruckend dargestellt wird.

Sieben frühe Symptome der Schizophrenie

Doch wie äußert sich Schizophrenie allgemein? Die Frühzeichen der Psychose, wie sie unter anderem das Kompetenznetz Schizophrenie (KNS) angibt, umfassen:

  1. Ängste beeinträchtigen beinahe ständig.
  2. Die Gedanken geraten häufig durcheinander.
  3. Betroffene lassen sich leicht ablenken, verlieren sich in Nebensächlichkeiten.
  4. Sie beziehen häufig Dinge auf sich und nehmen sie sehr ernst, obwohl sie völlig banal sind.
  5. Logisches Denken wird schwieriger als früher.
  6. Die Stimmung ist gedrückt.
  7. Schlafstörungen treten auf.

Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen und zum Arzt gehen. Frühzeitige Behandlung bedeutet eine besonders große Chance, dass sich die Schizophrenie nicht manifestiert und keine akuten Schübe auftreten.

Sich ständig beobachtet fühlen ist bei Schizophrenie typisch

Denn die psychische Erkrankung entwickelt sich schleichend. Nach den ersten Frühzeichen verändert sich die Wahrnehmung der Realität immer weiter. Die Betroffenen sehen Dinge anders, als sie sind, haben Wahnvorstellungen oder hören Stimmen. Typisch ist etwa, dass sie sich verfolgt fühlen.

Dabei unterscheiden Ärzte je nach Symptomen verschiedene Formen der Schizophrenie, unter anderem:

  • Paranoide Schizophrenie (häufigste Form): Typisch sind Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
  • Hebephrene Schizophrenie: Die Emotionen sind gestört, Fröhlichkeit und Trauer wechseln ab, zwischendurch wirken die Betroffenen eher gefühlsarm.
  • Katatone Schizophrenie (sehr selten): Die Bewegungsmuster (Motorik) sind auffällig, Betroffene verharren zum Beispiel in starrer Haltung oder wiederholen bestimmte Bewegungen.

Rund 800.000 Männer und Frauen in Deutschland sind derzeit an Schizophrenie erkrankt. Die Krankheit ist aber meist gut behandelbar, die Therapie bei Schizophrenie kombiniert zwei Behandlungsansätze:

  • Medikamente, vor allem Neuroleptika, welche die Wirkung des Gehirnbotenstoffs Dopamin abbremsen.
  • Psychotherapie hilft, die Krankheit zu akzeptieren, Stress zu bewältigen und milde Symptome der Schizophrenie als nicht mehr beängstigend zu empfinden.

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