13.04.2016

Risiko Röteln in der Schwangerschaft gefährlich fürs ungeborene Kind

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Foto: ©iStock / Andy445

Durch die hohe Durchimpfungsrate sinken Rötelninfektionen während der Schwangerschaft. Trotzdem infizieren sich noch viele schwangere Frauen.

Wie hoch das Schädigungsrisiko für das ungeborene Kind ist, hängt vom Stadium der Schwangerschaft ab. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich die Schwere der Schädigungen des Ungeborenen durch die Infektion mit dem Fortschritt der Schwangerschaft immer weiter reduzieren. Während eine Infektion unmittelbar vor der Schwangerschaft keinerlei Auswirkungen zeigt, ist bei einer Rötelninfektion in der Frühschwangerschaft mit einer erhöhten Fehlgeburtenrate zu rechnen. Obwohl eine Infektion während der Schwangerschaft sich nicht zwangsläufig negativ auf das Ungeborene auswirken muss, ist es wichtig, sich zu diesem Thema ausführlich zu informieren. Nur so können Sie das Infektionsrisiko minimieren.

Das größte Schädigungsrisiko für das Kind liegt mit einer Fehlbildungsrate von 50 Prozent bei einer Infektion zwischen der Frühschwangerschaft und dem Ende der zwölften Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit bilden sich die kindlichen Organe aus, die auf den Röteln-Virus in Form von Organstörungen reagieren können. Ab Beginn der 13. Schwangerschaftswoche begrenzt sich das Risiko vor allem auf Innenohrstörungen.

Ab der 17. Woche reduziert sich das Risiko von Fehlbildungen durch den Röteln-Virus immer weiter. Nicht unerwähnt bleiben sollten die Spätfolgen einer mütterlichen Infektion an Röteln. Dazu zählen Erkrankungen wie Diabetes, Hormonstörungen, Hörschäden, Epilepsie oder allgemeine Beeinträchtigungen des Gehirns.

>> Epilepsie – Symptome werden oft nicht erkannt

Die häufigsten Schädigungen des Ungeborenen

Von der ersten bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ist das Risiko einer Schädigung sehr hoch. Ungefähr 30 Prozent aller Fehlbildungen sind tödlich.

Die nachfolgenden Schäden wurden bisher mit einer Röteln-Infektion nachweislich in Verbindung gebracht.

  • Fehler am Herzen
  • Augen- und Innenohrdefekte
  • Allgemeine Entwicklungsstörungen oder Verzögerungen in der Entwicklung
  • Wachstumsstörungen innerhalb der Gebärmutter
  • Organschwellungen (Leber, Milz)
  • Blutungsrisiko durch Reduzierung der Blutplättchen
  • Entzündungen von Lunge oder Gehirn
  • Fehlbildungen der Knochen

Ab der 13. Schwangerschaftswoche reduziert sich das Risiko schwerer Fehlbildungen bis zum Ende der 17. Schwangerschaftswoche signifikant. Erfolgt innerhalb dieses Zeitrahmens eine Infektion, wird von Hörschäden oder ein- oder beidseitigen Innenohrdefekten in unterschiedlicher Ausprägung berichtet.

Organstörungen sind bei späteren Infektionen als der 17. Schwangerschaftswoche sehr selten. Trotzdem ist die Gefahr für das Kind noch nicht gebannt Erkranken Sie in diesem Zeitraum an Röteln, überträgt sich der Virus auf das Kind und das Neugeborene kann nach der Geburt an Röteln oder durch den Virus ausgelösten Symptomen schwer erkranken.

Erfolgt ein Nachweis von Röteln-Viren beim neugeborenen Säugling, können Wachstumsstörungen, Lungenentzündungen oder Gefäßentzündungen auftrete. Dabei handelt es sich um Erkrankungen, die für das Kind eine hohe Gefährdung darstellen.

Sie haben sich während der Schwangerschaft mit Röteln infiziert

Besteht der Verdacht einer Röteln-Infektion, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Im Fall einer Infektion kann sich eine Frau bis zur elften Schwangerschaftswoche für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden, wenn dies der behandelnde Arzt empfiehlt.

Die Untersuchung, ob das ungeborene Kind den Röteln-Virus in sich trägt, erfolgt in Form des Nachweises der mütterlichen IgM-Antikörper in der Plazenta durch die Untersuchung der Plazenta oder des Fruchtwassers. Bestand eine bekannte Infektion während der Schwangerschaft, erfolgt unmittelbar nach der Geburt die Untersuchung des Neugeborenen auf die entsprechenden Antikörper.

Dadurch kann eine Schädigung durch die Röteln-Infektion ausgeschlossen oder bestätigt werden.

Vorbeugende Maßnahmen schützen Mutter und Kind

Die ideale vorbeugende Maßnahme ist die Impfung gegen den Röteln-Virus mit oder ohne vorher durchgeführter Feststellung des bestehenden Titers. Besteht ein kurzfristiger Kinderwunsch und kein ausreichender Schutz gegen das Virus, kann die Impfung ohne Nebenwirkungen kurz vor der Schwangerschaft nachgeholt werden.

In diesem Fall bietet die vorbeugende Maßnahme zwar keinen Vollschutz; reduziert jedoch die fruchtschädigende Wirkung der Röteln-Viren. Detaillierte Informationen zu den individuellen Vorsorgemaßnahmen erteilten Ihnen Ihr behandelnder Arzt.

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