21.03.2016

Peinliches Problem Inkontinenz: Was tun, wenn die Blase schwächelt?

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Foto: © iStock / airrazab

Wenn die Blase nicht hält, ist die Scham bei Betroffenen groß. Inkontinenz, also unkontrollierter Stuhl- oder Harnverlust, hat viele Ursuchen.

Inkontinenz ist gerade bei Frauen ein ebenso peinliches wie weitverbreitetes Problem. Viele Faktoren wie Stress, Operationen oder Schwangerschaften können zur Schwächung der Schließfunktion beitragen. Wenn Urin oder Stuhl nicht mehr zuverlässig zurückgehalten werden kann, ist die Belastung so groß, dass sich viele Betroffene nicht einmal zum Arzt trauen. Ein Fehler, denn in vielen Fällen lässt sich die Inkontinenz verbessern oder sogar ganz heilen.

Was ist Inkontinenz genau?

Der Begriff Inkontinenz bezeichnet sowohl eine Blasenschwäche als auch eine Schwäche der Darmfunktion. Bei einer solchen Stuhlinkontinenz kann der Stuhl nicht mehr zuverlässig gehalten werden, was für Betroffene einen noch größeren Leidensdruck bedeutet als eine Harninkontinenz. Eine Stuhlinkontinenz ist allerdings vergleichsweise selten.

Mögliche Ursachen für Harninkontinenz

Bei einer gesunden Blase kontrolliert der Blasenmuskel das zuverlässige Schließen, aber auch das Entleeren zum gewünschten Zeitpunkt. Das Anspannen und Entspannen wird vom Gehirn und Rückenmark aus gesteuert. Außerdem sind verschiedene Nerven und Muskeln an dem Vorgang beteiligt, sodass die Ursachen für Inkontinenz in ganz unterschiedlichen Bereichen liegen können.

Sehr häufig entsteht eine Harninkontinenz aufgrund einer Schwächung des Beckenbodens. Die Muskeln des Beckenbodens stützen den Blasenmuskel und tragen auf diese Weise zur fehlerfreien Funktion der Blase bei. Wird der Beckenboden durch Schwangerschaften, Verletzungen oder Operationen stark beansprucht, wirkt sich dies oftmals auf die Blasenfunktion aus. Das Gewebe wird geschwächt, und auch kleine Nervenverletzungen können die Koordination der Muskeln beeinträchtigen. Die Folge ist eine "schwache Blase", die beim Lachen, Husten oder schweren Tragen nicht mehr richtig kontrolliert werden kann.

Frauen sind in dieser Hinsicht gleich doppelt gefährdet. Der Beckenboden wird nicht nur durch Schwangerschaften und Entbindungen stark belastet, sondern Frauen haben generell ein größeres Becken und schwächere Beckenbodenmuskeln als Männer.

Weitere Ursachen für Inkontinenz können Verletzungen an Gehirn und Rückenmark sein, da von hier aus die kontrollierte Blasenfunktion gesteuert wird. Auch Medikamente können zur Entstehung oder Verschlimmerung einer Inkontinenz beitragen. In diesem Fall sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, ob das Medikament durch ein anderes ersetzt werden kann.

Stuhlinkontinenz: Wenn der Darm nicht hält

Bei einer Stuhlinkontinenz ist es Betroffenen nicht mehr möglich, Stuhl und Gase vollständig zu kontrollieren. Die Krankheit tritt meist mit zunehmendem Alter auf und kann wie auch die Harninkontinenz auf eine Schwächung des Beckenbodens zurückzuführen sein. Weitere mögliche Ursachen sind Verstopfung, Darmträgheit oder eine verletzungsbedingte Funktionsstörung.

Wer ohne ersichtlichen Grund eine Stuhlinkontinenz entwickelt, sollte unbedingt ärztliche Hilfe suchen - auch, wenn das Schamgefühl überwiegt. Nicht selten steckt nämlich hinter der Inkontinenz eine entzündliche Darmerkrankung oder Tumorerkrankung. Im Rahmen einer Darmspiegelung kann der Arzt solche Erkrankungen erkennen oder ausschließen.

Lebensqualität genießen trotz Inkontinenz

Inkontinenz ist vielen Betroffenen so peinlich, dass sie den Gang zum Arzt scheuen. Oft lässt sich eine Inkontinenz aber gezielt behandeln und mit der Zeit deutlich verbessern. Je nachdem, wo die Ursache für die Inkontinenz liegt, kann zum Beispiel Beckenbodentraining sehr hilfreich sein. Dabei lernen Betroffene, die geschwächten Muskeln gezielt anzuspannen und zu kräftigen. Ein regelmäßiges Beckenbodentraining kann auch dabei helfen, einer Inkontinenz vorzubeugen - beispielsweise während einer Schwangerschaft.

Eine Verbesserung lässt sich zum Teil auch durch ein gezieltes Blasentraining unter ärztlicher Aufsicht erzielen. Dabei werden geeignete Getränke, Trinkmengen und Toilettenzeiten festgelegt, um die Blase zu entlasten und die Blasenfunktion zu normalisieren. Im schlimmsten Fall ist auch ein operativer Eingriff möglich, bei dem die Harnröhre stabilisiert und der Blasenverschluss verbessert wird. Bei einer Stuhlinkontinenz trägt oftmals schon eine grundlegende Ernährungsumstellung dazu bei, die Stuhlkonsistenz und mögliche Verstopfungserscheinungen zu verbessern.

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