Aktualisiert: 07.08.2020 - 08:58

Gegen die Schmerzen anessen Rheuma: So hilft die Ernährung gegen Beschwerden

Bestimmte Lebensmittel haben einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. So lecker kann die optimale Ernährung bei Rheuma aussehen!

Foto: iStock/Elena_Danileiko

Bestimmte Lebensmittel haben einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. So lecker kann die optimale Ernährung bei Rheuma aussehen!

Ja, es gibt sie, eine bestimmte "Rheuma-Diät". Zwar kann die Ernährung nicht von Arthritis und Weichteilrheuma befreien. Aber wer auf bestimmte Lebensmittel setzt, kann zumindest die Beschwerden lindern.

Die schmerzhaften Entzündungen bei chronischer rheumatoider Arthritis entstehen nicht durch eine bestimmte Ernährungsweise. Dennoch kann Ihnen eine angepasste Ernährung bei Rheuma helfen, die Krankheit besser in den Griff zu bekommen. Wir zeigen, worauf Sie dabei achten sollten:

Ernährung bei Rheuma – Regel 1: Falls nötig, bitte abnehmen

Die erste Regel für alle, die an einer rheumatischen Erkrankung wie Gelenkentzündung, Arthrose, Weichteilrheuma (Fibromyalgie) oder Gicht leiden und übergewichtig sind: Versuchen Sie, Ihr Gewicht zu reduzieren – und zwar langfristig, also nicht mit irgendwelchen Crash-Diäten, sondern am besten mit einer ärztlich begleiteten Ernährungsumstellung. Jedes Kilo weniger entlastet die Gelenke an Hüfte, Knien und Füßen. Muskeln und Sehnen profitieren zusätzlich. Und: Bei Gicht sinkt der erhöhte Harnsäurespiegel, wenn Sie mittels ausgewogener Ernährung abnehmen.

Typische Anzeichen für Rheuma
Typische Anzeichen für Rheuma

Regel 2: Rheuma-fördernde Lebensmittel am besten meiden

Daneben spielt bei allen entzündlichen rheumatischen Erkrankungen die sogenannte Arachidonsäure eine wichtige Rolle. Aus dieser natürlichen Säure bildet der Körper Botenstoffe, die die Entzündung fördern.

Zum einen stellt der Körper Arachidonsäure aus Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure, selbst her. Tierisches Fett, aber auch Sonnenblumenöl, Sojaöl und Maiskeimöl enthalten Linolsäure. Zusätzlich gibt es bestimmte Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Arachidonsäure. Dazu zählen:

  • Fleisch
  • Wurst
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte mit einem hohen Fettgehalt
  • Schweineschmalz

Ein Schnitzel, das in Sonnenblumenöl gebraten ist, eine Portion Rührei mit Speck oder ein Stück Sahnetorte können also die Gelenkentzündung verstärken. Auf Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Arachidonsäure verzichten Sie daher am besten ganz, sie sollten jedenfalls nicht öfter als zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Regel 3: Gezielt gegen die Entzündung anessen

Auf der anderen Seite gibt es auch Lebensmittel, deren natürliche Inhaltsstoffe einer Entzündung vorbeugen und die Arachidonsäure im Körper binden. So kann sie keinen Schaden mehr anrichten.

Das sind beispielsweise Lebensmittel mit gesunden Omega-3-Fettsäuren. Bekannte Lieferanten dieser wertvollen Fette sind Kaltwasserfische wie Lachs und Makrele, aber auch Algen. Zudem sind manche Pflanzenöle reich an Omega-3-Fettsäuren, darunter:

  • Leinöl
  • Chiaöl
  • Perillaöl
  • Hanföl
  • Rapsöl
  • Walnussöl

Nicht nur die Arachidonsäure, sondern auch Rheuma auslösende Entzündungsstoffe lassen sich mit manchen Nahrungsmitteln abbremsen. Hier helfen frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte, die bestimmte Antioxidantien enthalten. An erster Stelle steht dabei Vitamin E (Tocopherol), das als starkes Antioxidans gilt. Zu seiner Unterstützung sind Vitamin C und das Spurenelement Selen sinnvoll.

Viel Selen enthalten Nüsse, vor allem Paranüsse. Reich an Vitamin E sind:

  • Fische wie Makrele und Lachs
  • Paprika
  • grünes Blattgemüse
  • Avocado
  • Johannisbeeren
  • Vollkornprodukte

Gute Vitamin-C-Lieferanten sind unter anderem:

  • Zitrusfrüchte
  • Paprika
  • Sanddorn
  • Kohl

Diese Lebensmittel können Sie nach Herzenslust und möglichst häufig genießen, sofern keine Allergien und Intoleranzen vorliegen.

Rheuma-Diät schützt auch das Herz

Natürlich ist diese Rheuma-Diät kein Allheilmittel und wird sicherlich nicht bei jedem anschlagen. Manchmal gelingt es aber mit diesen Ernährungsregeln, die Schmerzen bei Rheuma zu lindern und das Fortschreiten der Gelenkentzündungen zu verlangsamen. So wirksam wie eine medikamentöse Therapie, etwa gegen Arthritis ist die Ernährung bei Rheuma jedoch natürlich nicht. Sie ersetzt also keine Behandlung, sondern kann sie nur ergänzen. Probieren Sie es am besten in Rücksprache mit Ihren Ärzten aus. Auch ein Symptomtagebuch kann helfen, zu verstehen, was hilft und was nicht, aber auch, was keine Beschwerden verursacht und ruhig öfter auf dem Speiseplan landen darf.

Der vorgeschlagene Speiseplan kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt: Er ähnelt der Mittelmeer-Diät. Deshalb tut diese Ernährungsweise neben den Gelenken auch dem Herz-Kreislauf-System gut. Denn Fisch, wertvolle Pflanzenöle, Gemüse und Obst wirken positiv auf die Blutgefäße in Herz und Gehirn.

Übrigens: Auch Rauchen wird mit Rheumatoider Arthritis in Verbindung gebracht, zudem verläuft die Erkrankung oft schwerer als bei Nichtrauchern, erklärt die Rheuma-Liga. Alkohol hingegen kann bei Gicht oder Osteoporose schaden, bei Arthritis oder anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen dürfte bei guten Leberwerten hin und wieder ein Gläschen drin sein – sprechen Sie das aber mit Ihren Ärzten ab!

Rheuma – ein Name, viele Krankheiten

Rheuma ist ja eigentlich nur der Überbegriff für viele, teils verschiedene Erkrankungen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist Rheuma ein Sammelsurium an Erkrankungen, die an den Bewegungsorganen auftreten und dabei fast immer mit Schmerzen, oft aber auch mit Bewegungseinschränkungen verbunden sind.

Unterschieden wird zwischen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, zwischen degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, etwa Arthrose, weichteilrheumatischen Erkrankungen wie Fibromyalgie und Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, darunter die Gicht. Auch Morbus Bechterew wird den Rheumaerkrankungen zugeordnet.

Übrigens: Bei Fibromyalgie kann vor allem eine vegane Ernährung guttun – das zeigen jedenfalls diverse Feldversuche. Wissenschaftlich bewiesen ist das aber noch nicht. Auch hier gilt daher: Unter Aufsicht ausprobieren, aber keine Wunder erwarten.

Für welche Diät auch immer Sie sich entscheiden: Probieren Sie aus, was Ihnen hilft, und vergessen Sie auch nicht das, was Ihnen schmeckt! Denn Spaß und Freude am Essen sind wichtig.

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