19.04.2016 - 13:32

Schmerzen beim Wasserlassen Blasenentzündung behandeln: Antibiotika nicht immer nötig

Blasenentzündung

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Das tut man am besten gegen Blasenentzündung

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Verschreiben Ärzte Antibiotika zu leichtfertig? Bei Blasenentzündungen könnten Schmerzmittel reichen. Lesen Sie, was Frauen dazu wissen sollten.

Blasenentzündungen bekommen vor allem Frauen – kaum eine hat das lästige Brennen und die oft unerträglichen Schmerzen beim Wasserlassen nicht schon mal erlebt. Ursache sind Bakterien, die aus der Intimregion oder dem Darm in die Blase eingewandert sind und dort eine Entzündung hervorrufen, die Zystitis genannt wird.

Weil die Beschwerden so ausgeprägt sind, gehen die meisten Betroffenen möglichst schnell zum Arzt und lassen sich gegen die Bakterien Antibiotika bei Blasenentzündung verschreiben. Manche Frauen, die bereits öfter einen Harnwegsinfekt hatten, halten zu Hause sogar ein entsprechendes Antibiotikum für diesen Notfall bereit.

Schmerzmittel oder Antibiotika bei Blasenentzündung

Doch Antibiotika haben Nebenwirkungen und außerdem werden Bakterien zunehmend unempfindlich gegenüber diesen Medikamenten (Antibiotika-Resistenz). Wissenschaftler vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben deshalb untersucht, ob es Alternativen zur Antibiotika-Behandlung bei Blasenentzündung gibt. Dabei verglichen sie die Wirkung von gängigen Medikamenten, die Schmerzen lindern und Entzündungen bremsen, mit der von Antibiotika.

Studie zu Blasenentzündung: 500 Frauen nahmen teil

An der Studie nahmen mehrere Hausarztpraxen in Norddeutschland teil. Frauen, die mit den Anzeichen einer Blasenentzündung zum Hausarzt kamen und sich bereit erklärten, an der Studie teilzunehmen, bekamen entweder ein Antibiotikum oder das Schmerzmittel. Die Patientinnen selbst wussten nicht, ob sie vom Arzt das Antibiotikum oder das Schmerzmittel bekommen hatten. Insgesamt handelte es sich um knapp 500 Frauen.

Oft geht es auch ohne Antibiose

Beiden Gruppen wurde geraten, wieder in die Praxis zu kommen, wenn sich die Beschwerden durch das verabreichte Medikament nicht bessern oder gar verschlimmern würden. Das Ergebnis: Nur ein Drittel der Frauen, die ein Schmerzmittel anstelle eines Antibiotikums bekommen hatten, musste nochmals zum Arzt. Zwei Drittel wurden also ohne Antibiotikum wieder gesund.

"Die Ergebnisse unserer Studie sind eine Grundlage, um mit Patientinnen bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zu überlegen, ob sie zunächst auf Antibiotika verzichten möchten", sagt Jutta Bleidorn vom Institut für Allgemeinmedizin der MHH. "Wir können belegen: Für sonst gesunde Frauen mit leichten bis mittelschweren Symptomen ist die symptomatische Behandlung häufig ausreichend und das Risiko von Komplikationen gering."

In jedem Fall Rücksprache mit dem Arzt halten

Zuerst müssten jedoch weitere Studien zeigen, für welche Patientinnen diese symptomatische Behandlung geeignet ist. Nach Absprache mit dem Arzt können es Frauen mit Zystitis jedoch auch erst ohne Antibiotikum versuchen. Fragen Sie ruhig bei Ihrem Arzt nach, ob eine Behandlung der Blasenentzündung ohne Antibiotika möglich ist.

Es gibt beispielsweise diverse Hausmittel bei Blasenentzündung, die bei leichten Infekten bereits helfen können. So sollten Betroffene vor allem viel trinken – am besten rund zwei Liter Tee, der Nieren und Blase durchspült. Eine Wärmflasche kann zudem die Schmerzen lindern.

Sollten Sie jedoch merken, dass die Symptome der Blasenentzündung nicht besser werden, Fieber dazukommt oder die Schmerzen in den Rücken wandern, ist schnelles Handeln gefragt. Melden Sie sich dann umgehend bei Ihrem Arzt, um Nierenprobleme zu vermeiden.

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