03.06.2020 - 11:05

Gefährliches Anzeichen? Häufiges Nasenbluten – Ursache nicht immer harmlos

Das hilft bei Nasenbluten

Das hilft bei Nasenbluten

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Meistens hört Nasenbluten rasch wieder von selbst auf. Wenn Sie jedoch häufig Nasenbluten haben, kann das ein Anzeichen ernsthafter Erkrankungen sein.

Nasenbluten sieht oft schlimmer aus, als es ist. Das Taschentuch färbt sich mit frischem Blut rot – viele erschrecken dann. Allerdings handelt es sich meist nur um wenige Milliliter. Der Blutverlust ist also äußerst gering und das Nasenbluten nicht gefährlich. Dagegen kann häufiges Nasenbluten aber auch ein Hinweis auf ernsthaftere Erkrankungen sein. Hier erklären wir, worauf Sie achten sollten.

Häufiges Nasenbluten besser untersuchen lassen

Nasenbluten, medizinisch Epistaxis, tritt auf, wenn die feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut verletzt werden. Im vorderen Abschnitt, zur Nasenspitze hin, ist die Nasenschleimhaut mit vielen kleinen Äderchen besonders gut durchblutet, und das Risiko, dass ein Gefäß platzt oder reißt, ist entsprechend groß. Das kann mal passieren, etwa durch folgende Ursachen:

  • zu kräftiges Schnäuzen
  • Nasebohren
  • trockene Luft – etwa durch Heizung im Winter und Klimaanlage im Sommer, dabei trocknet die Nasenschleimhaut aus
  • staubige Luft – wenn Sie etwa draußen sind und es ist im Sommer besonders trocken und staubig, oder Sie räumen den staubigen Dachboden auf
  • Schnupfen und Heuschnupfen – bewirken ebenfalls eine Austrocknung der Schleimhaut, sie neigt dann zu winzigen Einrissen
  • bei einer Nasenspray-Sucht, wenn die Schleimhäute chronisch trocken sind
  • Stress
  • blutverdünnende Medikamente – sprechen Sie hier am besten mit Ihren Ärzten, um eine Lösung zu finden
  • Vitamin-K-Mangel – lässt sich beispielsweise durch den Genuss von Grünkohl oder Spinat ausgleichen

Auch Schwangere können etwas häufiger an Nasenbluten leiden, da ihre Schleimhäute besser durchblutet werden. Bei Kindern kommt Nasenbluten übrigens häufiger vor als bei Erwachsenen. Denn die Gefäße in der Kindernase sind stark durchblutet und empfindlich und reißen daher schneller.

Wenn Sie aber ohne die genannten Ursachen wiederholt an Nasenbluten leiden sollten, sollten Sie besser einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) aufsuchen – unabhängig von der Schwere des häufigen Nasenblutens.

Nasenbluten als Anzeichen von Bluthochdruck und anderen Krankheiten

Neben den harmlosen Gründen kann Nasenbluten aber auch das Symptom einer Krankheit sein. Folgende Erkrankungen kommen in Frage:

  • Bluthochdruck
  • Leukämie
  • Lebererkrankungen wie Hepatitis
  • Nierenkrankheiten
  • Arteriosklerose
  • Morbus Osler (Erbkrankheit, bei der die Blutgefäße an manchen Stellen des Körpers erweitert sind, bei den meisten Betroffenen in der Nase. Die erweiterten Adern neigen zu Blutungen.)

Wie können diese so unterschiedlichen Krankheiten über das gemeinsame Symptom Nasenbluten verfügen? Sie bewirken eine Gefäßüberlastung und verändern die Blutzusammensetzung. Die feinen Blutgefäße in der Nase sind durch diese Faktoren in Mitleidenschaft gezogen und können rasch einreißen oder platzen.

Wenn Sie also ohne erkennbaren Auslöser öfter Nasenbluten haben, sollten Sie das von einem Arzt abklären lassen. Verschiedene Untersuchungen wie ein Bluttest, eine 24-Stunden-Blutdruck-Messung und weitere Diagnosemittel geben Aufschluss darüber, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung, etwa des Herz-Kreislauf-Systems Ursache für das häufige Nasenbluten ist.

Wann ist Nasenbluten gefährlich?

Es gibt aber auch akute Fälle, die eine schnelle Handlung erfordern. Sofort vom Arzt behandelt werden sollte Nasenbluten, wenn:

  • es bei Erwachsenen länger als 20 Minuten anhält, bei Kindern länger als zehn Minuten, und nicht gestoppt werden kann
  • die Nase offensichtlich verletzt ist
  • die Blutung sehr stark ist
  • das Blut nicht aus der Nase läuft, sondern nach hinten in den Rachen (dann stammt das Blut aus dem hinteren Teil der Nase)
Hals-, Nasen-, Ohren-Probleme
Hals-, Nasen-, Ohren-Probleme

So stoppt der Arzt Nasenbluten

Bei Blutungen aus dem vorderen Nasenbereich kann der Arzt das verletzte Gefäß veröden. Das geschieht etwa mit Laser, Strom oder Säure. Danach sorgt eine Salbe dafür, dass die Schleimhaut rasch heilt.

Lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob die Blutung aus dem vorderen oder hinteren Teil der Nase stammt, setzt der Arzt eine Tamponade. Damit sie keinen einseitigen Druck auf die Nasenscheidewand ausübt, wird in beiden Nasenlöchern diese Behandlung durchgeführt. Meist wird damit das Nasenbluten gestoppt.

Was tun bei leichtem Nasenbluten

Sollten Sie aber nur unter leichtem Nasenbluten leiden, versuchen Sie, Ihren Kopf leicht nach vorne zu beugen – keinesfalls nach hinten, sonst läuft das Blut in den Rachen! – und saugen Sie das Blut mit einem Taschentuch auf. Auch kalte Umschläge im Nacken (bitte mit Tuch umwickeln, um Erfrierungen zu verhindern) helfen, da sie die Gefäße verengen.

Ein altes Hausmittel ist die Zwiebel: Einfach eine frische Zwiebel aufschneiden und eine Hälfte unter die Nase halten. Denn in Zwiebeln stecken ätherische Öle, die die Blutgerinnung fördern. Versuchen Sie auch unsere neun Tipps, um das Nasenbluten selbst zu stoppen. Aber denken Sie daran: Sollte das Nasenbluten immer wiederkehren oder besonders stark sein: Ärztliche Hilfe einholen!

Häufigem Nasenbluten vorbeugen

Wer am Tag viel Flüssigkeit in Form von Wasser zu sich nimmt und die Umgebung immer gut lüftet, kann dem Nasenbluten gut vorbeugen, sollte es einfach von trockener Luft herrühren. Zimmerpflanzen verbessern das Raumklima.

Ein kleiner Ernährungstipp ist auch Vitamin C. Das stärkt die kleinen Gefäße noch einmal, so dass sie nicht so leicht platzen. Um die Nase zu reinigen: auf Finger verzichten! Vor allem, wenn diese ungewaschen sind! Dabei können Sie zusätzlich Keime auf den Schleimhäuten verteilen und sie sogar in offene Wunden in der Nase tragen. Versuchen Sie es lieber mit einer Nasendusche und unterstützend mit Nasensalben.

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