02.01.2019

Weit verbreitetes Augenproblem Bindehautentzündung: Wie ansteckend ist sie wirklich?

Mi, 06.02.2019, 15.20 Uhr

Hygiene bei Bindehautentzündung

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Rote Augen sind nur eines der Anzeichen einer Bindehautentzündung. Wie hoch ist das Risiko, sich damit anzustecken – und wie kann man sich schützen?

Die Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis, wird unter anderem von Viren und Bakterien hervorgerufen, oft im Zuge einer Erkältung. Denn Schnupfenerreger wie Adenoviren können nicht nur die Schleimhäute der Atmungsorgane befallen, sondern auch die Augen: Die Bindehaut entzündet sich, wird rot, schmerzt, tränt und das Auge verklebt.

Es besteht das Risiko, dass sich die Entzündung von der Bindehaut auf die Hornhaut ausbreitet (Keratokonjunktivitis epidemica). Die Hornhaut kann dadurch eintrüben, wodurch die Sehkraft dauerhaft eingeschränkt werden kann. Weil das Auge durch die Viren geschwächt ist, vermehren sich dort zusätzlich Bakterien.

Die Bindehautentzündung: Wie entsteht sie?

Wird die Bindehaut (Tunica conjunktiva) gereizt, etwa durch Bakterien, Viren oder auch mechanische Einflüsse, reagiert sie mit Rötung, da der Körper sie zur Abwehr vermehrt mit Blut füllt. Gleichzeitig werden wie bei jeder Entzündungsreaktion vermehrt Eiweißstoffe und weiße Blutkörperchen ausgeschüttet. Das Auge verklebt, tränt vermehrt – und das Ganze tut auch noch weh.

Die häufigsten Ansteckungsquellen bei Bindehautentzündung

Meist lösen Viren (bei Erwachsenen) oder Bakterien (bei Kindern) eine Konjunktivitis aus. Adenoviren oder Herpesviren sind hier zu nennen, im bakteriellen Bereich Pneumokokken, Staphylokokken, Streptokokken, Hämophilius oder Chlamydien.

Gerade im Rahmen einer Erkältung wird die Entzündung meist durch Adenoviren hervorgerufen. Dazu kommen dicke Lymphknoten am Hals. Zudem startet die Entzündung an einem Auge.

Besonders tückisch an dieser Art der Bindehautentzündung: Sie ist extrem ansteckend. Die Viren befinden sich an den Augen und in der Tränenflüssigkeit. Weil die Augen tränen und brennen, greift man sich unbewusst ständig daran. Mit den Händen verteilen sich dann die Krankheitserreger auf Gegenständen wie Türgriffen, dem Telefon oder Handtüchern. Achten Sie deshalb auf sorgfältigste Hygiene und halten Sie Abstand, wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung an einer bakteriellen oder viralen Bindehautentzündung leidet.

Sind Chlamydien der Auslöser bei Erwachsenen, muss der Partner auf jeden Fall mitbehandelt werden. Eine Chlamydien-Infektion zeigt nämlich nicht immer Symptome, kann aber unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. Chlamydien können sich an allen Schleimhäuten im Körper ansiedeln.

Nicht ansteckend, aber sollte behandelt werden: Allergie und Co

Auch Allergene wie Pollen können eine Bindehautentzündung hervorrufen. Betroffene, die an Heuschnupfen leiden, kämpfen oft auch mit einer Entzündung der Augen. Hier handelt es sich um die Rhinokonjunktivitis.

Zudem können Medikamente die Bindehaut schwächen – ironischerweise etwa Augentropfen zur Behandlung roter Augen, und zwar dann, wenn sie regelmäßig und durchgängig eingenommen werden. Die Tränenproduktion geht durch die gefäßverengenden Wirkstoffe zurück und die Augen werden trocken – und entzünden sich schneller. Trockene Augen können aber verschiedene Gründe haben – und so zur Bindehautentzündung führen. Hier wiederum helfen kurzzeitig eingenommene Augentropfen gegen trockene Augen.

So lange dauert die Bindehautentzündung

Doch auch über die Luft kann eine durch Bakterien oder Viren hervorgerufene Bindehautentzündung ansteckend sein. Besonders fies: Bis die Augeninfektion ausbricht, können bis zu zwölf Tage vergehen. Bereits in dieser Zeit besteht das Risiko, dass die Krankheitserreger übertragen werden. Während der Bindehautentzündung und noch eine Woche danach besteht weiterhin Ansteckungsgefahr. Die Erkrankung dauert bis zu vier Wochen.

Behandlung: Hausmittel oder Cremes gegen Konjunktivitis?

Eine Bindehautentzündung kann praktisch jeder bekommen. Vor allem Babys und Kleinkinder sind allerdings gefährdet, weil ihr Immunsystem noch dazulernen muss. Und auch bei älteren Menschen oder solchen, deren Immunsystem generell geschwächt ist, tritt sie häufiger auf.

Bei den ersten Anzeichen einer Bindehautentzündung sollten Sie schon allein aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr lieber nicht zu Hausmitteln greifen, sondern zum Augenarzt gehen. Die Konjunktivitis kann vielfältige Ursachen haben, Erkältung oder Allergien sind nur einige davon. Entsprechend unterschiedlich fällt die Therapie aus. Meist handelt es sich aber um Augentropfen und -salben mit Antibiotika, Antiallergika oder Kortison.

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