Aktualisiert: 18.01.2021 - 14:11

Krebs vorbeugen Prognose verbessern: Vitamin D schützt vor Brust- und Darmkrebs

Die Sonne auskosten, wann immer sie sich zeigt: Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel schützt Studien zufolge vor verschiedenen Krebsarten, unter anderem vor Brustkrebs. Und Vitamin D kann sogar die Prognose verbessern, wenn bereits Krebs da ist.

Foto: Getty Images/Counter

Die Sonne auskosten, wann immer sie sich zeigt: Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel schützt Studien zufolge vor verschiedenen Krebsarten, unter anderem vor Brustkrebs. Und Vitamin D kann sogar die Prognose verbessern, wenn bereits Krebs da ist.

Ein Vitamin-D-Mangel könnte das Risiko für Krebs erhöhen – das zeigen Studien. Gleichzeitig kann ein gesunder Vitamin-D-Spiegel offenbar vor Brustkrebs und auch vor Darmkrebs schützen. Lesen Sie, wieviel Vitamin D dafür nötig ist und wo die Grenzen sind.

Zu wenig Vitamin D erhöht die Infektanfälligkeit und schwächt die Knochen – das ist bekannt. Das fettlösliche "Sonnenvitamin" wird hauptsächlich via Sonneneinstrahlung aufgenommen – gerade in den Wintermonaten kann so ein Mangel entstehen. Forscher konnten jetzt erneut beweisen, dass Vitamin D noch mehr kann: Ein hoher Vitamin-D-Spiegel in gesundem Rahmen scheint demnach vor bestimmten Krebsformen zu schützen.

Vitamin D senkt das Krebsrisiko deutlich

Schon 2016 überraschten Forschende der University of California mit diesem Ansatz. Sie nutzten für ihre Untersuchung die Daten aus mehreren Studien.

Dabei analysierten sie die Blutwerte von mehr als 2.000 Frauen, die 55 Jahre und älter waren, sowie die Krankheiten, die bei den Probandinnen innerhalb von vier Jahren auftraten.

Das Ergebnis: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel stand in enger Verbindung mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten, und zwar:

Bei höheren Vitamin-D-Werten sank das Krebsrisiko dagegen um mehr als 60 Prozent. Als günstig erwiesen sich dabei Vitamin-D-Werte ab 40 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter).

Weitere Studie bestätigt: Vitamin D verbessert die Brustkrebs-Prognose

Eine aktuelle Analyse bisheriger Studien beweist ähnliche Erkenntnisse. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Der Gynäkologe". Demnach kann ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel das Brustkrebsrisiko erhöhen und bei bereits erkrankten Frauen die Prognose verschlechtern. Die Studienautor*innen raten daher dazu, statt der offiziell empfohlenen Untergrenze des Institue of Medicine USA und DGE Deutschland von derzeit 20 ng/ml solle bei Brustkrebs der Wert von mindestens 35 ng/ml angestrebt werden. Das bedeutet: Brustkrebspatientinnen sollten in ärztlicher Rücksprache und unter Überwachung täglich 800 IE Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen.

Lebensmittel mit besonders viel Vitamin D
Lebensmittel mit besonders viel Vitamin D

Vitamin-D-Mangel vor allem im Winter und Frühling

Allerdings ist bei vielen Menschen vor allem im und nach dem Winter der Vitamin-D-Spiegel zu niedrig. Denn der Körper selbst bildet diesen Vitalstoff nur unter dem Einfluss von UV-Strahlen. Tageslicht ist also die wichtigste Vitamin-D-Quelle. In der sonnenarmen Zeit leiden deshalb viele West- und Nordeuropäer unter Vitamin-D-Mangel.

Zwar enthalten auch einige Lebensmittel Vitamin D, etwa:

Ihr Vitamin-D-Gehalt ist aber relativ gering und allein über die Nahrung lässt sich der Bedarf daher nicht decken.

Vitamin-D-Test deckt Mangel auf

Wie können Sie feststellen, ob Ihr Vitamin-D-Spiegel zu niedrig ist? Beim Arzt kostet der kleine Bluttest rund 20 Euro. Sie können sich jedoch auch selbst mit einem sogenannten Test-Kit überprüfen. Dabei wird aus der Fingerbeere ein Tröpfchen Blut entnommen und in ein Labor zur Analyse geschickt. Die kleinen Kits gibt es übers Internet, sie kosten rund 30 Euro. Der Gang zum Bluttest beim Arzt ist allerdings eher anzuraten – hier kann gleich angegriffen werden, wenn Werte aus dem Rahmen fallen.

Vitamin-D-Mangel ausgleichen

Im Frühling und Sommer können Sie Ihre Vitamin-D-Speicher besonders gut mit einem kleinen Sonnenbad auffüllen. Dazu gehen Sie am besten täglich an die frische Luft und lassen das Licht wirken. Krebspatient*innen dürfen allerdings bei bestimmten Therapien nicht viel Zeit in der Sonne verbringen. Hier sollten Sie immer mit Ihren Ärzten sprechen und überlegen, was hier der beste Weg sein könnte.

Außerdem sollten Sie auf eine gesunde Ernährung achten: Zehn Lebensmittel mit besonders viel Vitamin D.

Wichtig! Vitamin D richtig dosieren

Zusätzlich gibt es Vitamin D in Form von Tabletten, um einen bestehenden Mangel auszugleichen. Allerdings sollten Sie sich bei Vitamin-D-Präparaten an die Einnahme-Empfehlungen halten – und niemals einfach so mit hochdosierten Präparaten supplimieren, ohne zuvor einen Bluttest gemacht zu haben. Eine Supplimierung mit Nahrungsergänzungsmitteln sollte immer nur auf ärztliches Anraten erfolgen. Denn bereits ab Blutwerten von über 125 ng/ml kann es zu Nebenwirkungen kommen, etwa leichter Übelkeit oder einem Blutdruckanstieg. Vitamin-D-Überdosierung mit natürlichen Mitteln ist dagegen nicht möglich: Lebensmittel enthalten dafür viel zu wenig Cholecalciferol und bei langen Sonnenbädern drosselt der Körper seine Vitamin-D-Produktion.

Mehr zum Thema Krebs lesen Sie auf unserer Themenseite.

Studien:

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe