26.05.2016

Rückenschmerzen Bandscheibenvorfall – Symptome reichen von Hexenschuss bis Kribbeln

Ein Bandscheibenvorfall wird meist mit Medikamenten, Physiotherapie und Muskelaufbau behandelt. Eine OP ist nur selten nötig.

Foto: ©iStock/Manuel Faba Ortega

Ein Bandscheibenvorfall wird meist mit Medikamenten, Physiotherapie und Muskelaufbau behandelt. Eine OP ist nur selten nötig.

An Rückenschmerzen kann auch ein Bandscheibenvorfall Schuld sein. Welche Anzeichen die Erkrankung verraten, lesen Sie hier.

Wer Rückenschmerzen hat, denkt vielleicht schnell, dass es an den Bandscheiben liegen könnte. Doch nicht immer ist ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) der Grund für Rückenschmerzen. Viel häufiger sind Verspannungen schuld: Diese führen zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall sind meist viel spezifischer.

Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls richten sich danach, in welchem Bereich der Wirbelsäule er eingetreten ist. In 90 Prozent der Fälle betrifft der Bandscheibenvorfall die Lendenwirbelsäule (LWS) auf. Anzeichen dafür sind beispielsweise:

  • scharfer, stechender Schmerz, der plötzlich in den Rücken schießt („Hexenschuss“, kann aber auch durch Zug und Verspannungen ausgelöst werden)
  • Der Schmerz verstärkt sich beim Husten, Niesen und Pressen.
  • Der Schmerz kann in die Beine ausstrahlen, Knie und Füße erreichen.
  • Empfindungsstörungen im Bein, Kribbeln (Ameisenlaufen) und Taubheit
  • im schlimmsten Fall Lähmungen im Bein
  • Schwierigkeiten, Blase und Darm zu kontrollieren

Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule

Wesentlich seltener mit zehn Prozent, aber genauso schmerzhaft ist der Prolaps in der Halswirbelsäule (HWS). Die Anzeichen:

  • Nackenschmerzen
  • Hals ist steif und die Bewegung des Kopfes eingeschränkt
  • Schmerzen strahlen in Hinterkopf, Arme und Hände aus
  • Hände können kribbeln oder taub werden
  • Empfindungsstörungen in einzelnen Fingern

Ursachen für Bandscheibenvorfall

Schuld an den so unterschiedlichen Symptomen ist, dass sich eine der 23 Bandscheiben aus ihrer natürlichen Halterung etwas herausbewegt. Bandscheiben bestehen aus einem weichen Gallertkern, der wie ein Puffer Belastungen abfedert. Umgeben ist dieser weiche Kern von einem festen, nur leicht elastischem Faserring. Ist der Faserring nicht mehr intakt, kann sich die Bandscheibe vorwölben (Protrusion) oder sogar den Ring durchbrechen (Prolaps).

Die Bandscheibe drückt dann auf die Nerven, die in der Wirbelsäule aus dem Rückenmark heraustreten. Je nachdem, welcher Nerv betroffen ist, zeigen sich Schmerzen, Taubheitsgefühl oder sogar Blasenschwäche.

Die Beschwerden sollten immer von einem Arzt abgeklärt werden. Zur konservativen (nicht operativen) Behandlung eines Bandscheibenvorfalls gehören Medikamente, Physiotherapie und Muskelaufbau. Die Erfolgsrate ist dabei sehr hoch. Spätestens nach drei Monaten sind die Beschwerden zurückgegangen. Eine Operation ist meistens vermeidbar.

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