10.12.2019

Fußschmerzen lindern Die richtige Therapie bei einem Fersensporn

Fersensporn
Mo, 13.08.2018, 14.02 Uhr

Fersensporn

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Bei jedem Auftreten schmerzt die Ferse so, als würde sich ein spitzer Nagel in den Fuß bohren. Ursache ist meist ein Fersensporn, der sich durch jahrelange Überlastung gebildet hat: Sehnen und Faszien in der Fußsohle entzünden sich, ein Kalksporn entsteht. Doch es gibt verschiedene Behandlungen, damit sich die Sehnen wieder erholen und der Fersenschmerz verschwindet.

Der Fersensporn, medizinisch Kalkaneussporn (von Fersenbein, lat. Calcaneus), wird auch Hackensporn genannt und beschreibt einen knöchernen Auswuchs am Fersenknochen. Breitet er sich aus und entzündet das umliegende Gewebe, kann er starke Schmerzen verursachen. Der Fersensporn kommt nicht von heute auf morgen. Oft dauert es Jahre, bis sich die Kalkablagerungen am Fersenbein bilden. Dabei kann sich der dornförmige, knöcherne Auswuchs an zwei Stellen des Fersenbeins bilden:

  1. Unterer Fersensporn: Am unteren Ende, dort wo in der Fußsohle die Plantarsehne und die Plantarfaszie (Sehnenplatte an der unteren Seite des Fußes) am Fersenbein ansetzen. Diese Form des Fersensporns heißt unterer oder plantarer Fersensporn und tritt sehr häufig auf.
  2. Oberer Fersensporn: Am oberen Ende, wo die Achillessehne angewachsen ist. Diese Form des Fersensporns heißt oberer oder dorsaler Fersensporn, auch Haglundferse, und ist eher selten. Der dorsale Fersensporn betrifft meist Sportler und wird im Prinzip wie der plantare Fersensporn behandelt.

Fersensporn ist ein typisches Frauenproblem

Etwa zehn bis 20 Prozent der Deutschen sind betroffen, davon mehr Frauen als Männer. Dass Frauen stärker gefährdet sind, einen Fersensporn zu bekommen, liegt vermutlich daran, dass Knochen, Faszien und Sehnen bei Frauen etwas weniger belastungsfähig sind als bei Männern. Eine Rolle spielen könnten jedoch auch zu enge und hohe Schuhe. Denn ein wichtiger Risikofaktor für den Fersensporn ist die Fehlbelastung des Fußes, wie sie auch durch ungünstige Schuhe entsteht.

Zudem werden unsere Füße heute nicht mehr so gefordert, wie es einst war, da wir selten barfuß, sondern meist in Schuhen und auf glatten Untergründen laufen. Der Fuß muss sich weniger anpassen, was zu regelmäßigen Überspannungen führen kann. Zieht die Sehne zu stark am Knochen und löst die Knochenhaut etwas ab, wächst der Knochen folglich dort nach. Das umliegende Gewebe muss weichen und kann sich durch den zusätzlichen Druck schmerzhaft entzünden.

Zu den Ursachen für den Fersensporn gehört Überlastung, auch durch unkorrigierte Fehlstellungen der Füße, etwa einem Knick-Senkfuß. Weitere Risikofaktoren für Überlastung der Füße, Fersenschmerz und damit einen Fersensporn:

  • Übergewicht
  • langes Stehen
  • intensiver Sport ohne Aufwärmen und in untrainiertem Zustand
  • Stress

Was häufig übersehen wird: Eine unwillkürliche Haltung der Füße kann das Risiko für einen Fersensporn erhöhen. Achten Sie mal darauf, ob Sie etwa bei Stress nicht die Zehen einziehen. Besteht diese Haltung länger, verkürzt und verdickt sich die Plantarfaszie. Die Folgen: Der Sehnenansatz übt zu viel Zug auf das Fersenbein aus, auf Dauer bildet sich ein Fersensporn.

Warum Überlastung zu Fersenschmerz und Fersensporn führt

Solche Belastungen führen zu kleinsten Verletzungen der Plantarfaszie und der Knochenhaut. Minimale Entzündungen entstehen. Sie schmerzen vorerst nicht. Der Körper versucht, die Überlastung im Sehnenansatz aufzufangen und diesen Bereich zu stärken, indem er dort Kalk einlagert. Der Sehnenansatz verknöchert. Auch jetzt verursacht der Kalkaneussporn meist noch keine Beschwerden. Erst wenn er weiterwächst, übt er auf die Umgebung Druck aus. Es kommt zu Entzündungen in diesem Bereich (Plantarfasziitis), Fersenschmerz wird ausgelöst.

Typische Symptome für Fersensporn

Jetzt treten die typischen Symptome des plantaren Fersensporns auf:

  • Stechende Schmerzen bei jedem Auftreten, vor allem morgens nach dem Aufstehen werden die ersten Schritte zur Qual (Fersenschmerz).
  • Der Fuß lässt sich nicht mehr schmerzfrei abrollen, das Auftreten wird kaum möglich.
  • Wenn Sie unterhalb der Ferse auf die Fußsohle drücken, schießt der Schmerz sofort ein.
  • Ist die Entzündung fortgeschritten, schmerzt die Ferse auch ohne Belastung oder Druck.

Diagnose und Behandlung von Fersensporn

Mit Abtasten, Ultraschall und Röntgen diagnostiziert der Orthopäde einen Fersensporn, der sich oft schon erfühlen lässt. Verschiedene Therapien helfen gegen den Kalksporn. Hilfreich vor allem: Werden die umliegenden Muskeln und Faszien entspannt, kann sich der Zug auf die Sehne verringern. Das reizt die Schmerzrezeptoren dann nicht mehr so stark. Möglicherweise baut der Körper den Fersensporn dann selbst wieder nach einigen Wochen oder Monaten ab. Manchmal bleibt er aber bestehen. Sollte er weiter Schmerzen verursachen, kann er aber auch auf andere Art entfernt werden. Wichtig ist vor allem: Die Entzündung muss verschwinden, dann schmerzt auch der Fersensporn nicht mehr.

  • Sorgen Sie für Entlastung: Vermeiden Sie am besten alles, was den Fersenschmerz verstärkt – also keine langen Gehstrecken, keine einengenden und harten Schuhe. Schonen Sie Ihre Ferse.
  • Spezielle Einlagen: Meist verschreibt der Arzt Einlagesohlen, die im Fersenbereich ein Loch haben. Das entlastet den Fersensporn und die Plantarfaszie. Bewährt haben sich auch gepolsterte Fersenkissen, die den Druck in diesem Bereich senken.
  • Taping: Mit dem Kinesio-Tape, einem medizinischen Klebeband, lässt sich der Zug auf das Fersenbein mindern und die Plantarfaszie entlasten.
  • Fußgymnastik: Mit einem faustgroßen, weichen Gymnastikball lässt sich die verspannte Plantarfaszie lockern und Verklebungen lösen. Beim Sitzen rollen Sie einfach mit dem Fuß den Ball auf dem Boden hin und her. Das massiert die gesamte Fußsohle sanft und ohne Druck.
  • Physikalische Therapien: Kälte- und Wärmebehandlungen sowie Ultraschall-Therapie können den Fersenschmerz mildern.
  • Salbenverband: Medizinische Salben mit Wirkstoffen, die Entzündungen lindern, haben sich ebenfalls bewährt. Am sinnvollsten: ein Salbenverband über Nacht.
  • Medikamente: Schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe können nach Absprache mit dem Arzt kurzfristig eingenommen werden.
  • Injektionen: Der Arzt kann Medikamente direkt an den Kalksporn spritzen. Meist handelt es sich dabei um eine Kombination aus Entzündungshemmern (etwa Kortison) und lokalen Betäubungsmitteln. Der Effekt der Injektionstherapie bei Fersensporn ist meist recht gut.
  • Stoßwellentherapie: Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden energiereiche Schallwellen auf die Ferse gerichtet. Die Stoßwellen sollen die Schmerzrezeptoren reizen und ruhig stellen. Die Behandlung ist jedoch keine Kassenleistung, pro Sitzung müssen Sie mit rund 70 Euro rechnen. Zudem lindert sie lediglich die Schmerzen.
  • Bestrahlung: Mit geringer Strahlendosis wird der Fuß bestrahlt. Die Methode ist Studien zufolge sehr erfolgreich, bei der sogenannten Megavoltbestrahlung haben etwa bei einer Studie mit 300 Patienten nach einem halben Jahr 75 Prozent davon keine oder nur noch wenige Schmerzen gehabt. Dennoch sollte der Einsatz der Methode aufgrund der eben doch vorhandenen Strahlenbelastung gut überlegt werden.

Wichtigste Maßnahme bei einem Fersensporn ist die Entlastung. Die nach Maß angefertigten orthopädischen Einlagen sind dabei unverzichtbar. Sie sollten die Einlagen so oft wie möglich tragen. Dabei müssen sie zwar geduldig sein, doch meist heilt der Fersensporn dadurch nach mehreren Wochen problemlos wieder aus. Nur wenn ein Kalksporn immer wieder auftritt und der Fersenschmerz chronisch wird, ist eine Operation nötig. Dabei werden der knöcherne Dorn und ein kleiner Teil der Plantarsehne entfernt. Von Operationen raten Ärzte heute aber meist ab, denn bei vielen Patienten sind die Schmerzen auch nach Entfernen des Auswuchses nicht verschwunden. Und in etwa der Hälfte der Fälle bildete sich ein neuer Fersensporn.

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Übungen gegen die Beschwerden

Auch Sie selbst können aktiv werden und damit entweder Behandlungen unterstützen oder es erst einmal mit Übungen probieren, um den Fuß zu entlasten. Ziel ist es, Muskeln und Faszien zu entspannen. Das funktioniert mit verschiedenen Dehnübungen, die bei regelmäßiger Anwendung dafür sorgen können, dass das Gewebe um den Fersensporn nicht mehr so stark schmerzt.

Hilfreich sind Übungen von den Schmerz-Experten von Liebscher & Bracht. Sie raten dazu, die Übungen anfangs sechsmal die Woche durchzuführen und dem Fuß einen Tag Ruhe zu gönnen. Jede Übung sollten Sie zwei bis zweieinhalb Minuten lang ausführen. Wichtig dabei ist es, auf die persönliche Schmerzskala zu achten, die von 1-10 reicht. Dabei bedeutet 10: Der Schmerz ist so stark, dass der Atem nicht mehr frei fließen kann. Sie sollten immer darunter bleiben.

Liebscher & Bracht: Fersensporn-Übungen

So schützen Sie sich vor Fersenschmerz und Fersensporn

Einem Fersensporn können Sie gezielt vorbeugen:

  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Tragen Sie möglichst keine Schuhe, die Sie einengen.
  • Das Gleiche gilt für Schuhe mit hohen Absätzen: Tragen Sie High Heels nur für kurze Zeit und niemals, wenn Sie vorhaben, länger zu gehen.
  • Vor allem, wenn Sie beruflich lange stehen müssen: Verwöhnen Sie am Abend Ihre Füße mit einer Fußmassage. Kneten Sie dabei vor allem die Fußsohlen sanft. Das lockert die Faszien. Auch eine professionelle Fußreflexzonen-Massage kann die Füße entspannen und auch dem Rest des Körpers guttun. Bei vorhandenem Fersensporn sollten Sie die Masseurin oder den Masseur aber darauf hinweisen.
  • Falls Sie dazu neigen, bei Stress Ihre Füße zu verkrampfen: Strecken Sie bewusst die Zehen immer wieder aus und lockern Sie damit die Fußsohle.
  • Wärmen Sie sich vor dem Sport immer ausreichend auf. Führen Sie Dehnübungen durch.
  • Überfordern Sie sich nicht beim Sport. Muten Sie Ihren Füßen nicht zu, untrainiert einen Halbmarathon zu laufen. Steigern Sie die Anforderungen langsam – nicht nur im Interesse Ihrer Füße, sondern des ganzen Körpers.

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