10.12.2018

Die "Kuss-Krankheit" Pfeiffersches Drüsenfieber: So riskant kann Küssen sein

Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sind nur einige der Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers.

Foto: ©iStock/LittleBee80

Fieber, Kopf- und Halsschmerzen sind nur einige der Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers.

Küssen macht krank – wenn der andere Pfeiffersches Drüsenfieber hat. Die Viren sind gefährlicher als gedacht: Sie können sogar Krebs auslösen.

Zuerst ein Kuss und danach Fieber, Drüsenschwellung und Halsschmerzen – die "Kuss-Krankheit" wird vor allem über den Speichel übertragen. Neben dem Küssen kommen daher auch gemeinsam benutztes Besteck, Gläser und Geschirr als Ansteckungsherde für Pfeiffersches Drüsenfieber, medizinisch Mononukleose, in Frage. Der Auslöser der Krankheit ist das Epstein-Barr-Virus (EBV).

Typische Symptome für Pfeiffersches Drüsenfieber

Namensgeber ist der Kinderarzt und Internist Emil Pfeiffer (1846 bis 1921). Die Krankheit ist auch bekannt unter den Namen Morbus Pfeiffer oder Monozyten-Angina bekannt.

Meist verläuft die Infektion ohne Symptome, das Immunsystem hat die Krankheitserreger also rasch unter Kontrolle. Manchmal treten jedoch ein bis vier Wochen (Inkubationszeit) nach dem Kontakt die Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers auf. Diese sind allerdings oft unspezifisch.

  • Fieber

  • Schwellung der Lymphkonten

  • druckempfindliche Lymphkonten

  • Kopfschmerzen

  • Halsschmerzen

  • starkes Krankheitsgefühl

  • vergrößerte Leber und Milz bei jedem dritten Erkrankten

Die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Gezielte Medikamente gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es nicht, auch keine Impfung. Wer an Mononukleose erkrankt, sollte am besten im Bett bleiben und die Symptome behandeln. Dabei hilft Tee trinken, viel schlafen und eventuell Medikamente einnehmen, die das Fieber senken. Um Komplikationen, etwa eine Herzmuskelentzündung, so rasch wie möglich zu erkennen und zu behandeln, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen.

Pfeiffersches Drüsenfieber und Krebs

Manchmal dauert Pfeiffersches Drüsenfieber viele Wochen. Und auch wenn diese Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus – das übrigens zur Gruppe der Herpesviren gehört – abgeheilt ist, schlummern die Viren ein Leben lang weiter im Körper – so wie das übrigens auch bei Windpocken und anderen Herpes-Erkrankungen der Fall ist. Man geht davon aus, dass über 90 Prozent aller Ewachsenen das Virus in sich tragen.

Bei Immunschwäche werden die Viren wieder aktiv und begünstigen etwa einen Tumor des Lymphsystems (Hodgkin-Lymphom). Auch das Risiko für Hautkrebs könnte nach einer EBV-Infektion erhöht sein. Darauf weisen Studien hin. Pfeiffersches Drüsenfieber ist also weniger harmlos, als bisher angenommen. Trotzdem sollten einige Verhaltensweisen eingehalten werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Verzichten Sie beispielsweise aufs Küssen, wenn jemand krank ist, benutzen Sie grundsätzlich nicht gemeinsam Besteck und Geschirr.

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