04.12.2018

Wenn der Kopf dröhnt Spannungskopfschmerzen: Was tun?

Auch wenn Spannungskopfschmerzen eigentlich harmlos sind: Wenn sie regelmäßig auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Foto: ©iStock/Wavebreakmedia

Auch wenn Spannungskopfschmerzen eigentlich harmlos sind: Wenn sie regelmäßig auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Bei Kopfweh handelt es sich meist um Spannungskopfschmerzen, die in der Regel harmlos sind. Welche Medikamente sind sinnvoll, und wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Der Kopf dröhnt, hinter der Stirn oder im Hinterkopf quält ein dumpfer Schmerz. Diese Beschwerden können Stunden, aber auch Tage anhalten. Das sind typische Anzeichen für sogenannte Spannungskopfschmerzen, die häufigste Form von Kopfschmerzen. Bis zu 70 Prozent aller Deutschen sind zeitweise betroffen, am häufigsten Frauen. Im Gegensatz zu Migräne treten Spannungskopfschmerzen symmetrisch auf, Migräne dagegen oft nur auf einer Seite des Kopfes.

Die Ursachen für Spannungskopfschmerzen:

  • Seelisch: Stress, Angst und andere psychische Belastungen.

  • Körperlich: Verspannte Muskeln im Bereich von Nacken und Kopf. Dabei spielt etwa eine verkrampfte Kopfhaltung vor dem Computer eine Rolle, aber auch Zähneknirschen in der Nacht.

Manchmal gibt es auch eine fatale Kombination aus beidem: Bei Stress und Angst ziehen wir unwillkürlich den Kopf etwas zwischen die Schultern. Die Folge: Die Nackenmuskeln verkürzen sich und werden hart, die Halswirbelsäule mit ihren Gefäßen und Nerven leidet – Spannungskopfschmerzen entstehen.

Auch übermäßiges Rauchen oder der Genuss von zu viel Alkohol können zu Kopfschmerzen führen, oft kombiniert mit zu wenig Schlaf. Zudem kann eine unerkannte Augenfehlstellung oder ein Überanspruchen der Augen zu Schmerzen im Kopf führen.

So äußert sich der Spannungskopfschmerz

  • Der Schmerz ist drückend bis ziehend, aber nicht pulsierend.
  • Der Schmerz ist maximal so stark, dass er alltägliche Verrichtungen allenfalls behindert, aber sie nicht unmöglich macht.
  • Der Schmerz verstärkt sich nicht bei körperlichen Aktivitäten.
  • Der Schmerz macht sich auf beiden Seiten des Kopfes bemerkbar.
  • Es treten weder Übelkeit noch Erbrechen noch Lärm- oder Lichtempfindlichkeit auf.

Spannungskopfschmerzen sind in der Regel harmlos. Wenn der Schmerz an mindestens 15 Tagen pro Monat auftritt, spricht man von chronischem Spannungskopfschmerz.

Spannungskopfschmerzen – die richtige Behandlung

Im Prinzip will der Körper mit Spannungskopfschmerzen signalisieren: Bitte eine Pause einlegen und entspannen. Also nehmen Sie sich eine kleine Auszeit, gönnen sich etwas Ruhe und schließen die Augen. Oft verschwinden die Kopfschmerzen dann wieder.

Auch Entspannungsübungen, diverse Hausmittel und vor allem leichte Bewegung helfen. So gibt es auch spezielle Yoga-Übungen, die die Nackenmuskulatur wieder weich machen und körperlich indizierte Spannungskopfschmerzen verschwinden lassen können. Leichte Kopfschmerzen lassen sich gut natürlich behandeln. Eine entspannende Massage kann ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Muskulatur wieder lockert. Außerdem nimmt sie in Verbindung mit Achtsamkeit ein wenig Stress "von den Schultern".

Achten Sie zudem darauf, regelmäßig zu essen und genügend Wasser zu trinken. Denn auch eine unausgewogene Ernährung kann Kopfschmerzen begünstigen.

Wer einmal etwas Neues ausprobieren möchte, kann sich auch mit der medizinischen Hypnose gegen Schmerzen befassen oder es mit Kinesiotape versuchen.

Sind die Beschwerden hartnäckiger, eignen sich auch noch Schmerzmittel wie:

  • Acetylsalicylsäure

  • Ibuprofen

  • Naproxen

  • Paracetamol

Dabei sollten Sie aber aufpassen, dass Sie nicht allzu regelmäßig zu den Medikamenten greifen. Und jeder reagiert auf jedes Schmerzmittel anders. Ein Schmerzmittel-Vergleich kann helfen. So kann Paracetamol auch ungewollte Nebenwirkungen mit sich bringen

Sport gegen Spannungskopfschmerzen

Bewegung und vor allem Lockerung der Muskeln kann Spannungskopfschmerzen auf Dauer bekämpfen. Einseitige körperliche Belastungen können Sie durch regelmäßigen, leichten Ausdauersport ausgleichen. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind besonders gut geeignet, um Spannungskopfschmerzen entgegenzuwirken. Empfehlenswert ist, mindestens dreimal in der Woche Sport zu treiben.

Wer viel am Computerbildschirm arbeitet, kann Verspannungen mit kleinen Dehnübungen für die Nackenmuskulatur entgegenwirken.
Aber auch gezielte Entspannung und Methoden zur Stressbewältigung, wie zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, können dazu beitragen, Spannungskopfschmerzen vorzubeugen.

Wann Sie bei Kopfschmerzen zum Arzt gehen sollten

Die frei verkäuflichen Schmerzmittel sind in der Regel nur für eine kurzfristige Behandlung vorgesehen. Verschwinden die Kopfschmerzen weder damit noch durch Entspannung und Bewegung, sollten Sie das von einem Arzt abklären lassen. Das gilt auch für folgende Anzeichen bei Kopfschmerzen:

  • Sie treten nicht gelegentlich, sondern regelmäßig auf.

  • Sie äußern sich anders als früher. Ärzte bezeichnen das als Änderung des Kopfschmerz-Musters oder Pattern Change.

  • Außerdem sollte jeder, der mehr als achtmal pro Monat Schmerzmittel wegen Kopfweh einnimmt, mit einem Arzt darüber sprechen.

Alarmzeichen bei Kopfschmerzen, die zeitnah vom Arzt abgeklärt werden sollten, sind dagegen:

  • Die Kopfschmerzen sind stark, zusätzlich treten andere Krankheitsanzeichen wie etwa Fieber auf.

  • Sie setzen plötzlich und heftig ein, werden womöglich begleitet von neurologischen Störungen wie Schwindel, Lähmungserscheinungen oder Sprechproblemen.

Sollten Sie statt Spannungskopfschmerzen Migräne bei sich feststellen, meist einseitige Kopfschmerzen, manchmal mit einer sogenannten Aura verbunden, ist auch hier ein Arztbesuch sinnvoll, um sich Tipps gegen Migräne geben zu lassen.

Ganz plötzlich einsetzende, starke Kopfschmerzen können aber auch Clusterkopfschmerzen sein, bei denen Schmerzmittel wenig helfen. Auch hier berät der Arzt.

Kopfschmerzen – Anzeichen von Hirntumor?

Mit Untersuchungen wie etwa der Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes und einem Ultraschall der Gefäße, die das Gehirn versorgen, wird der Arzt die Ursache für die Kopfschmerzen feststellen. Meist kann er damit die Angst vieler Patienten, einen Tumor oder eine andere ernsthafte Gehirnerkrankung zu haben, zerstreuen. Nur acht Prozent aller Kopfschmerzerkrankungen sind auf Grunderkrankungen und davon wiederum nur ein kleiner Teil auf einen Tumor zurückzuführen.

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