07.04.2016

Keine Bettruhe bei Kreuzweh Rückenschmerzen - was tun? Die besten Therapien

Do, 31.01.2019, 16.57 Uhr

Was tun gegen Rückenschmerzen

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Die Operation sollte bei Rückenschmerzen immer erst die letzte Möglichkeit sein. Vorher gibt es zahlreiche Behandlungen, die ohne Skalpell auskommen und wirken können.

Bei Rückenschmerzen ab ins Bett oder aufs Sofa … und wenn sie chronisch werden, am besten operieren. Diese Ratschläge galten gestern. Heute setzen Ärzte auf andere Maßnahmen:

  1. Allenfalls kurze Bettruhe. Anders als früher häufig empfohlen, setzen Orthopäden heute auf Bewegung statt Schonung. Lange Bettruhe bedeutet zusätzliche Probleme mit der Wirbelsäule. Diese wird dabei falsch belastet, zusätzlich schwächt ständiges Liegen die Muskeln.

  2. Krankengymnastische Übungen. Der Physiotherapeut stellt genau das Training zusammen, das bei Ihren Rückenbeschwerden sinnvoll ist. Im Vordergrund steht Muskelaufbau. Starke Muskeln stützen die Wirbelsäule und entlasten sie. Wenn die akuten Beschwerden vorüber sind, vermittelt im Anschluss daran die Rückenschule, wie Sie sich rückengerecht im Alltag verhalten.

  3. Schmerzmittel. In der akuten Phase sind Medikamente wichtig. Die Wirkstoffe nehmen nicht nur den Schmerz, sondern wirken auch gegen Entzündung. Auf diese Weise verhindern sie, dass sich eine Schonhaltung einschleicht, die wiederum weitere Rückenprobleme nach sich ziehen kann. Geeignet sind Ibuprofen oder Naproxen.

  4. Wärmetherapie. Elektrisches Heizkissen, Wärmepflaster, einfach eine Wärmflasche oder eine heiße Dusche – alle diese Maßnahmen entspannen die Muskeln und fördern die Durchblutung im betroffenen Bereich.

  5. Entspannung. Gönnen Sie sich zwischendurch Auszeiten. Hören Sie angenehme Musik, oder noch besser: Erlernen Sie professionelle Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Diese Methoden sind äußerst wirkungsvoll bei Rückenschmerzen, die durch Verspannungen entstanden sind. In Schmerzkliniken und Schmerzambulanzen sind diese Techniken ein wichtiger Teil der multimodalen Behandlung.

  6. Akupunktur. Seit 2007 zahlen auch die gesetzlichen Krankenkassen diese Therapie aus der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin). Die Nadeln sollen die bei Rückenschmerzen gestörten Energieflüsse des Körpers korrigieren.

  7. Osteopathie. Mit sanftem Druck und Gegendruck kann der Osteopath verspannte Muskeln und Sehnen lockern und sogar Gelenkfehlstellungen günstig beeinflussen. Allerdings übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Leistung (pro Sitzung rund 70 Euro).

Operation bei Rückenschmerzen als letzte Option

Daneben gibt es eine Reihe von weiteren und neuen Behandlungsmethoden. Dazu gehören etwa Injektionen mit Substanzen, die Entzündungen hemmen, den Schmerz lindern oder lokal betäuben. Erst wenn all diese Maßnahmen nicht greifen, wird eine Operation in Betracht gezogen. Bei einem Bandscheibenvorfall erfolgt der Eingriff in der Regel minimal-invasiv, also über winzige Hautschnitte. Mit dem Laser oder einem feinen Hochdruckwasserstrahl (Hydrozision) trägt der Chirurg den überstehenden Teil der Bandscheibe ab.

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