Aktualisiert: 26.06.2020 - 08:51

Probleme am Po Hämorrhoiden: Das sind die 7 besten Hausmittel!

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Beschreibung anzeigen

Schmerzen und Juckreiz am Po und manchmal Blut im Stuhl sind ein Tabuthema. Doch es gibt einfache Hilfen gegen Hämorrhoiden.

80 Prozent der Deutschen haben sie, kaum einer spricht darüber: Hämorrhoiden. Betroffene leiden unter Schwellungen im After, die knotig und vergleichbar mit Krampfadern sind. Schmerzen, Juckreiz und Brennen sind dann tägliche Begleiter. Doch es gibt ein paar Hausmittel gegen Hämorrhoiden sowie vorbeugende Maßnahmen.

Hausmittel bei Hämorrhoiden: Warum eigentlich?

Eigentlich sind Hämorrhoiden, oder vereinfacht geschrieben Hämorriden, die arteriovenösen Gefäßpolster, auch Hämorrhoidalpolster – also das weiche Gewebe zwischen Enddarm und Schließmuskel. Es ist mit zahlreichen Blutgefäßen durchzogen und hat die Aufgabe, wie ein Feinverschluss den After abzudichten. Beim Stuhlgang fließt das Blut aus den Gefäßen heraus und öffnet den After dadurch. Danach fließt es wieder zurück, die Hämorrhoiden schwellen wieder und schließen den Darmausgang.

Doch wird heute von Hämorrhoiden gesprochen, meint man in der Regel die krankhafte Veränderung dieses Gewebes – wenn dieses etwa vergrößert ist oder nach unten rutscht, etwa weil es ausgeleiert ist und dadurch verknotet. Dann kann es zu Blutungen kommen, zum genannten Juckreiz sowie zum Nässen oder zu Problemen beim Stuhlgang.

Gegen die Beschwerden können Cremes und Salben aus der Apotheke helfen. Gegen ein Voranschreiten des Problems selbst aber helfen sie nicht. Weiteres Ausbreiten lässt sich durch eine sogenannte Basistherapie (ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit) einschränken, heilen lassen sich Hämorrhoidalleiden nur mit einer Operation – aber auch das nicht unbedingt für immer.

Hausmittel helfen allerdings vor allem zur Vorbeugung und Nachsorge – und mit Einschränkungen auch, um den Fortschritt zu bremsen. Aber wie entstehen Hämorrhoiden eigentlich?

Ständiges Sitzen oder Verstopfung: Ursachen für Hämorrhoiden

Mehrere Faktoren begünstigen die Entstehung von Hämorrhoiden:

  • Bewegungsmangel: Sport, aber auch leichte Bewegung wie Gehen aktivieren die natürliche Darmperistaltik. Diese leichten Muskelbewegungen befördern den Darminhalt weiter. Fehlt Bewegung, wird auch die Darmperistaltik langsamer, der Darm träge und Verstopfung droht.
  • Verstopfung: Ein träger Darm und falsche Ernährung machen den Stuhl hart, jeder Stuhlgang ist dann mit starkem Pressen verbunden. Dieser Druck überlastet das Hämorrhoidalpolster. Es erweitert sich dauerhaft.
  • Zu häufiger Stuhlgang und zu langes "Sitzen": Auch wer oft unter Durchfall leidet oder etwa oft Abführmittel zu sich nimmt, kann vergrößerte Hämorrhoiden entwickeln – oder wer zu lange auf der Toilette sitzt. Unter Umständen kann auch ein Hocker helfen, um den Stuhlgang zu beschleunigen.
  • Übergewicht: Jedes Kilogramm zu viel belastet das Hämorrhoidalpolster.
  • Husten: Wer oft unter Husten leidet, baut Druck im Bauchraum auf – und das kann ebenso wie Übergewicht oder auch Krafttraining oder Schwangerschaft, zu vergrößerten Hämorrhoiden führen.
  • Bindegewebeschwäche: Das Hämorrhoidalpolster hat zu wenig Halt und kann sich bei Belastung rasch erweitern. Vergleichbar ist das mit der Entstehung von Krampfadern.
  • Veranlagung: Mediziner vermuten, dass Hämorrhoidalleiden auch Vererbungssache sein kann.

Bei Frauen können Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und nach schweren Geburten auftreten.

Menschen unter 35 Jahren haben selten Probleme mit Hämorrhoiden – vorkommen können Probleme trotzdem. Vor allem sind sie aber eine Alterserscheinung, auch allein aus dem Grund, da das Gewebe mit der Zeit nachlässt oder Probleme wie Verstopfung häufiger auftreten.

Symptome von Hämorrhoiden erkennen

Hämorrhoiden können in verschiedenen Schweregrade auftreten. Allen gemeinsam sind diese Anzeichen:

  • Brennen
  • Juckreiz
  • Nässen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Nach dem Stuhlgang ist der Toilettendrang nicht vollständig verschwunden (Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung)
  • Manchmal finden sich hellrote Blutspuren auf dem Stuhl und dem Toilettenpapier.

Hämorrhoiden werden je nach Ausprägung in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1: Von außen nicht sichtbare innerliche Hämorrhoiden, das Hämorrhoidalpolster ist also bereits geschwollen.
  • Stadium 2: Beim Stuhlgang treten die Hämorrhoiden leicht aus dem Darm heraus und ziehen sich danach wieder von selbst zurück.
  • Stadium 3: Die Hämorrhoiden verschwinden nach dem Stuhlgang nicht mehr von selbst im After, lassen sich jedoch mit dem Finger (bitte Einmal-Fingerling benutzen) zurückschieben.
  • Stadium 4: Die Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückschieben und sind ständig außerhalb des Analkanals.

Bewährte Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Hämorrhoiden kommen meist nicht von jetzt auf gleich, sondern bilden sich langsam. Vor allem zum Vorbeugen – etwa falls in der Familie schon öfters Probleme aufgetreten sind – sowie in den ersten Stadien sind Hausmittel und Selbstbehandlung wirksam:

  1. Achten Sie auf weichen bis halbfesten Stuhl, vermeiden Sie, sofern möglich, Verstopfung. Neben ballaststoffreicher Ernährung wie Vollkornprodukten, Obst und Gemüse können Leinsamen und Flohsamenschalen hilfreich sein, wie alle klassischen Hausmittel gegen Verstopfung.
  2. Gehen Sie erst auf die Toilette, wenn Sie wirklich müssen und bleiben Sie nicht zu lange sitzen. Das heißt nicht, dass Sie einhalten sollen. Aber erzwingen Sie nichts.
  3. Trinken Sie ausreichend, etwa zwei Liter pro Tag.
  4. Bleiben Sie in Bewegung. Das regt nämlich auch die Darmperistaltik an – und beugt Übergewicht vor.
  5. Sitzbäder mit Eichenrinde lindern den Juckreiz, beugen Entzündungen vor und wirken leicht zusammenziehend (adstringierend) auf die erweiterten Gefäße am Po. Ringelblume, Schafgarbe und Zinnkraut sind ebenfalls einen Versuch wert.
  6. Wenn Jucken und Brennen nach dem Stuhlgang quälen: Duschen Sie die Analregion kurz mit lauwarmem Wasser ab. Tupfen Sie danach alles vorsichtig trocken.
  7. Wenn Sie öfter Probleme beim Stuhlgang haben, probieren Sie es mit einem Toilettenhocker: Dieser ist etwa 22 cm hoch und die Füße ruhen statt auf dem Boden auf dem Schemel. Durch diese "Kauerhaltung" gelangt der Darm in eine entspanntere Lage.

Hämorrhoiden mit Salben und Zäpfchen behandeln

Zusätzlich zu diesen Hausmitteln gegen Hämorrhoiden gibt es verschiedene frei verkäufliche Arzneimittel zur lokalen Behandlung. Die wichtigsten Wirkstoffe in Hämorrhoiden-Salben und Hämorrhoiden-Zäpfchen sind:

  • Zinkoxid hat sich bewährt zur Wundbehandlung.
  • Hamamelis wirkt sanft gegen Keime, adstringierend und unterstützt die Wundheilung.
  • Jojobawachs kann Juckreiz lindern und beruhigt die bei Hämorrhoiden irritierte Haut.
  • Tanin wirkt adstringierend.
  • Lidocain betäubt (lokales Anästhetikum), ist also sinnvoll bei Schmerzen und Juckreiz.

Hämorrhoiden: Wie der Arzt untersucht

Wenn Sie zum ersten Mal Blut im Stuhl entdecken, sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen. Die Blutspuren können nicht nur ein Symptom harmloser Hämorrhoiden sein, sondern auch auf andere Erkrankungen hinweisen, etwa eine Analthrombose und im schlimmsten Fall Darmkrebs. Letztendlich sollte jede Veränderungen im Analbereich von einem Arzt untersucht werden.

Der Facharzt für diese Probleme ist der Proktologe, ein Spezialist für Enddarmerkrankungen. Er führt die Untersuchung so durch, dass Sie vermutlich kaum etwas davon merken. Sicherlich ist die Hemmschwelle hoch, doch bedenken Sie einfach, dass er sich auf das Gebiet Analbereich spezialisiert hat, täglich mit diesem Bereich konfrontiert ist und damit auch die meiste Erfahrung hat, wenn es um die Einstufung harmlos oder gefährlich geht. Denn was sich wie Hämorrhoiden anfühlt, kann auch Analkrebs sein. Ärztliches Abklären ist daher immer ratsam.

Einige Untersuchungen, die der Proktologe vornimmt:

  • Inspektion des Afters von außen
  • Abtasten des Analkanals mit dem Finger
  • Proktoskopie mit einem kleinen Sichtrohr, das wenige Zentimeter weit in den Darm eingeführt wird

Hämorrhoiden-Behandlung von Veröden bis Operation

Je nach Stadium wird der Arzt folgende Therapien vorschlagen:

  • Bei leichten Hämorrhoiden reicht meist die Verödung (Sklerosierung). Dabei spritzt der Arzt eine alkoholische Lösung in die Hämorrhoiden, die dadurch schrumpfen. Die Behandlung muss mehrmals durchgeführt werden.
  • Bei Hämorrhoiden ab Stadium 2 eignet sich die Gummiband-Ligatur. Die Hämorrhoiden werden abgebunden, sterben nach wenigen Tagen ab und fallen mit dem Bändchen beim Stuhlgang einfach heraus.
  • Erst im Stadium 4 ist eine Operation ratsam. Dabei wird der Knoten operativ entfernt, wobei es mehrere Techniken gibt, die den Schließmuskel schonen.

Dabei sollten Sie aber nicht vergessen, dass die Probleme danach wieder auftreten können. Um in Zukunft vergrößerte Hämorrhoiden zu vermeiden, sollten Sie die Risikofaktoren möglichst einschränken und auf vorbeugende Hämorrhoiden-Hausmittel achten, also falls nötig abnehmen, ballaststoffreich essen, viel trinken und sich ausreichend bewegen. Mit diesen Tipps lässt sich übrigens auch Verstopfung vorbeugen.

_____________________

Zu den Links:

Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Die verlinkten Angebote stammen nicht vom Verlag. Sofern Sie die Links zum Kauf der verlinkten Produkte nutzen, erhalten wir eine kleine Provision, ohne dass Ihnen hierdurch zusätzliche Kosten entstehen. Die Einnahmen tragen dazu bei, Ihnen hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenfrei anbieten zu können.

Halloween alles rund um das Gruselfest

Halloween alles rund um das Gruselfest

Beschreibung anzeigen
Eine Marke der FUNKE Mediengruppe