09.05.2016

Von Zecken übertragen Borreliose: Neuer Test hilft, wenn typische Symptome fehlen

Zecken übertragen zahlreiche Krankheiten, am häufigsten aber Borreliose.

Foto: ©iStock/David Parsons

Zecken übertragen zahlreiche Krankheiten, am häufigsten aber Borreliose.

Zecken übertragen vor allem Borreliose. Die Krankheit kann fatale Folgen haben, die das Herz, das Gehirn und die Gelenke betreffen.

Bei den Gefahren eines Zeckenbisses denkt man in erster Linie an FSME, die gefährliche Hirn- und Hirnhautentzündung. Doch Zecken übertragen am häufigsten Borreliose, medizinisch Lyme-Borreliose. Sie ist besonders tückisch, weil sie anfangs nicht immer die typischen Symptome auslöst, nach Jahren jedoch dramatische Folgen haben kann.

Zu den typischen Anzeichen der Borreliose gehören:

  • Wanderröte: Dabei wird die Haut rund um den Zeckenbiss wenige Tage bis Wochen danach rot. Ursache sind Bakterien, genauer Borrelien (Borrelia burgdorferi), die mit dem Biss der Zecke in die Haut eingedrungen sind. Im Verlauf verändert sich die Hauterscheinung, wird größer, schmaler oder länger – daher auch die Bezeichnung Wanderröte (Erythema migrans).

  • geschwollene Lymphknoten

  • Müdigkeit, etwas Fieber

  • Nervenschmerzen

Test auf Borreliose bisher schwierig

Vor allem, wenn nach einem Zeckenstich keine Wanderröte auftritt, ließ sich bisher nur schlecht feststellen, ob tatsächlich eine Infektion mit Borrelien vorliegt. Die gängigen Bluttests schlagen nur an, wenn Antikörper gegen die Bakterien vorhanden sind. Diese werden jedoch häufig verzögert gebildet. So zeigt der Test erst dann eine Borreliose an, wenn bereits wertvolle Zeit für die Behandlung verstrichen ist.

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Forscher der Medizinischen Universität Wien entwickeln deshalb jetzt einen Test, der Lyme-Borreliose zeitnah nach dem Zeckenbiss erkennen soll. Der Bluttest identifiziert bestimmte Helferzellen, die sicher auf eine Borreliose hinweisen – und zwar gleich, nachdem das Spinnentier gebissen hat. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass der Test bereits im Herbst in Kliniken angewendet werden könnte.

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung

Die aktuelle Statistik des Robert-Koch-Instituts nennt mehr als 6.000 gemeldete Borreliose-Infektionen in einem Jahr. Die Dunkelziffer dürfte jedoch bei etwa 80.000 liegen. Gegen Borreliose gibt es – anders als bei FSME – keine Impfung. Wer einmal Borreliose hatte, ist in Zukunft nicht gegen die Infektion immun. Denn es gibt verschiedene Borrelien-Arten.

Allerdings lässt sich Borreliose, sofern sie rechtzeitig erkannt wird, meist gut mit Antibiotika behandeln. Nur dann lassen sich gefährliche Komplikationen und Folgeschäden verhindern, wie etwa:

  • Neuroborreliose (Meningitis, Hirnnervenlähmungen)

  • Lyme-Arthritis (Gelenkentzündungen)

  • Herzmuskelerkrankungen

Das Risiko, dass Sie nach einem Zeckenbiss an Borreliose erkranken, liegt bei bis zu 30 Prozent. Bestimmte Risikogebiete für Zecken, die Borreliose übertragen – wie das für FSME zutrifft – gibt es nicht. Wichtig ist deshalb, jeden Zeckenbiss von einem Arzt abklären zu lassen, um im Zweifelsfall rechtzeitig Antibiotika einzunehmen.

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