12.06.2019

Nicht nur Raucherhusten COPD: Kennen Sie die Symptome des Lungenleidens?

Husten nach dem Aufstehen ist eines der typischsten Symptome einer COPD.

Foto: © iStock/Zinkevych

Husten nach dem Aufstehen ist eines der typischsten Symptome einer COPD.

Morgendlicher Husten kann ein Anzeichen der Lungenkrankheit COPD sein. Was dahintersteckt, welche Alarmsignale es noch gibt und was die COPD-Symptome so gefährlich macht: Antworten auf die häufigsten Fragen finden Sie hier!

"Ist doch nur morgens ein bisschen Heiserkeit", wiegeln Betroffene gern ab, wenn sie immer nach dem Aufstehen husten müssen. In Wirklichkeit ist morgendlicher Husten jedoch eines der deutlichsten Symptome einer COPD. Die Abkürzung steht für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (aus dem Englischen: "chronic obstructive pulmonary disease) bzw. dem Resultat einer chronisch-obstruktiven Bronchitis (COB).

Die Atemwege sind dauerhaft entzündet und verengt (obstruktiv). Die Lunge altert schneller. Bei COPD verschlechtern sich nach und nach die Bronchien- und Lungenfunktion, die Atemnot wird immer größer und ernste Herz-Kreislauf-Erkrankungen folgen. COPD ist nicht heilbar. Allerdings lässt sich der Verlauf verzögern und die Lebensqualität länger erhalten, wenn zügig die richtige Therapie einsetzt.

Vier alarmierende Symptome für COPD

Dafür ist es wichtig, die Symptome einer COPD rechtzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen. Die wichtigsten Anzeichen, bei denen Sie zum Arzt gehen sollten:

  1. morgendlicher Husten, der sogenannte "Raucherhusten"
  2. leichte Atemnot bei Belastung: Treppensteigen etwa ist mühsamer als früher
  3. immer wieder Husten (mit und ohne Auswurf)
  4. häufige Atemwegsinfekte

Oft wird auch von "AHA"-Symptomen gesprochen: Auswurf, Husten und Atemnot.

Diese Anzeichen sind meist typisch für eine beginnende COPD. Hier sprechen Mediziner meist noch von COB, einer starken Form der chronischen Bronchitis. Medikamente zum Inhalieren können in diesem Anfangsstadium die verengten Bronchien aufdehnen und damit das Fortschreiten der Lungenerkrankung abbremsen sowie die schon bestehenden COPD-Symptome mildern.

Im Laufe der Zeit kann es aber sein, dass sich die Lungenbläschen aufdehnen, wie es bei einem Lungenemphysem der Fall ist.

Weitere Symptome können übrigens bräunlich gefärbtes Sputum, also das, was morgens beim Husten abgehustet wird, sein, sowie eine Enge in der Brust sowie quietschende oder rasselnde Geräusche beim Atmen. Insgesamt fühlen sich Betroffene wesentlich leistungsunfähiger.

Geringere Lebenserwartung durch COPD

Wer an COPD erkrankt ist, muss damit rechnen, durchschnittlich fünf bis sieben Jahre früher zu sterben. Die Zahl der Todesfälle durch die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung hat in den vergangenen Jahren um fast 25 Prozent zugenommen.

In Deutschland leiden derzeit etwa zwölf Prozent der Bevölkerung an COPD. Ursache dieser chronischen Lungenerkrankung ist vor allem das Rauchen. Es zerstört die Flimmerhärchen in den Bronchien und lässt die Atemorgane schneller altern.

COPD-Symptome gehen oft auf das Rauchen zurück

Das Risiko, eine COPD zu entwickeln, berechnen Ärzte nach der Gesamtzahl der über die Jahre hinweg gerauchten Zigaretten (Packungsjahre oder pack-years). Dabei bedeutet ein Packungsjahr, dass ein Jahr lang täglich eine Schachtel Zigaretten konsumiert wurde. Nach 20 Jahren Rauchen ist das Risiko, dass sich COPD-Symptome zeigen, extrem hoch.

Aber auch Nichtraucher können daran erkranken, wie unter anderem eine im Fachmagazin "Thorax" veröffentlichte Studie aus Kanada gezeigt hat. Demnach sind auch Menschen, die etwa am Arbeitsplatz mit Schadstoffen aus der Luft in Berührung kommen, gefährdet. Und auch starke Luftverunreinigungen im urbanen Raum können durchaus COPD auslösen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung sogar genetisch bedingt sein.

Schätzungen der WHO gehen davon aus, dass COPD bereits im Jahr 2020 weltweit den dritten Platz der häufigsten Todesursachen belegen wird. Problematisch ist vor allem, dass die Diagnose sehr oft erst spät gestellt wird, denn Betroffene gehen meist erst dann zum Arzt, wenn die Beschwerden wirklich schlimm werden. Oft ist dann schon zu viel Lungengewebe unwiederbringlich zerstört. Je früher die Erkrankung aber festgestellt wird, desto eher kann sich ihr Fortschreiten einschränken lassen, so dass Betroffene noch lange ein gutes Leben führen können. Ein regelmäßiger Lungenfunktionstest gerade bei Rauchern ist daher anzuraten.

Neue Studie warnt vor Wurstkonsum

In einer neueren Studie konnten Wissenschaftler aber auch einen möglichen Zusammenhang von COPD und übermäßigem Konsum von Wurst herstellen. Vor allem soll es um verarbeitetes rotes Fleisch gehen. In weiteren Studien wurde bereits ein Zusammenhang zu höherem Krebsrisiko und einer höheren Sterberate hergestellt.

Die Wissenschaftler der Tehran University of medical Sciences konnten in einer Metaanalyse mit 289.952 Teilnehmern feststellen, dass das COPD-Risiko um rund acht Prozent steigt, wenn der Konsum von rotem, verarbeitetem Fleisch wöchentlich um 50 Gramm erhöht wird. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachmagazin "Clinical Nutrition". Allerdings sind die für die Metaanalyse verwendeten Studien Beobachtungsstudien, in denen sich keine Kausalbeziehung nachweisen ließ. Es könnte also auch sein, dass Personen, die viel Fleisch und Wurst, also verarbeitetes Fleisch essen, auch mehr rauchen als etwa Vegetarier und Veganer.

COPD und Sport: Verträgt sich das?

Auf Sport verzichten COPD-Patienten vor allem, weil das Gefühl der Atemnot dabei noch mehr zunimmt. Dies führt durch Abnahme der Muskelmasse und Kraft aber nur zu noch geringerer körperlicher Belastbarkeit. Und das wiederum verschlechtert die Lungenfunktion weiter. Es gibt aber gezielte Therapiemöglichkeiten mit Sport und Bewegung. Eigens dafür können sich Betroffene etwa in Lungensportgruppen anmelden.

Wer an COPD leidet, sollte mit dem Rauchen am besten ganz aufhören – oder zumindest nicht mehr inhalieren. Sie möchten mit den Kippen Schluss machen? Hier liefern wir Ihnen zehn gute Gründe, endlich das Rauchen aufzugeben und geben Ihnen außerdem Tipps, wie Sie leichter mit dem Rauchen aufhören können. Auch kann es helfen, die Lunge beim Reinigen zu unterstützen. Das kann unser Atemorgan nämlich eigentlich ganz gut – nur mit COPD eben nicht mehr so sehr.

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