09.04.2016

Unterleibsbeschwerden Myome: Was sind die Symptome und wann muss operiert werden?

Typische Anzeichen für ein Myom: Heftige Schmerzen bei der Menstruation und starke Blutung.

Foto: ©istock/ Yuri_Arcurs

Typische Anzeichen für ein Myom: Heftige Schmerzen bei der Menstruation und starke Blutung.

Myome sind zwar gutartig, können aber trotzdem zu starken Problemen führen. Welche Anzeichen auf den Gebärmuttertumor hinweisen und welche Therapien sinnvoll sind.

Warum die Muskelzellen der Gebärmutter plötzlich zu wuchern beginnen, ist bis heute noch nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass Östrogen das Wachstum eines Myoms unterstützt und dass die Anlage vererbt wird. Töchter von Müttern, die bereits ein Myom haben, weisen ein hohes Risiko für den Tumor auf. Myome kommen häufig vor, fast ein Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen. Myome können nur wenige Millimeter klein sein, aber auch bis auf mehr als zehn Zentimetern anwachsen.

Bei jeder zweiten betroffenen Frau verursacht das Myom Probleme

Häufig löst ein Myom gar keine Beschwerden aus und der Gynäkologe entdeckt es zufällig bei einer Kontrolluntersuchung. 50 Prozent der Frauen haben jedoch Probleme durch die Gebärmutterwucherung. Dann ist das Myom besonders groß oder wächst an einer Stelle der Gebärmutter, wo es deren Funktion behindert oder auf andere Organe drückt. Manchmal bilden sich auch mehrere Myome und vergrößern damit die Gebärmutter (Uterus myomatosus).

Diese Symptome weisen auf ein Myom hin

Typische Symptome eines Myoms sind:

  • starke Regelblutungen
  • längere Regelblutungen
  • Zwischenblutungen
  • Heftige, beinahe wehenartige Schmerzen bei der Menstruation
  • Schmerzen beim Sex
  • Blasenprobleme wie häufiger Harndrang und ein unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen
  • wachsender Unterbauch
  • Verstopfung
  • Bauch- und Rückenschmerzen

Myom kann schuld sein, wenn kein Baby kommt

Myome sind zwar gutartig, können jedoch eine Reihe von unangenehmer Folgen nach sich ziehen, beispielsweise Blutarmut durch die ausgeprägten Regelblutungen. Daneben kann ein Myom auch diese Probleme verursachen:

  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Komplikationen in der Schwangerschaft
  • erhöhte Fehl- und Frühgeburtsrate

Vor allem die oft massiven Blutungsstörungen und Zwischenblutungen sind der Grund, warum Frauen zum Gynäkologen gehen. Aber auch jedes andere der typischen Anzeichen sollten Sie ärztlich abklären lassen. Mit einer Ultraschalluntersuchung (Vaginalsonografie) erkennt der Arzt rasch, ob ein Myom vorhanden ist, wie groß es ist, wo es wächst und ob es sich vielleicht um mehrere Wucherungen handelt.

Endometriose und Gebärmutterkrebs ausschließen

Wächst das Myom innerhalb der Gebärmutter, eignet sich zur genaueren Untersuchung zusätzlich eine Spiegelung der Gebärmutterhöhle. Außerdem gibt die Spiegelung Aufschluss darüber, ob es sich wirklich um ein Myom handelt oder gar um Gebärmutterkrebs oder eine spezielle Form der Endometriose (Adenomyose). Dabei wächst Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand der Gebärmutter. Bei Endometriose handelt es sich um Gebärmutterschleimhaut-Gewebe, das nicht innerhalb der Gebärmutter wächst, sondern meist naheliegende Organe erfasst. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Endometriose und Myom unterschiedlich behandelt werden müssen.

Die Behandlung bei einem Myom

Je nach Ausprägung der Beschwerden, dem Alter der Frau sowie Größe und Lage des Myoms wird der Arzt gemeinsam mit der Patientin die Therapie planen. Dabei stehen mehrere Behandlungen zur Auswahl:

Medikamente

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, etwa mit Hormonen, die den Zyklus steuern. Weil Myome auch hormonabhängig sind, können sie auf diese Weise zum Schrumpfen gebracht werden.

Für Frauen, die mit der Pille verhüten, besteht auch die Möglichkeit, die Pille durchgängig zu nehmen und damit das Myom abzubremsen. Werden die Hormonmedikamente jedoch nicht mehr geschluckt, kann das Myom wieder wachsen.

Daneben gibt es noch eine spezielle Myom-Tablette. Sie enthält den Wirkstoff Ulipristalacetat. Die Substanz hemmt gezielt und nur lokal die Aktivität der Hormone, die in den Zellen des Myoms das Wachstum vorantreiben. Die Wirkung: Das Myom schrumpft, ohne dass der Hormonhaushalt außerhalb des Myoms beeinflusst wird.

Fokussierter Ultraschall

Fokussierte Ultraschallwellen lassen das Myom absterben.

Myomembolisation

Mit dieser Methode kann der Arzt die Blutzufuhr zum Myom stoppen und den Gebärmuttertumor auf diese Weise „aushungern“, also zum Schrumpfen oder sogar Absterben bringen. Bei der Myomembolisation setzt der Arzt einen kleinen Schnitt in der Leiste der Frau. Über diese Öffnung führt er einen winzigen Schlauch zu dem Ast der Gebärmutterarterie, der das Myom mit Blut versorgt. Kleinste, biologisch verträgliche Plastik- oder Gelatine-Partikelchen werden nun über den Schlauch in diesen Versorgungsast gespritzt, bis er verstopft ist.

Endoskopische Myomenukleation (Ausschälung des Myoms über ein Endoskop)

Je nach Sitz des Myoms kann der Chirurg im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung oder einer Bauchspiegelung das Myom aus der Muskelschicht des Uterus herausschälen. Die Techniken sind inzwischen so verfeinert, dass es gelingt, Myome mit einem Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern über einen winzigen Schnitt zu entfernen.

Hysterektomie (Gebärmutterentfernung)

Nur wenn mehrere, rasch wachsende Myome die Gebärmutter vergrößern (Uterus myomatosus), Medikamente nicht ausreichen und die Familienplanung abgeschlossen ist, wird die gesamte Gebärmutter entfernt. Dieser Eingriff wegen Myomen wird heute nur noch selten durchgeführt, weil die anderen Behandlungsmethoden meist sehr erfolgreich sind. Bei der Hysterektomie bleiben die Eierstöcke vorhanden. Doch die Regel bleibt aus und Sie können kein Kind mehr bekommen. Die hormonellen Veränderungen durch die Entfernung der Gebärmutter sind meist wenig belastend und können notfalls mit Medikamenten ausgeglichen werden.

Myom und die Wechseljahre

Eine Ausnahme gibt es übrigens für Frauen, bei denen sich bereits die Wechseljahre ankündigen. Häufig ist bei ihnen eine Behandlung des Myoms gar nicht mehr nötig. Denn wenn im Rahmen des Klimakteriums der Hormonspiegel langsam sinkt, beginnt das Myom von selbst zu schrumpfen. Regelmäßige Kontrolle durch den Gynäkologen ist trotzdem nötig.

Endometriose – 13 Symptome, die jede Frau kennen sollte

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