Aktualisiert: 15.03.2021 - 14:55

Nur Impfung schützt Masern: Gefährliche Kinderkrankheit – auch für Erwachsene

Die ersten Anzeichen von Masern sind wie bei einer Erkältung: Schnupfen, Halsweh und Fieber. Erst danach treten die roten Pusteln auf.

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Die ersten Anzeichen von Masern sind wie bei einer Erkältung: Schnupfen, Halsweh und Fieber. Erst danach treten die roten Pusteln auf.

Masern sind extrem ansteckend. Zwar gibt es die Masern-Mumps-Röteln-Impfung, doch manche Eltern lassen ihre Kinder nicht impfen. So erkranken wieder mehr Kinder und Erwachsene an Masern. Trotz Impfpflicht für Schulkinder tritt die gefährliche Krankheit weiterhin auf und gefährdet Menschenleben.

Kaum eine andere Krankheit ist so ansteckend wie Masern. Die Viren werden über Tröpfcheninfektion übertragen und können dabei einige Meter Abstand überwinden. Das Ansteckungsrisiko beträgt nachweislich 100 Prozent. Wer nicht geimpft ist oder noch keine Masern hatte und sich in einem Raum mit einem Menschen aufhält, der mit dem Masern-Virus infiziert ist, kann davon ausgehen, dass er gut eine Woche später daran erkrankt. Besonders tückisch: Masern sind bereits einige Tage vor Auftreten des typischen Ausschlags ansteckend. Die vermeintliche Kinderkrankheit kann auch Erwachsene treffen und verläuft in dieser Altersgruppe besonders dramatisch. Aber auch Babys, die noch nicht geimpft werden können, sind stark gefährdet.

Warum sind Masern eigentlich so gefährlich?
Warum sind Masern eigentlich so gefährlich?

Im Anfangsstadium denkt keiner an Masern

Die Infektionskrankheit unterteilt sich in zwei Phasen. Die Anzeichen im Anfangsstadium der Masern:

  • Grippeähnliche Symptome mit Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Bindehautentzündung
  • Weiße Beläge mit rotem Rand auf der Wangenschleimhaut (Koplik-Flecken)

Das Anfangsstadium dauert bis zu fünf Tage. Dabei steigt das Fieber erst und sinkt dann wieder.

Masern – die typischen Anzeichen

Danach beginnt die zweite Phase, das Hauptstadium der Masern. Erst jetzt zeigt sich der Ausschlag, der für Masern typisch ist: kleine, rosa-bräunliche Flecken, die sich zuerst hinter den Ohren bilden. Von dort aus breiten sie sich über den gesamten Körper aus, werden größer und können teilweise sogar verschmelzen. Nur Hand- und Fußsohlen bleiben frei. Außerdem kann das Fieber nochmal stark ansteigen.

Eine gezielte Masern-Therapie gibt es nicht

Meist gehen Eltern mit ihrem kranken Kind oder erkrankte Erwachsene erst dann zum Arzt, wenn die ersten Flecken auftreten. Bei den Symptomen im Anfangsstadium denken viele, es handele sich nur um eine Erkältung. Der Arzt sieht meist bereits am Ausschlag, dass es Masern sind. Eine Blutuntersuchung zeigt außerdem, ob es sich nicht womöglich um Scharlach oder Röteln handelt, die ähnliche Hauterscheinungen auslösen.

Die Behandlung von Masern ist schwierig. Gegen die Viren gibt es keine speziellen Medikamente. Der Körper muss die Krankheitserreger ohne Hilfe besiegen. Bettruhe und Schonung sind angebracht. Nach Absprache mit dem Arzt sind fiebersenkende Mittel sinnvoll sowie Medikamente, die das Abhusten erleichtern. Bei Fieber ist es wichtig, viel zu trinken. Ein abgedunkelter Raum sorgt dafür, dass die lichtempfindlichen Augen nicht gereizt werden.

Ausschlag, Husten und Fieber dauern eine knappe Woche, dann klingen die Masern meist langsam ab. Erst vier Tage, nachdem der letzte Fleck abgeheilt ist, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Gefährliche Komplikationen während und nach den Masern

Allerdings verlaufen Masern nicht immer problemlos. Die Erkrankung kann die Gesundheit nachhaltig schädigen. Vor allem bei unter Fünfjährigen und Erwachsenen über 20 Jahren können schwerwiegende Folgeerkrankungen entstehen. Jeder Fünfte bekommt eine gefährliche bakterielle Infektion. Das sind vor allem:

Die gefährlichste Komplikation ist die Gehirnentzündung. Sie tritt etwa eine Woche, nachdem sich die ersten Hautflecken gebildet haben, auf, und zwar bei einem von 1000 Patienten. Die Anzeichen der Gehirnentzündung durch Masern sind:

  • Hohes Fieber
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • starke Kopfschmerzen

Noch Jahre nach den Masern: Tödliche Gehirnentzündung

Außerdem gibt es eine tödliche Folgeerkrankung von Masern: Bis zu acht Jahre nach der Infektion kann eine spezielle Form der Gehirnentzündung entstehen, die SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis). Sieben von 100.000, die zuvor an Masern erkrankt waren, sind betroffen. Die Gehirnentzündung kann nicht behandelt werden. Vor allem Kinder, die als Baby Masern hatten, sind gefährdet. In dieser Altersgruppe ist das Risiko sogar noch höher und liegt bei einem von 5.000 Kindern.

Weil Masern so gefährlich sind und dabei hochansteckend, sind sie übrigens meldepflichtig. Jeder Verdacht und jeder Fall von Masern muss dem zuständigen Gesundheitsamt mitgeteilt werden.

All diese Folgekrankheiten könnten verhindert werden, wenn es erst gar nicht zu einer Masernerkrankung kommt. Sicheren Schutz bietet nur die Masernimpfung.

So wichtig ist die Masern-Impfung

Wer einmal Masern gehabt hat, bleibt sein Leben lang immun. Das heißt aber nicht, dass damit keine Risiken mehr verbunden sind. Masern schwächen das Immunsystem über Jahre. Auch davor gilt es zu schützen.

Jahrgänge ab den 80ern wurden meist als Baby gegen die Masern geimpft. Die Masernimpfung ist Teil einer Kombinationsimpfung. Die erste Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung (MMR-Impfung) wird empfohlen, wenn das Baby etwa ein Jahr alt ist. Nach einem Jahr ist die zweite Impfung nötig. Erst dann besteht vollständiger Schutz.

Allerdings gibt es noch immer große Impflücken vor allem bei dieser zweiten Impfung. Viele Eltern ließen zuletzt ihr Kind gar nicht erst impfen – in den vergangenen Jahren gab es immer weniger Impfungen gegen Masern. Das liegt zwar auch an einer vermehrt impfkritischen Haltung, aber auch schlicht am Vergessen oder an nicht genügend Informationen. Deshalb gibt es seit 2020 eine Masern-Impfpflicht für Schulkinder sowie Mitarbeiter in Schulen und Betreuungseinrichtungen sowie im medizinischen Bereich.

Warum manche Eltern so zurückhaltend sind? Gerade die MMR-Impfung ist einst in Verruf geraten – wegen einer einzigen, dazu noch falschen, mittlerweile zurückgezogenen Studie, die die Impfung mit Autismus in Verbindung gebracht hatte. Mittlerweile konnten mehrere Großstudien beweisen: Die MMR-Impfung löst KEINEN Autismus aus.

Zahlen steigen europaweit rapide an – Impfschutz wichtiger denn je

Bis 2020 gab es übrigens jährlich noch immer mehrere Hundert Masernfälle in Deutschland. Davon sind vor allem Kleinstkinder und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren betroffen. Europaweit sind die Zahlen weit höher.

Im Jahr 2020 sind die Masernfälle dann in Deutschland drastisch zurückgegangen. Nur 76 Fälle wurden registriert. Im Jahr 2021 gab es bis 26. Februar erst einen Fall. Das kann zu einem gewissen Teil möglicherweise bereits auf die Impfpflicht zurückgeführt werden, liegt aber sicherlich vor allem an den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Denn Masken, Abstand, Hygiene und Lüften helfen auch gegen Tröpfchen mit dem Masernvirus.

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Masernimpfung – welche Nebenwirkungen gibt es?

Mit Impfschutz hätten Masern übrigens gar keine Chance mehr. Impfen ist deshalb auch für Erwachsene wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber. Die Impfung wird in jedem Alter gut vertragen. Nebenwirkungen, die manchmal auftreten, sind harmlos. So reagieren etwa fünf Prozent der Geimpften mit leichten, nicht ansteckenden "Impfmasern", da mit einem sogenannten Lebendimpfstoff geimpft wird – das bedeutet etwas Fieber und geringfügiger Hautausschlag. Beides klingt rasch wieder ab und zeigt nur, dass die Abwehrkräfte reagiert haben und sich ein sicherer Schutz aufgebaut hat.

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