20.01.2020

Gastritis Magenschleimhautentzündung: Wenn der Magen Probleme macht

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Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung
Do, 06.12.2018, 16.31 Uhr

Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung

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Jeder kennt das Gefühl: Übelkeit, Bauchschmerzen, ein "verdorbener Magen" sind Anzeichen für eine akute Magenschleimhautentzündung, medizinisch Gastritis.

Eine Magenschleimhautentzündung kann verschiedene Ursachen haben und sich auf ganz unterschiedliche Weise äußern. Gemeinsames Merkmal aller Krankheitsformen ist eine Entzündung, die den Magen angreift und meist durch Infektionen ausgelöst wird. Bei einer solchen Gastritis ist die Schleimschicht verletzt, die den Magen von der aggressiven Magensäure trennt. In den meisten Fällen vergehen die Symptome von selbst wieder. Eine Gastritis kann jedoch auch chronisch werden.

Die akute Gastritis: meist durch Lebensmittelinfektion

Im Fall einer akuten Gastritis liegt der Auslöser sehr häufig in einer Lebensmittelinfektion – dem klassischen verdorbenen Magen. Andere Ursachen sind beispielsweise übermäßiger Genuss von Kaffee, Nikotin, Alkohol oder scharfem Essen. Auch Stress und Medikamente können die Magenschleimhaut angreifen, uns also im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Magen schlagen".

Chronische Gastritis: Magenkeim ist meist schuld

Die häufigste Ursache für chronische Gastritis ist der Magenkeim Helicobacter pylori. Viele Menschen tragen den Keim in sich, ohne etwas davon zu bemerken. Trotz der chronischen Entzündung verursacht die Gastritis meist weder Beschwerden noch Komplikationen. Allerdings wird der Keim Helicobacter pylori in vielen Fällen für die Entstehung von Magengeschwüren und sogar Magenkrebs verantwortlich gemacht. Daher sollte die chronische Entzündung auch bei Symptomfreiheit nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Verantwortlich kann aber auch ein Immundefekt sein, bei dem Antikörper die Magenschleimhaut kontinuierlich angreifen. Hier werden in der Regel Säureblocker zur Behandlung eingesetzt. Schmerzmittel wiederum können bei unsachgemäßer Einnahme (zu häufig, zu viel, auf leeren Magen) ebenfalls eine Gastritis hervorrufen. Die Behandlung sollte hier mit einem Arzt besprochen werden. Weisen Sie ihn auf jeden Fall darauf hin, wie oft Sie Schmerzmittel oder andere Medikamente, die die Magenschleimhaut angreifen, einnehmen.

So erkennen Sie eine Magenschleimhautentzündung

Klassische Anzeichen für eine akute Gastritis sind Bauchschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit, aber auch ein generelles Unwohlsein, verbunden mit Appetitlosigkeit oder Aufstoßen sowie Sodbrennen. Der Oberbauch zieht und zwickt möglicherweise und reagiert empfindlich auf Druck. Verdauungsbeschwerden dieser Art können aber auch ganz andere Ursachen haben, weshalb ein Besuch beim Arzt bei anhaltenden Beschwerden immer ratsam ist. Schmerzen im Oberbauch können beispielsweise auf einen Herzinfarkt hinweisen. Vor allem bei Frauen kann das eines der eher diffusen Symptome sein.

Treten zusätzlich noch schwere Symptome wie Bluterbrechen auf, sollte sofort ärztliche Hilfe gesucht werden. Hierbei kann es sich um eine sehr starke Magenschleimhautentzündung handeln, aber auch um andere schwere Erkrankungen.

Eine chronische Magenschleimhautentzündung verläuft in der Regel vor allem anfangs nahezu symptomfrei. Betroffene leiden zum Teil unter gelegentlichen Blähungen oder Völlegefühl. Aufgrund der fehlenden Symptome suchen viele Menschen mit einer chronischen Gastritis gar nicht erst einen Arzt auf, weshalb die Erkrankung in vielen Fällen nur zufällig entdeckt wird. Besteht der Verdacht auf Gastritis, schafft eine Magenspiegelung Klarheit.

Als spätere Symptome können aber auch hier Schmerzen im Oberbauch sowie Blähungen, Völlegefühl und Mundgeruch auftreten.

Hilfe bei akuter Gastritis

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung reicht es oftmals schon aus, den Magen zu schonen und auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Kaffee, Alkohol, Nikotin und kohlensäurehaltige Getränke können den Magen beispielsweise zusätzlich reizen. Wer einige Tage lang auf leicht verdauliche Kost setzt, verspürt meist relativ schnell eine deutliche Verbesserung. Zusätzlich kann der Arzt Medikamente verschreiben, die die Produktion der Magensäure hemmen und so der Magenschleimhaut Gelegenheit zur Regeneration geben.

Wenn die Gastritis durch Medikamente ausgelöst wurde, sollten diese Arzneimittel in Absprache mit dem Arzt vorübergehend abgesetzt oder durch andere Präparate ersetzt werden. In der Regel heilt die Gastritis bei entsprechender Behandlung vollständig und komplikationslos aus.

Was sonst noch bei Magenschleimhautentzündung hilft, erklärt unser Gesundheitsexperte Dr. Wimmer:

Bild der Frau Gastritis Dr. Wimmer

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Chronische Magenschleimhautentzündung behandeln

Einer chronischen Gastritis lässt sich nicht immer so einfach beikommen, da das körpereigene Abwehrsystem bei vielen Patienten nicht korrekt arbeitet. In solchen Fällen ist eine schonende, magenfreundliche Ernährung ratsam. Außerdem sollten regelmäßige Kontrollen auf Magenkrebs vorgenommen werden, um eine mögliche Tumorbildung frühzeitig zu erkennen. Je nach Art der Gastritis kann die Infektion auch durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden. Hierbei erhält der Betroffene Antibiotika und Säurehemmer gegen die auslösenden Keime.

Grundsätzlich gilt für jedeMagenschleimhautentzündung: Achten Sie auf eine schonende, magenfreundliche Ernährung. Scharfe, fettige und süße Lebensmittel sollten ebenso gemieden werden wie Alkohol, Kaffee und Nikotin. Auch sehr heiße oder kalte Speisen können den Magen zusätzlich reizen. Arzneimittel sollten nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden.

Weisen Sie Ihren Arzt auch auf die Gastritis hin und fragen Sie nach möglichen Nebenwirkungen der verordneten Medikamente.

Mehr zum Thema Verdauung erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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