06.04.2016

Formen und Anzeichen Demenz – auf diese Symptome sollten Sie achten

Bis 2050 leiden Schätzungen zufolge gut drei Millionen Menschen in Deutschland an Demenz.

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Bis 2050 leiden Schätzungen zufolge gut drei Millionen Menschen in Deutschland an Demenz.

Demenzerkrankungen wie Alzheimer können zwar nicht geheilt werden. Doch Verlauf und Lebensqualität der Betroffenen lassen sich positiv beeinflussen, wenn früh eine Behandlung einsetzt.

Demenzerkrankungen tun nicht weh, sind aber trotzdem grausam. Es drohen Gedächtnisverlust und damit Verlust der Persönlichkeit. Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit betroffen, bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl sogar verdoppeln, denn die Lebenserwartung steigt und das Demenzrisiko vergrößert sich mit zunehmendem Alter.

>> Demenz: Wenn die Verstandeskraft nachlässt

Die bekannteste Form von Demenz ist Alzheimer. Sie trifft bis zu 70 Prozent der Demenzkranken. Deshalb werden die beiden Begriffe Demenz und Alzheimer in der Umgangssprache oft gleichgesetzt. Es gibt jedoch weitere Demenzformen:

Vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz: Nach Alzheimer die zweithäufigste Demenzform. Die Ursache sind wiederholte, kleine Schlaganfälle. Dadurch sterben nach und nach Gehirnzellen ab. Risikofaktoren sind Krankheiten und Gewohnheiten, die die Gefäße schädigen, also Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Alkoholsucht, Herzerkrankungen. Die Anzeichen der vaskulären Demenz ähneln denen von Alzheimer.

Frontotemporale Demenz: Dabei sterben Nervenzellen im Gehirn ab, zuerst in den Bereichen hinter den Schläfen und der Stirn. Die Erkrankung verändert vor allem die Persönlichkeit, nicht aber die Merkfähigkeit. Frontotemporale Demenz wird auch als Pick-Krankheit (Morbus Pick) bezeichnet und ist eher selten.

Lewy-Körperchen-Demenz: Hier ähneln die Anzeichen denen von Alzheimer, allerdings schreitet der Gedächtnisverlust wesentlich langsamer voran. Typisch sind jedoch Halluzinationen. Außerdem tritt die Lewy-Körperchen-Demenz meist gemeinsam mit Parkinson (Morbus Parkinson) auf. Die Betroffenen sind damit auch unsicher beim Gehen.

Primäre und sekundäre Demenz – auch Depressionen spielen eine Rolle

Medizinisch werden all diese Formen übrigens als primäre Demenz bezeichnet. Daneben gibt es noch die sekundären Varianten. Dabei handelt es sich um Demenzformen, die durch andere Krankheiten ausgelöst werden, etwa Alkoholsucht, Depressionen, Delir oder eine Schilddrüsenerkrankung. Sekundäre Demenz unterscheidet sich noch in einem weiteren wichtigen Punkt von den primären Demenzformen: Sie ist oft heilbar, wenn die zugrunde liegende Krankheit richtig behandelt wird.

Verlauf der Demenz lässt sich hinauszögern

Dagegen gibt es gegen Alzheimer, vaskuläre Demenz, frontotemporale Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz bis heute keine Therapie, die diese Krankheiten an der Ursache erfolgreich bekämpft. Trotzdem ist es wichtig, Demenz so früh wie möglich zu erkennen. Dann gibt es nämlich verschiedene Medikamente, die den Verlauf verzögern und die Lebensqualität länger erhalten. Deshalb sollten Sie bei sich und Ihren Angehörigen auf diese Anzeichen achten:

Symptome einer Demenz

  • Ereignisse, die kurz zurückliegen, werden vergessen. Beispiel: Sie wissen abends nicht mehr, dass Sie morgens schon einkaufen waren.
  • Gewohnte Tätigkeiten auszuführen wird zum Problem, etwa am Bankautomaten Geld abheben.
  • Sprachstörungen
  • Sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden bereitet Schwierigkeiten.
  • Kontakte zu Freunden und Familie werden vernachlässigt, ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld findet statt.
  • Immer weniger Interesse an früher geschätzten Hobbys.
  • Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit, Misstrauen, Reizbarkeit

Wenn eines oder mehrere dieser Anzeichen auf Sie oder einen Menschen in ihrem engen Umkreis zutreffen: Wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt, er ist der Ansprechpartner, der Ihre Bedenken zerstreuen oder eine Behandlung einleiten kann.

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