17.05.2019

Natürlich gegen Herzschwäche Rote Bete stärkt das Herz: Die Wirkung der roten Knolle

Sie tut nicht nur der Figur gut: Rote Bete hat ganz besondere Wirkungen. Ihr Saft kann sogar den Blutdruck senken und Herzinsuffizienz verbessern.

Foto: ©iStock/kostman

Sie tut nicht nur der Figur gut: Rote Bete hat ganz besondere Wirkungen. Ihr Saft kann sogar den Blutdruck senken und Herzinsuffizienz verbessern.

Ein Glas Rote-Bete-Saft täglich kann das Herz stärken, wie mehrere Studien beweisen. Zusätzlich sinkt der Blutdruck – und zwar signifikant. Alles, was Sie über die Wunderknolle wissen sollten und warum sie auch beim Abnehmen hilft.

Rote Bete enthält eine ganze Reihe von wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen, etwa Vitamin A, C, E, Folsäure sowie Magnesium, Kalzium, Phosphor und sehr viel Eisen. Die rote Rübe gilt deshalb vor allem für Frauen als Naturmedizin. Denn Eisenmangel betrifft besonders Frauen, etwa durch eine starke Menstruation oder während der Schwangerschaft. Aber Rote Bete hat noch mehr positive Wirkung auf den Körper. Was in der Knolle alles steckt:

Rote Bete: Wirkung unter anderem für gute Blutwerte und ein starkes Herz

Amerikanische Wissenschaftler der Wake Forest University in Winston-Salem haben in Studien untersucht, welche Wirkung Rote-Bete-Saft bei Herzschwäche und Bluthochdruck hat. In einer Studie aus der Fachzeitschrift JACC: Heart Failure rund um Joel Eggebeen et al. aus dem Jahr 2016 fand man heraus, dass die Herzleistung steigt und der Blutdruck sinkt. Dazu mussten die 60- bis 75-jährigen Probanden täglich ein Glas Rote-Bete-Saft trinken. Die Kontrollgruppe bekam ebenfalls roten Saft. Allerdings handelte es sich dabei nicht um ein Getränk aus der Rübe, sondern um einen Placebosaft.

Zu Beginn der Studie untersuchten die Ärzte Herzleistung, Blutdruck sowie Blutwerte der Teilnehmer. Dann durften die Männer und Frauen ein Glas Rote-Bete-Saft trinken, danach wurden erneut die Gesundheitswerte festgestellt. Die Werte hatten sich noch nicht geändert.

Nach einer Woche Saftkur steigt Herzleistung und sinkt der Blutdruck

Nun durften die Probanden eine Woche lang täglich ein Glas Rote-Bete-Saft oder den Placebosaft zu sich nehmen. Nach acht Tagen wurden nochmals Herzleistung, Blutdruck und Blutwerte untersucht. Das Ergebnis: Bei denjenigen, die den Rote-Bete-Saft getrunken hatten, war die Herzleistung erheblich besser und der Blutdruck um bis zu 15 mmHg gesunken. Zusätzlich hatte sich die Fließfähigkeit des Blutes verbessert.

Ursache für diese überraschend deutliche Wirkung auf die Gesundheit ist vermutlich anorganisches Nitrat, das Rote Bete in großer Menge enthält. Anorganisches Nitrat, das auch andere Gemüsesorten und grünes Blattgemüse in hoher Konzentration liefern, könnte auch die Erklärung dafür sein, warum Gemüse so gesund ist und das Herz-Gefäß-System nachweislich schützt.

Zwar stand Nitrat lange unter Verdacht, im Körper ungünstig zu wirken. Es werde zu Nitrit und das wiederum in krebserregende Nitrosamine umgearbeitet, so die Annahme. Doch aktuelle Studien geben Hinweise darauf, dass Nitrat aus Obst und Gemüse diese unerwünschten Nebenwirkungen nicht aufweist. Vermutlich ist es die natürliche Kombination aus verschiedenen Vitalstoffen (Antioxidantien) im Gemüse, die den günstigen Effekt von Nitrat unterstützt und den schlechten abbremst.

Gerade bei Herzinsuffizienz ist die Leistungsfähigkeit eine wichtige Größe, ist sie bei Patienten doch eingeschränkt. Bisher konnten Betroffene mit Ausdauertraining ein wenig dagegen angehen. Anorganisches Nitrat, das über die Nahrung aufgenommen wird, könne die Belastungstoleranz aber zusätzlich verbessern, sagen die Wissenschaftler.

Tabletten zeigen den Effekt nicht

In Rote-Bete-Saft ist, wie erwähnt, anorganisches Nitrat vorhanden. Wird hingegen organisches Nitrat in Form von Pillen verabreicht, zeigt sich der positive Effekt nicht. Die Forscher vermuten, dass durch den Saft der "systemische Gefäßwiderstand gesenkt wird". Zudem wird vermutet, dass sich durch den Genuss des Saftes die Verteilung des Blutflusses verbessert und damit auch die Durchblutung der Muskeln gefördert wird. Hier müssen noch weitere Forschungen anschließen.

Rote Bete stärkt die Leber und verbessert die Stimmung

Sicher ist jedoch, dass die rote Rübe nicht nur das Herz stärkt und den Blutdruck senkt, sondern auch beim Abnehmen hilft. Rote Bete regt den Stoffwechsel an und Fettpölsterchen werden dadurch schneller abgebaut. Zusätzliche Wirkungen von Roter Bete umfassen:

  • Rote Bete senkt den Homocystein-Spiegel. Homocystein ist eine Aminosäure, die den Gefäßen schadet und damit Herz-Kreislaufkrankheiten begünstigt.
  • Der sekundäre Pflanzenstoff Betanin, der die Knolle so intensiv rot färbt, hellt die Stimmung leicht auf.
  • Betanin verbessert außerdem die Leber- und Gallenfunktion, unterstützt so die Entgiftung.
  • Das Gemüse aktiviert den Darm und regt die Verdauung auf sanfte Weise an.

Einer Sieben-Tage-Frühjahrskur mit Rote-Bete-Saft sollte also nichts im Wege stehen. Probieren Sie es einfach mal aus – zum Abnehmen, Entgiften oder einfach, um sich leistungsfähiger und fröhlicher zu fühlen.

Experten schlagen einen regelmäßigen Konsum von Roter Bete vor, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. So spricht Anna Guy, Ernährungsberaterin an der amerikanischen Mayo Clinic, von rund 100 Gramm pro Portion.

Rote Bete besteht übrigens zu 90 Prozent aus Wasser. Damit kommen 100 Gramm auf nur 41 kcal. Das Wurzelgemüse ist aber dafür reich an Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen. Zudem ist die Rübe eine echte Vitaminbombe voller B-Vitamine, Vitamin C und Folsäure.

Zubereiten: So schmeckt Rote Bete am besten

Wir kennen sie ja meist als eingelegte Knolle – Rote Bete können Sie zum Beispiel auch selbst einlegen – oder eben als Saft. Sie kann aber wunderbar auch zu Suppe verarbeitet werden oder in Smoothies für eine spannend-rote Farbe sorgen, einfach gekocht werden und im Anschluss sogar als Pürree auf den Teller kommen. Besonders viele Mineralstoffe und Vitamine bleiben erhalten, wenn Sie das Gemüse dünsten oder dämpfen. Frisch mischt sie Salate auf. Und für die nicht ganz so sündige Knabberei am Abend lassen sich mit ihr auch Chips herstellen – ganz fettfrei im Backofen.

Kleiner Tipp: Kochen Sie die Rübe erst und schälen Sie sie dann. Dann löst sich die Schale viel besser. Sie können sie aber auch einfach mitessen – sie schmeckt allerdings noch kräftiger als das Innere.

Mehr zum Thema Rote Bete finden Sie auf unserer Themenseite – inklusive leckeren Rezepten.

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WICHTIG: Leiden Sie unter Bluthochdruck? Dann ist eine ärztliche Untersuchung unumgänglich. Zu hoher Blutdruck kann auf Dauer gravierende Folgen haben und muss behandelt werden – unter Umständen auch mit Medikamenten. Mit einer ausgewogenen Ernährung, darunter also auch Rote Bete mit ihrer tollen Wirkung, sowie ausreichend Bewegung können Sie die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber gut unterstützen. In schwachen Fällen, also einem nur leicht und nur zeitweise erhöhten Werten können Sie den Blutdruck auch ganz ohne Tabletten senken.

Hier finden Sie die Studie aus dem JACC Journal.

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