28.11.2017

Die psychische Krankheit erkennen Depressionen: Die typischen Symptome

Ein Symptom für Depressionen ist der Antriebsmangel. Morgens möchte oder kann man einfach nicht aufstehen.

Foto: ©iStock/Martin Dimitrov

Ein Symptom für Depressionen ist der Antriebsmangel. Morgens möchte oder kann man einfach nicht aufstehen.

Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist nur eines der vielen Anzeichen für eine Depression. Auf welche Symptome Frauen und Männer achten sollten.

Depressionen stehen nach einer WHO-Statistik an erster Stelle der Ursachen für eine verminderte Lebensqualität, noch vor Alzheimer. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, kann bis zu 20 Prozent betragen. Jedoch erkennen viele Betroffene nicht, dass sie daran leiden. Denn die Anzeichen bestehen nicht nur aus Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Typische Depression-Symptome sind auch:

  1. Freudlosigkeit
  2. Niedergeschlagenheit
  3. Antriebsmangel
  4. innere Leere
  5. Interessenverlust
  6. Schuldgefühle
  7. Gefühl der Wertlosigkeit
  8. Schlafstörungen
  9. Appetitmangel
  10. negative Zukunftsvorstellungen

Befürchten Sie, dass Sie unter Depressionen leiden? Dieser kleine Test verrät Ihnen, wie hoch Ihr Risiko für Depressionen ist.

Symptome der Depression sind bei Männern anders

Dabei zeigt sich eine Depression vor allem bei Frauen in dieser Weise. Im Anfangsstadium sind die Anzeichen bei Männern jedoch etwas anders:

  • Reizbarkeit
  • Ärger-Attacken
  • Aggressivität
  • erhöhte Risikobereitschaft
  • exzessiver Genuss von Alkohol, Rauchen

Männer verdrängen häufig Gefühle wie Hoffnungslosigkeit oder Traurigkeit. Sie vermuten als Ursache ihrer veränderten Stimmung Job und Stress. Dabei sind sie in einer besonderen Weise gefährdet: Die Suizidrate liegt bei Männern dreimal so hoch wie bei Frauen, warnen Psychiater und Neurologen.

Depressionen sind heilbar – bei Männern und bei Frauen

Auch Männer sollten deshalb diese Symptome ernst nehmen und sich professionelle Hilfe suchen. Denn Depressionen sind heilbar. Psychotherapie und bei mittlerer und schwerer Depression auch Medikamente wie Antidepressiva helfen dabei, zurück zu seelischer Ausgeglichenheit und Lebensqualität zu finden.

Die Therapie bei Depressionen richtet sich dabei auch danach, um welche Form es sich handelt:

  • Endogene Depression: Die Krankheit wird vermutlich durch eine Stoffwechselstörung der Gehirnzellen (Serotoninmangel) ausgelöst. Endogene Depressionen lassen sich unterteilen in unipolare (ohne Stimmungsänderung) und bipolare (manische, also aktive und gesteigert fröhliche Phasen wechseln sich mit den depressiven ab, weshalb man diese Form der Depression auch manisch-depressiv nennt).
  • Somatogene Depression: Hier tritt die Stimmungsänderung durch eine Krankheit auf, etwa einen Leberschaden oder Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Psychogene Depression: Auslöser sind bestimmte seelische Belastungen, etwa eine Trennung, Jobverlust oder Todesfall eines geliebten Menschen.
  • Wochenbettdepression: Die Hormonumstellung nach der Entbindung und die veränderte Lebenssituation führt bei jeder zehnten Frau zu einer Wochenbett-Depression.
  • Klimakterische Depression: Ursachen sind – ähnlich wie bei der Wochenbett-Depression – eine Hormonumstellung (aber durch die Wechseljahre) und meist auch Veränderungen der Lebenslage, etwa die Aussicht auf das Rentenalter und dass die Kinder unwiderruflich selbständig werden.
  • Altersdepression: Die Tatsache, den Großteil des Lebens hinter sich zu haben, das Gefühl, weder in der Familie noch im Beruf gebraucht zu werden, sowie vielfach altersbedingte Krankheiten und Schmerzen machen auffallend viele ältere Menschen depressiv. So zeigen Untersuchungen, dass 40 Prozent der Bewohner von Altersheimen Symptome einer Depression aufzeigen. Doch auch für diese Altersgruppe bringen Gesprächstherapie und Antidepressiva die verlorene Lebensqualität zurück.

Wenn Sie das Gefühl haben, tatsächlich an einer Depression zu leiden, dann suchen Sie sich am besten Hilfe von einem Profi. Es gibt durchaus Wege, auch mit Depressionen den Alltag zu meistern. Weitere interessante Artikel zum Thema Depression finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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