09.04.2016

Schlimm für Kinder Neurodermitis – das hilft gegen den Juckreiz

Neurodermitis bei Babys: Baumwollhandschuhe verhindern, dass sich der Kleine nachts kratzt.

Foto: ©istock/bukharova

Neurodermitis bei Babys: Baumwollhandschuhe verhindern, dass sich der Kleine nachts kratzt.

Das Quälendste an Neurodermitis ist der Juckreiz. Sogar Erwachsene können ihm oft nicht widerstehen. Besonders schlimm ist er für Kinder und Babys.

Neurodermitis ist eine Hautkrankheit, die verschiedene Auslöser haben kann:

  • Allergien (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Lebensmittel)

  • genetisch bedingte trockene Haut mit schlechter Hautschutzbarriere

  • psychische Belastungen

  • Klima (Hitze, Kälte)

  • mechanische Reize (Stoffe, die auf der Haut reiben)

Neben den Ekzemen, den Bläschen und Entzündungen ist Juckreiz das wichtigste Symptom. Ursache für den Juckreiz (medizinisch Pruritus) bei einem atopischen Ekzem oder atopischer Dermatitis sind innere oder äußere Reize, die auf die Haut wirken. Im Zuge einer Allergie bildet sich durch die überschießende Immunreaktion des Körpers etwa eine hohe Menge des Botenstoffs Histamin. Diese Gewebesubstanz löst Juckreiz aus.

Liegt der Neurodermitis keine Allergie zu Grunde, führen meist bestimmte Enzyme oder der Mangel an ihnen zu Juckreiz. Dieses Ungleichgewicht ist dafür verantwortlich, wenn der Barriereschutz der Haut nicht richtig funktioniert. Mechanische Reize sowie Frieren oder Schwitzen können dann Juckreiz auslösen.

Kratzen macht Neurodermitis nur schlimmer

Kratzen lindert den Juckreiz zwar kurzfristig. Doch das Kratzen reizt die Haut weiter. Zusätzlich gibt es dabei winzigste Hautverletzungen, durch die Keime eindringen können. Entzündungen bilden sich und es juckt noch mehr. Der Teufelskreis aus Jucken, Kratzen, Jucken entsteht.

Diese Tipps lindern den Juckreiz

Man sollte daher standhaft bleiben und dem Juckreiz widerstehen. Besonders für Kinder ist das schwer, für Babys unmöglich. Bestimmte Salben und Medikamente lindern den Juckreiz. Viele Eltern würden ihn gern zeitweise ohne Arzneimittel in den Griff bekommen. Folgende Tipps helfen:

  • Legen Sie kurz einen Eiswürfel auf die juckende Stelle. Die Kälte betäubt die Nerven ein bisschen.

  • Eine Kompresse mit schwarzem Tee tut gut. Übergießen Sie dazu einen Beutel Bio-Schwarztee mit kochendem Wasser und lassen Sie ihn abkühlen. Legen Sie ihn dann auf die juckende Stelle.

  • Zinksalbe ist nicht nur sinnvoll bei Hautentzündungen, sondern reduziert auch Juckreiz.

  • Wenn es gar nicht mehr anders geht: Kneten oder klopfen Sie die juckende Haut. Das reizt sie weniger als kratzen.

  • Wenn Ihr Kind stark vom Juckreiz gequält wird: Versuchen Sie es abzulenken, etwa mit Singen oder Vorlesen.

  • Schneiden Sie die Fingernägel möglichst kurz. Feilen Sie jeden Nagel so, dass keine scharfen Kanten entstehen, die beim Kratzen die Haut verletzen könnten.

  • Ziehen Sie Ihrem Kind zum Schlafen Baumwollhandschuhe an, um starkes Kratzen zu verhindern.

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