08.04.2016

Fußschmerzen lindern Fersensporn – die richtige Therapie bei Fersenschmerzen

Fersensporn
Mo, 13.08.2018, 14.02 Uhr

Fersensporn

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Bei jedem Auftreten schmerzt die Ferse, als würde ein spitzer Nagel in den Fuß bohren. Ursache ist meist ein Fersensporn durch jahrelange Überlastung. Sehnen und Faszien in der Fußsohle entzünden sich und ein Kalksporn entsteht. Doch es gibt verschiedene Behandlungen, damit sich die Sehnen wieder erholen und der Fersenschmerz verschwindet.

Ein Fersensporn, medizinisch Kalkaneussporn (von Fersenbein, lat. Calcaneus), kommt nicht von heute auf morgen. Oft dauert es Jahre, bis sich die Kalkablagerungen am Fersenbein bilden. Dabei kann sich der dornförmige, knöcherne Auswuchs an zwei Stellen des Fersenbeins bilden.

1. Am unteren Ende, dort wo in der Fußsohle die Plantarsehne und die Plantarfaszie (Sehnenplatte an der unteren Seite des Fußes) am Fersenbein ansetzen. Diese Form des Fersensporns heißt unterer oder plantarer Fersensporn und ist sehr häufig.

2. Am oberen Ende, wo die Achillessehne angewachsen ist. Diese Form des Fersensporns heißt oberer oder dorsaler Fersensporn, auch Haglundferse und ist eher selten. Der dorsale Fersensporn betrifft meist Sportler und wird im Prinzip wie der plantare Fersensporn behandelt.

Fersensporn ist ein typisches Frauenproblem

Bis zu 20 Prozent der Deutschen sind betroffen, davon mehr Frauen als Männer. Dass Frauen stärker gefährdet sind, einen Fersensporn zu bekommen, liegt vermutlich daran, dass Knochen, Faszien und Sehnen bei Frauen etwas weniger belastungsfähig sind als bei Männern. Eine Rolle spielen könnten jedoch auch zu enge und hohe Schuhe. Denn ein wichtiger Risikofaktor für den Fersensporn ist die Fehlbelastung des Fußes, wie sie auch durch ungünstige Schuhe entsteht.

Zu den Ursachen für den Fersensporn gehört Überlastung, auch durch unkorrigierte Fehlstellungen der Füße, etwa einem Knick-Senkfuß. Weitere Risikofaktoren für Überlastung der Füße, Fersenschmerz und damit einem Fersensporn:

  • Übergewicht
  • langes Stehen
  • intensiver Sport ohne Aufwärmen und in untrainiertem Zustand

Stress ist ein Risikofaktor für Fersensporn

Was häufig übersehen wird: Eine unwillkürliche Haltung der Füße kann das Risiko für einen Fersensporn erhöhen. Achten Sie mal darauf, ob Sie etwa bei Stress nicht die Zehen einziehen. Besteht diese Haltung länger, verkürzt und verdickt sich die Plantarfaszie. Die Folgen: Der Sehnenansatz übt zu viel Zug auf das Fersenbein aus und auf Dauer bildet sich ein Fersensporn.

Warum Überlastung zu Fersenschmerz und Fersensporn führt

Solche Belastungen führen zu kleinsten Verletzungen der Plantarfaszie und der Knochenhaut. Minimale Entzündungen entstehen. Sie schmerzen vorerst nicht. Der Körper versucht, die Überlastung im Sehnenansatz aufzufangen und diesen Bereich zu stärken, indem er dort Kalk einlagert. Der Sehnenansatz verknöchert. Auch jetzt verursacht der Kalkaneussporn meist noch keine Beschwerden. Erst wenn er weiterwächst, übt er auf die Umgebung Druck aus. Es kommt zu Entzündungen in diesem Bereich (Plantarfasziitis) und Fersenschmerz wird ausgelöst.

Typische Symptome für Fersensporn

Jetzt treten die typischen Symptome des plantaren Fersensporns auf:

  • Stechende Schmerzen bei jedem Auftreten, vor allem morgens nach dem Aufstehen werden die ersten Schritte zur Qual (Fersenschmerz).
  • Der Fuß lässt sich nicht mehr schmerzfrei abrollen.
  • Wenn Sie unterhalb der Ferse auf die Fußsohle drücken, schießt der Schmerz sofort ein.
  • Ist die Entzündung fortgeschritten, schmerzt die Ferse auch ohne Belastung oder Druck.

Diagnose und Behandlung von Fersensporn

Mit Abtasten, Ultraschall und Röntgen diagnostiziert der Orthopäde einen Fersensporn. Verschiedene Therapien helfen gegen den Kalksporn:

  • Sorgen Sie für Entlastung. Vermeiden Sie am besten alles, was den Fersenschmerz verstärkt – also keine langen Gehstrecken, keine einengenden und harten Schuhe. Schonen Sie Ihre Ferse.
  • Spezielle Einlagen. Meist verschreibt der Arzt Einlagesohlen, die im Fersenbereich ein Loch haben. Das entlastet den Fersensporn und die Plantarfaszie. Bewährt haben sich auch gepolsterte Fersenkissen, die den Druck in diesem Bereich senken.
  • Taping. Mit dem Kinesio-Tape, einem medizinischen Klebeband, lässt sich der Zug auf das Fersenbein mindern und die Plantarfaszie entlasten.
  • Fußgymnastik. Mit einem faustgroßen, weichen Gymnastikball lässt sich die verspannte Plantarfaszie lockern und Verklebungen lösen. Beim Sitzen rollen Sie einfach mit dem Fuß den Ball auf dem Boden hin und her. Das massiert die gesamte Fußsohle sanft und ohne Druck.
  • Physikalische Therapien: Kälte- und Wärmebehandlungen sowie Ultraschall-Therapie können den Fersenschmerz mildern.
  • Salbenverband: Medizinische Salben mit Wirkstoffen, die Entzündungen lindern, haben sich ebenfalls bewährt. Am sinnvollsten: Ein Salbenverband über Nacht.
  • Medikamente: Schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe können nach Absprache mit dem Arzt kurzfristig eingenommen werden.
  • Injektionen: Der Arzt kann Medikamente direkt an den Kalksporn spritzen. Meist handelt es sich dabei um eine Kombination aus Entzündungshemmern (etwa Kortison) und lokalen Betäubungsmitteln. Der Effekt der Injektionstherapie bei Fersensporn ist meist recht gut.
  • Stoßwellentherapie: Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden energiereiche Schallwellen auf die Ferse gerichtet. Die Stoßwellen sollen Kalkablagerungen auflösen und Entzündungen lindern. Die Behandlung ist jedoch keine Kassenleistung, pro Sitzung müssen Sie mit rund 70 Euro rechnen.

Wichtigste Maßnahme bei einem Fersensporn ist die Entlastung. Die nach Maß angefertigten orthopädischen Einlagen sind dabei unverzichtbar. Sie sollten die Einlagen so oft wie möglich tragen. Dabei müssen sie zwar geduldig sein, doch meist heilt der Fersensporn dadurch nach mehreren Wochen problemlos wieder aus. Nur wenn ein Kalksporn immer wieder auftritt und der Fersenschmerz chronisch wird, ist eine Operation nötig. Dabei werden der knöcherne Dorn und ein kleiner Teil der Plantarsehne entfernt.

So schützen Sie sich vor Fersenschmerz und Fersensporn

Einem Fersensporn können Sie gezielt vorbeugen:

  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Tragen Sie möglichst keine Schuhe, die Sie einengen.
  • Das Gleiche gilt für Schuhe mit hohen Absätzen: Tragen Sie High Heels nur für kurze Zeit und niemals, wenn Sie vorhaben, länger zu gehen.
  • Vor allem, wenn Sie beruflich lange stehen müssen: Verwöhnen Sie am Abend Ihre Füße mit einer Fußmassage. Kneten Sie dabei vor allem die Fußsohlen sanft. Das lockert die Faszien.
  • Falls Sie dazu neigen, bei Stress Ihre Füße zu verkrampfen: Strecken Sie bewusst die Zehen immer wieder aus und lockern Sie damit die Fußsohle.
  • Wärmen Sie sich vor dem Sport immer ausreichend auf. Führen Sie Dehnübungen durch.
  • Überfordern Sie sich nicht beim Sport. Muten Sie Ihren Füßen nicht zu, untrainiert einen Halbmarathon zu laufen. Steigern Sie die Anforderungen langsam – nicht nur im Interesse Ihrer Füße, sondern des ganzen Körpers.

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