Aktualisiert: 23.11.2020 - 16:14

Erschwertes Abspecken Schilddrüsenunterfunktion: So können Sie trotzdem abnehmen

Interessante Fakten über Ihre Schilddrüse

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Eines der Symptome bei Schilddrüsenunterfunktion: Man nimmt schnell zu, aber Abnehmen ist umso schwieriger. Eine frustrierende Situation. Lesen Sie, was dann hilft!

Zuzunehmen, obwohl man gar nicht so viel isst: unglaublich frustrierend – und vielleicht sogar ein Symptom dafür, dass etwas nicht stimmt. Denn wer trotz wenig Nahrungsaufnahme immer weiter zunimmt, zeigt damit ein typisches Anzeichen der Schilddrüsenunterfunktion (medizinisch: Hypothyreose). Die Erklärung dafür: Bei Schilddrüsenunterfunktion besteht ein Mangel an Schilddrüsenhormonen, also Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Bildung der Schilddrüsenhormone ist wiederum abhängig von anderen Hormonen wie dem Thyreoida-stimulierenden Hormon TSH, das im Gehirn gebildet wird. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen verlangsamen sich entsprechend wichtige Stoffwechselvorgänge.

Läuft der Stoffwechsel langsamer als normal, wird einfach weniger Energie verbraucht. Für die Betroffenen heißt das: Sie plagen sich mit hartnäckigem Übergewicht, denn mit einer Schilddrüsenunterfunktion abnehmen ist auch bei ausgewogener Ernährung und mit Sport fast unmöglich. Fettdepots an Bauch, Hüfte und Oberschenkel entstehen, zusätzlich kommt es zu Wassereinlagerungen.

Trotz Schilddrüsenunterfunktion abnehmen: Hormonhaushalt ausgleichen

Um trotz Schilddrüsenunterfunktion abzunehmen, sollten Sie vor allem diese beiden Ratschläge beachten:

  1. Lassen Sie Ihre Schilddrüsenhormone und den TSH-Wert regelmäßig überprüfen. Je nach Ergebnis wird der Arzt ein Medikament verschreiben, das den Mangel an Schilddrüsenhormonen ausgleicht.
  2. Besonders wichtig: Nur wenn Sie diese Schilddrüsentabletten regelmäßig einnehmen, steigt der Hormonspiegel nach und nach an, der Stoffwechsel läuft wieder schneller. Die Medikamente müssen in der Regel ein Leben lang geschluckt werden, weil sich die Ursache des Hormonmangels nicht beheben lässt.

Wurde bei Ihnen noch gar kein Schilddrüsenproblem diagnostiziert, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich ärztlich durchchecken zu lassen. Hormone beeinflussen unser Leben in vielerlei Hinsicht. Sind sie im Ungleichgewicht, nimmt die Lebensqualität rapide ab. Sollten zu den Gewichtsproblemen noch Symptome wie verlangsamtes Denkvermögen, verringerte Leistungsfähigkeit, übermäßiges Kälteempfinden oder andere der weiter unten genannten Symptome hinzukommen, kann das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Es könnte aber auch die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis oder einfach ein Jodmangel dahinterstecken.

Bei Schilddrüsenunterfunktion auf Mischkost setzen

Unverzichtbar sind zusätzlich weitere Maßnahmen, um unter anderem durch eine Schilddrüsenunterfunktion entstandenes Übergewicht abzubauen:

Die richtige Ernährung: Das bedeutet wenig Fett, dafür viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte.

Sinnvoll gerade bei Schilddrüsenunterfunktion kann auch Fisch sein, weil er Jod enthält – aber mit Einschränkung, zu der wir gleich kommen. Jod ist als Spurenelement unverzichtbar, damit der Körper Schilddrüsenhormone bilden kann. Zusätzlich ist Fisch eine gute Eiweißquelle und hält lange satt, ohne den Blutzucker klettern zu lassen. Außerdem benötigt die Schilddrüse für die Hormonbildung auch Proteine.

Sonderfall Hashimoto: Vorsicht bei Jod

Ein Problem kommt hier allerdings auf die zu, die an Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind. Bei dieser Erkrankung ist die Schilddrüse chronisch entzündet und produziert erst einmal zu viele Schilddrüsenhormone. Bei der Autoimmunerkrankung kommt es im Laufe der Zeit dann aber zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die Hormonproduktion nimmt ab.

Bei Hashimoto ist es aber so, dass größere Mengen Jod die Krankheit verschlimmern oder bei Vorveranlagung früher zum Ausbruch bringen können. Zwar stellt der normale Jodgehalt in der Nahrung laut Medizinern kein Problem dar – wer aber viel Fisch zu sich nimmt, steigert auch die Jodzunahme unweigerlich. Mehr als zweimal die Woche sollte Fisch daher nicht auf dem Ernährungsplan stehen. Auf Nahrungsergänzungsmittel mit Jod sollte in diesem Fall aber definitiv verzichtet werden.

Ein Ernährungsberater kann hier aber weiterhelfen und mit Ihnen zusammen einen Plan erstellen. Manche Krankenkassen bieten Ernährungsberatungen an oder geben einen Zuschuss dazu. Mit diesen Lebensmitteln halten Sie Ihre Schilddrüse gesund!

Körperlich ertüchtigen gegen Beschwerden

Bewegung ist das A und O: Ideal sind Ausdauersportarten. Wählen Sie etwas, das Ihnen Spaß macht, etwa Schwimmen, Walken oder Radfahren. Auch Tanzen ist eine gute Option. Auch hier sollten Sie aber mit einem erfahrenen Arzt oder mit einem Physiotherapeuten sprechen, denn dieser kann auch noch auf eventuelle Begleiterkrankungen eingehen und Ihnen einen Trainingsplan erstellen, der zu Ihnen und Ihrer körperlichen Fitness passt. Übrigens: Damit Sie dabei bleiben, sollte der Sport natürlich auch Spaß machen.

Der vielleicht wichtigste Rat: Haben Sie Geduld. Vor allem, wenn die Schilddrüsenunterfunktion erst vor kurzem festgestellt wurde und Sie deshalb die Medikamente noch nicht lange einnehmen, dauert es ein paar Monate, bis sich der Stoffwechsel umgestellt hat und trotz Schilddrüsenunterfunktion das Abnehmen langsam, aber sicher gelingt.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Mit den erlebten Problemen sind Sie nicht allein: Eine Unterfunktion ist die häufigste Erkrankung der Schilddrüse, rund ein Prozent der Deutschen ist betroffen.

Neben Gewichtszunahme sind die weiteren Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion:

  • verlangsamter Herzschlag (Puls) und dadurch Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Verringertes Denk- und Konzentrationsvermögen, evtl. langsameres Sprechen als gewohnt
  • Durchblutungsstörungen und dadürch ständiges Frösteln
  • Zyklusstörungen
  • Libidomangel
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Verstopfung
  • Depression

Wird die Schilddrüsenunterfunktion mit Medikamenten ausgeglichen, verschwinden alle diese Probleme wieder. Ausschlaggebend ist dabei die konsequente, tägliche Einnahme der Schilddrüsentabletten, die immer richtig eingestellt sein müssen. Also die Krankheit immer ärztlich begleiten lassen und bei Veränderungen unter ärztlicher Beratung die Therapie anpassen. Dann klappt's hoffentlich auch bald wieder trotz Schilddrüsenunterfunktion mit dem Abnehmen.

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