07.04.2016

Gefährlich für Erwachsene Röteln: Impfung auch für Erwachsene wichtig

Röteln sind vor allem für Erwachsene alles andere als harmlos.

Foto: ©iStock/monkeybusinessimages

Röteln sind vor allem für Erwachsene alles andere als harmlos.

Röteln gelten zwar als eher harmlose Kinderkrankheit. Warum die Röteln-Impfung trotzdem so wichtig ist – vor allem für Frauen mit Kinderwunsch.

Die Anzeichen von Röteln sind oft nur sehr milde. Manchmal verläuft die Infektion mit den Viren sogar unbemerkt. Vor allem Kinder fühlen sich nur ein bisschen schlapp und die Lymphknoten sind etwas geschwollen. Nach wenigen Tagen ist der Spuk vorbei. Trotzdem wurde eine Impfung gegen die Viruserkrankung Röteln (medizinisch Rubella) entwickelt und jede Erkrankung ist meldepflichtig, muss also dem zuständigen Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Denn die Röteln-Viren (Rubella-Viren) können beim Embryo massive Schäden, im schlimmsten Fall eine Frühgeburt auslösen. Doch was sind Röteln überhaupt und wie können Sie sich anstecken?

Ansteckung mit Röteln

Beim Husten und Niesen werden die Röteln-Viren übertragen – so wie Erkältungs- und Grippeerreger. Bis die Röteln ausbrechen, dauert es oft zwei bis drei Wochen (Inkubationszeit). Allerdings sind die Betroffenen schon ab dem zehnten Tag nach der Infizierung ansteckend – und noch eine Woche, nachdem die Röteln verschwunden sind. Sie können also Röteln übertragen, obwohl sie keine Anzeichen der Krankheit aufweisen.

Röteln – das sind die Anzeichen

Grundsätzlich verlaufen Röteln bei Kindern milder als bei Erwachsenen. Die Anzeichen:

  • Kleine hellrote Flecke auf der Haut, die wie bei den Masern hinter den Ohren beginnen und sich dann ausbreiten. Die Flecken bei Röteln sind jedoch kleiner als bei Masern und verschmelzen auch nicht miteinander.

  • Vor allem das Gesicht rötet sich.

  • Der Ausschlag wandert über den ganzen Körper. Dabei nimmt er oben immer mehr ab und verschwindet sozusagen, wenn die Füße erreicht sind.

  • Die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren schwellen ein bisschen an und schmerzen.

  • Die Temperatur steigt leicht an.

Röteln dauern etwa eine Woche und der Körper bildet dadurch eine lebenslange Immunität.

Röteln bei Erwachsenen sind keine harmlose Kinderkrankheit

Bei bis zu 50 Prozent der Kinder verlaufen Röteln unbemerkt, weil die Anzeichen nur ganz schwach ausgeprägt sind. Anders sieht das bei Jugendlichen und Erwachsenen aus. Mit zunehmendem Alter erkranken sie schwerer und es kann zu folgenden Komplikationen kommen:

Bei Frauen: Gelenkentzündungen (Arthritis)

  • Bronchitis

  • Bindehautentzündung

  • Mittelohrentzündung

  • Herzmuskelentzündung

  • Herzbeutelentzündung

>> Mittelohrentzündung: Die Symptome bei Kindern und Erwachsenen

>> Herzmuskelentzündung – diese elf Symptome ernst nehmen!

In sehr seltenen Fällen lösen Röteln eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) aus. Die Anzeichen sind:

  • starke Kopfschmerzen

  • Bewusstseinsstörungen

  • Röteln sollten deshalb immer vom Arzt abgeklärt werden.

Röteln – die Behandlung

Meist erkennt der Arzt bereits am typischen Hautausschlag, dass es sich um Röteln handelt. Ein Bluttest wird herangezogen, wenn die Symptome nicht stark genug ausgeprägt sind. Er ist vor allem dann wichtig, wenn der Betroffene Kontakt mit schwangeren Frauen hat.

Bei der Behandlung von Röteln ist es wichtig zu wissen, dass es kein Medikament gibt, das die Rubella-Viren abtötet. Es lassen sich also nur die Symptome behandeln. Bettruhe, fiebersenkende Medikamente und Mittel gegen die Gelenkentzündung sind außerdem sinnvoll.

Röteln und Schwangerschaft

Die aufgeführten Komplikationen durch Röteln sind selten. Häufig sind jedoch schwerwiegende Folgen, wenn sich eine Schwangere mit Röteln ansteckt. Die Viren breiten sich in der Plazenta aus und erreichen in 90 Prozent der Fälle damit das Ungeborene. Die Viren befallen verschiedene Organe des Kindes. Die Schädigung fällt umso schwerer aus, je früher in der Schwangerschaft die Frau an Röteln erkrankt. Gehirn, Ohren, Augen und Herz sind besonders gefährdet. Die Schäden sind oft so massiv, dass 20 Prozent der Schwangeren mit Röteln das Kind verlieren (Fehlgeburt). Bleibt die Schwangerschaft erhalten, sind folgende bleibenden Schäden beim Kind möglich:

  • Taubheit

  • Herzfehler

  • Entwicklungsverzögerungen

Oft treten mehrere Schädigungen gleichzeitig auf – wie Herzfehler, Taubheit und Grauer Star. Diese Schädigung wird als Rötelnembryopathie bezeichnet und kommt heute noch bei einer von 10.000 Geburten vor.

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Röteln – die Impfung ist wichtig für Baby und Mutter

Nur die Röteln-Impfung schützt vor diesen dramatischen Folgen. Dabei wird für Kinder eine Impfung in zwei Schritten empfohlen:

Eine Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) mit einem Jahr, die zweite MMR-Impfung dann etwa ein knappes Jahr später. Meist werden die Impfungen im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen U6 und U7 durchgeführt.

Kinder, die ungeimpft sind – etwa aus anderen Ländern eingewandert sind – sollten sich vom Arzt beraten lassen und die Impfungen so rasch wie möglich nachholen.

Impfen lassen sollten sich auch Frauen, die schwanger werden möchten und

  • wissen, dass sie als Kind nicht geimpft wurden oder

  • noch keine Röteln hatten.

Auch wenn Sie nicht wissen, ob das der Fall ist: Mit einem Bluttest lässt sich feststellen, ob bereits eine Rötelninfektion durchgemacht oder früher schon geimpft wurde. Fragen Sie Ihren Gynäkologen nach dem Antikörper-Test bei Röteln. Falls die Blutuntersuchung zeigt, dass Sie keine Antikörper gegen Röteln haben, lassen Sie sich am besten impfen und warten mit der Schwangerschaft noch so lange, bis der Impfschutz eingetreten ist. Der Bluttest wird übrigens auch im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge durchgeführt. Er soll ausschließen, ob nicht eine aktuelle Rötelninfektion vorliegt.

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