04.04.2016

Kopfschmerzen, Übelkeit Migräne – was hilft?

Foto: ©istock/CentralITAlliance

Rasende Kopfschmerzen und Übelkeit sind typisch für Migräne. Warum Frauen besonders häufig Migräne haben und welche Therapie sinnvoll ist.

Das Vorurteil hält sich hartnäckig: Frauen haben oft Migräne und benutzen sie gerne als Ausrede, um krank zu spielen. Tatsache ist jedoch, dass Migräne nachweislich vor allem Frauen betrifft. Bis zu 14 Prozent von ihnen haben Migräne – besonders im Alter zwischen 35 und 45 Jahren.

Die genauen Ursachen von Migräne sind immer noch nicht bekannt. Nervenzellen, Botenstoffe und eine Dehnung der Blutgefäße im Gehirn sind bei der Entstehung von Migräne beteiligt. Auch die weiblichen Geschlechtshormone spielen eine Rolle. Deshalb bekommen Frauen diese massiven Kopfschmerzen fast doppelt so häufig wie Männer.

>> Migräne: Dreimal so häufig bei Frauen

Migräne oder Kopfschmerzen – was sind die Unterschiede?

Bei Migräne handelt es sich nicht einfach nur um Kopfschmerzen. Kopfschmerzen, vor allem Spannungskopfschmerzen, sind zwar unangenehm, jedoch nicht so massiv, dass sie den Betroffenen völlig lahmlegen. Genau das ist bei Migräne jedoch der Fall. Die Anzeichen von Migräne sind:

  • Starke Kopfschmerzen, die einseitig auftreten
  • Pulsierende Kopfschmerzen, die bei Belastung (etwa beim Treppensteigen) stärker werden
  • Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Übelkeit, manchmal auch Erbrechen

Oft halten die Beschwerden nur ein paar Stunden an, manchmal können sie sich über Tage ausdehnen. Und: Ist Migräne erst mal aufgetreten, kommt sie bei den meisten immer wieder – meist im Abstand von Jahren oder Monaten, manchmal jedoch auch innerhalb weniger Wochen.

Migräne mit Aura

Manchmal kündigt sich ein Migräneanfall mit neurologischen Symptomen an. Die häufigsten sind Sehstörungen. Im Zusammenhang mit Migräne werden sie als "Aura" bezeichnet. Es kommt zu Gesichtsfeldausfällen oder Teile der Umgebung erscheinen verzerrt, etwa wie durch zersplittertes Glas (sogenannter Splitterblick).

Etwa jeder fünfte Migränepatient erlebt dieses Phänomen. Es tritt meist kurz vor dem Beginn der Kopfschmerzattacke ein und dauert etwa bis zu einer Stunde. Dann klingt die Aura langsam wieder ab - und die eigentliche Migräne mit heftigen Kopfschmerzen und Übelkeit beginnt. Die Aura ist der Vorbote eines Migräneanfalls.

Seltenere neurologische Symptome bei Migräne sind vorübergehende Sprach- oder Empfindungsstörungen, zum Beispiel Kribbeln in den Händen.

Migräne – die Diagnose

Starke Kopfschmerzen und Migräne sollten Sie immer vom Arzt abklären lassen. Er kann durch die Beschreibung der Symptome und weitere Untersuchungen feststellen, ob Migräne vorliegt. Dazu gehören etwa:

  • Neurologische Untersuchung und falls nötig
  • Elektroenzephalogramm (EEG), eine Ultraschall-Untersuchung (Doppler-Sonografie)

Damit kann der Arzt ausschließen, ob womöglich andere Krankheiten die starken Kopfschmerzen und neurologischen Symptome auslösen.

Migräne-Behandlung – müssen es immer Tabletten sein?

Wichtig bei einem Migräneanfall: Ruhe und Dunkelheit. Also Vorhänge zu, Lärmquellen so gut wie möglich ausschalten und hinlegen. Und auch wenn Sie sonst Tabletten gegenüber eher kritisch sind: Zur Behandlung von Migräne sind Medikamente sinnvoll. Sie verkürzen die Dauer der Migräne und lindern die Begleiterscheinungen. Bei leichter Migräne sind das die gängigen frei verkäuflichen Schmerzmittel, etwa

  • Acetylsalicylsäure (ASS),
  • Paracetamol,
  • Ibuprofen oder
  • Naproxen.

Doch beachten Sie bitte: Schmerzmittel sollten nicht öfter als zehnmal pro Monat eingenommen werden, sonst können sie selbst wiederum Kopfschmerzen auslösen.

Gegen Übelkeit und Erbrechen kann der Arzt zusätzlich Wirkstoffe wie Metoclopramid oder Domperidon verschreiben.

Zur Behandlung schwerer Migräneanfälle sind Triptane die Mittel der Wahl. Die Medikamente wirken ähnlich wie bestimmte Gehirnbotenstoffe (Serotonin) und normalisieren erweiterte Blutgefäße im Gehirn. Die verschreibungspflichtigen Medikamente gibt es nicht nur als Tabletten, sondern auch als Spritze, Nasenspray und Zäpfchen – das ist wichtig, wenn die Migräne mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht.

Auch wenn Medikamente gut wirken: Wichtig ist, Migräneanfälle in Zukunft deutlich zu reduzieren und Beschwerden vorzubeugen. Dazu gibt es eine Reihe von Medikamenten, die der Arzt verschreiben kann. Aber auch Mineralstoffe wie etwa Magnesium können Migräne verhindern.

Migräne und Pille

Frauen mit Migräne stellt sich zusätzlich die Frage, ob die Pille mit den starken Kopfschmerzen in Verbindung steht. Erhöht hormonelle Verhütung das Risiko für Migräne? Tatsächlich können hormonelle Schwankungen bei manchen Frauen eine Migräne auslösen. Auffällig häufig tritt Migräne während der Periode auf oder in der Pillenpause, die regelmäßig nach 21-tägiger Einnahme bestimmter Produkte empfohlen wird.

Falls Sie diesen Zusammenhang vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen darüber. Führen Sie einen Migräne- und Menstruationskalender. Besteht ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Migräne, ist es sinnvoll, auf eine andere Pille auszuweichen oder ein Produkt, das durchgängig, also ohne Pillenpause eingenommen wird.

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