04.04.2016

Hormone mit Nebenwirkungen Kopfschmerzen: Ist die Pille schuld daran?

Liegen die Kopfschmerzen wirklich an der Pille? Nicht unbedingt.

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Liegen die Kopfschmerzen wirklich an der Pille? Nicht unbedingt.

Viele Frauen beobachten einen Zusammenhang zwischen ihren Kopfschmerzen und der Anti-Baby-Pille. Sollte man die Pille deshalb absetzen oder wechseln?

Die Pille kann viele Nebenwirkungen haben. Kopfschmerzen gehören dazu. So bekommen manche Frauen in der einnahmefreien Zeit Kopfweh, andere nach der einwöchigen Pillenpause. Kein Wunder, wenn die Betroffenen dann den Schluss ziehen, die Pille sei Auslöser für die regelmäßigen Kopfschmerzen.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Tatsache ist, dass das Sexualhormon Östrogen Kopfschmerzen begünstigt. Bei Frauen, die mit einer östrogenhaltigen Pille verhüten, kann das also durchaus die Ursache für Kopfschmerzen sein – muss es aber nicht. So finden Sie heraus, ob das bei Ihnen zutrifft:

  • Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Frauenarzt über das Problem.
  • Treten die Kopfschmerzen immer in der einnahmefreien Zeit auf, kann es sinnvoll sein, die Pille nach ärztlicher Absprache durchgehend anzuwenden, ohne Pillenpause (Langzyklus). Oft ist die Veränderung des Östrogenspiegels nämlich schuld daran, wenn Kopfschmerzen auftreten. Das betrifft übrigens auch Frauen, die kurz vor der Menstruation Migräne oder Kopfschmerzen bekommen und nicht die Pille schlucken.
  • Wechseln Sie nach Absprache mit dem Arzt das Verhütungsmittel. Probieren Sie Produkte mit einer niedrigen Östrogendosis oder ein östrogenfreies Präparat, etwa eine Minipille.
  • Ausprobieren bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, gleich im nächsten Zyklus wieder die Pille zu wechseln, weil die Kopfschmerzen trotzdem auftreten. Sie sollten die Pille mindestens drei Monate einnehmen. So lange braucht der Körper, um sich an das neue Präparat zu gewöhnen. Erst wenn dann immer noch Kopfschmerzen auftreten, ist es sicher, dass Sie es nicht vertragen.

Pille, Kopfschmerzen und Rauchen – eine gefährliche Kombination

Es heißt also: Geduld haben. Denn allgemeingültige Richtlinien bei diesen Problemen gibt es nicht. Wissenschaftlich ist nicht gesichert, wann die Pille Kopfschmerzen auslöst und wann nicht. So gibt es auch Frauen, die erst häufig Kopfschmerzen haben – und wenn sie die Pille einnehmen, deutlich seltener oder gar nicht mehr. Hier bewirkt die Pille also das Gegenteil und hat einen positiven Nebeneffekt.

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Durch Studien gesichert ist jedoch, dass kopfschmerzgeplagte Frauen, die mit der Pille verhüten und Raucherinnen sind, ein hohes Risiko für eine Thrombose oder einen Schlaganfall haben. Sie sollten entweder aufs Rauchen oder auf die hormonelle Verhütung wie die Pille verzichten. Die vernünftigere Entscheidung wäre der Rauchverzicht. Er wirkt sich in vielen Bereichen positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus – das Risiko für Krebs, Herzkrankheiten und Durchblutungsstörungen sinkt und auch die Haut profitiert vom Rauchverzicht.

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