24.06.2016

Hyperurikämie Aufgepasst! Diese Symptome deuten auf einen Gichtanfall hin

Das Daumengrundgelenk ist häufig von Gicht betroffen, noch öfter aber das Grundgelenk der großen Zehe.

Foto: ©iStock/Astrid Gast

Das Daumengrundgelenk ist häufig von Gicht betroffen, noch öfter aber das Grundgelenk der großen Zehe.

Gicht verursacht nicht nur extreme Schmerzen im betroffenen Gelenk. Woran kann man einen Gichtanfall sonst noch erkennen?

Bei akuten Gelenkschmerzen denken die meisten zunächst an Arthritis. Oft handelt es sich dabei jedoch um Gicht. Symptome, die auf diese Erkrankung hinweisen, sind:

  1. Die Schmerzen treten plötzlich und ohne Vorwarnung meist nachts auf.
  2. Häufig ist das Großzehengrundgelenk betroffen, seltener das Sprung-, Knie-, Schulter- oder Daumengrundgelenk.
  3. Die Schmerzen sind so stark, dass Gichtpatienten nicht einmal die Bettdecke auf dem entzündeten Gelenk ertragen können.
  4. Das Gelenk ist rot, geschwollen und fühlt sich heiß an.
  5. Durch die starke Schwellung spannt die Haut über dem Gelenk und übt zusätzlichen Druck aus.
  6. Manchmal kommen Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit hinzu.
  7. Üppiges Essen und Alkohol sind oft Auslöser eines akuten Gichtanfalls.

Typischerweise tritt ein Gichtanfall nach einem Tag auf, an dem gut gegessen und getrunken wurde. Denn die Gicht-Ursache ist zu viel Harnsäure im Blut (Hyperurikämie). Ist der Harnsäurespiegel sehr hoch, bildet die Harnsäure Kristalle (Uratkristalle), die sich in den Gelenken ablagern. Sie führen dort zu Entzündungen, auf Dauer können Gichtknoten entstehen.

Der Körper bildet Harnsäure bei der Verarbeitung von Purin. Purine fallen einerseits beim Abbau von Zellen im Körper an, werden aber auch mit der Nahrung aufgenommen. Purinreiche Lebensmittel sind:

  • Innereien
  • geräucherte Sprotten
  • Fleisch
  • Wurst
  • Muscheln
  • Krabben

Außerdem erhöht Alkohol den Harnsäurespiegel, weil er die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren abbremst.

Gichtbehandlung nicht erst bei den ersten Gichtknoten starten

Gicht ist eine Stoffwechselkrankheit, die zu den rheumatischen Erkrankungen gehört. Sie entwickelt sich über Jahre. Das Heimtückische daran: Anfangs merken Sie gar nichts davon. Erst wenn der Harnsäurespiegel eine bestimmte Höhe erreicht hat – mit Harnsäurewerten im Blut, die höher als sieben Milligramm pro Deziliter liegen – tritt ein Gichtanfall als erstes Symptom auf.

Der Arzt behandelt den Gichtanfall mit Schmerzmittel, Cortison und Medikamenten, die den Harnsäurespiegel im Blut senken. Ohne Behandlung verschwinden zwar die akuten Beschwerden nach wenigen Tagen. Doch die Gichtknoten (medizinisch Tophi) können bleiben, die schmerzhaften Gichtanfälle somit immer wieder kommen.

Mit einem Bluttest können Sie kontrollieren lassen, wie viel Harnsäure Sie im Blut haben. Zu hohe Harnsäurewerte lassen sich ganz einfach senken: mit purinarmer Ernährung und falls nötig Medikamenten, die den Harnsäurespiegel reduzieren (Urikosurika).

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