18.03.2016

Sexualleben im Argen Sexualstörungen der Frau: Kurz- oder langfristige Probleme

Foto: ©iStock / nensuria

Studien belegen, dass bis zu 50% aller Frauen in ihrem Leben bereits unter Sexualstörungen gelitten haben oder noch immer unter ihnen leiden.

Bei Frauen unterscheidet man grundsätzlich zwischen dauerhaften und situativ auftretenden Sexualstörungen. Ursachen solcher Störungen können sowohl physisch als auch psychisch sein, so dass eine umfassende Untersuchung und Behandlung in vielen Fällen notwendig wird. Zunächst einmal muss bei einer Sexualstörung ermittelt werden, ob diese körperliche oder psychische Ursachen hat.

Dies ist oftmals relativ einfach, da es seitens der Medizin nur wenige Sexualstörungen gibt, welche ausschließlich körperliche Ursachen haben. Hierzu gehören vor allem der organisch bedingte Vaginismus und die körperlich bedingte Anorgasmie. Viele der Sexualstörungen sind jedoch vor allem psychisch bedingt und werden von der Medizin als Kombination verschiedener Auslöser angesehen und behandelt.

Auslöser für Sexualstörungen

Es spielen so viele unterschiedliche Faktoren mit hinein, dass es unmöglich erscheint bei bestimmten Sexualstörungen die genauen Auslöser zu finden. So können unter anderem Suchtmittel oder Medikamente ebenso zu der Sexualstörung beitragen, wie negative Ereignisse und Traumata oder Sekundär-Erkrankungen. Betrachten wir gemeinsam einmal die häufigsten Sexualstörungen der Frau und versuchen deren Ursachen und Auswirkungen auf den Grund zu gehen:

Der Vaginismus: Wenn nichts mehr geht

Die geflüsterte Horror-Vorstellung vieler Teenager entspringt tatsächlich der Wirklichkeit. Der Vaginismus, auch Scheidenkrampf genannt, tritt allerdings in der Regel nicht beim Sex auf und klammert beide Partner beinahe untrennbar zusammen. Vielmehr beschreibt der Begriff Vaginismus die Unfähigkeit etwas (Finger, Penis, etc.) in die Vagina einzuführen, auch wenn die Bereitschaft der Frau eindeutig gegeben ist. Hierbei unterscheidet man zwischen einer rein körperlichen Ursache, welche durch gezieltes Training der Beckenboden-Muskulatur behoben werden kann, und psychischen Ursachen.

Ausgelöst werden kann ein solcher Vaginismus unter anderem situationsbedingt. Er kann beispielsweise nur bei einer gynäkologischen Untersuchung oder beim Geschlechtsverkehr mit einem speziellen Partner auftreten. Oftmals sind negative oder als traumatisch erfahrene Gegebenheiten der Auslöser. Hier hilft oftmals nur eine umfassende Therapie, um diese Sexualstörung in den Griff zu bekommen.

Die Sexuelle Appetenzstörung: Wenn fehlende Lust zum Alptraum wird

Im Gegensatz zur Asexualität ist die sexuelle Appetenzstörung für viele betroffene Frauen ein großes Problem. Sie setzen sich selbst stark unter Druck, da sie weder den Sex generell ablehnen, noch den Partner dauerhaft abweisen wollen. Diese Form der Unlust wird oftmals durch eine kaum zu überblickende Menge an Faktoren ausgelöst. So sind unter anderem verschiedene Medikamente, aber auch Stress, Krankheiten oder Rauschmittel als Ursache für die Lustlosigkeit bekannt.

Vor allem ist es schwer eine solche als Krankheit zu erkennen. Schließlich gibt es im Leben immer wieder Phasen, in welchen die Lust deutlich geringer ausgeprägt ist. Bei einer dauerhaften Unlust sollte allerdings die sexuelle Appetenzlosigkeit als Ursache in Betracht gezogen werden. Entsprechende Fachgespräche mit Ärzten können nun helfen diese Form der Sexualstörung zu behandeln und wieder für ein befriedigendes Sexualleben sorgen.

Orgasmusstörungen: Dem Höhepunkt so fern

Eine der häufigsten Sexualstörungen ist die Orgasmusstörung. Auch diese kann verschiedene Ursachen haben und sich in verschiedenen Ausprägungen zeigen. In der Regel definiert sich eine solche Sexualstörung durch die enorm hohe Schwierigkeit oder Unmöglichkeit der Frau einen Höhepunkt zu erreichen. Trotz gezielter Stimulation - durch den Partner, durch einen selbst oder auch durch Sexspielzeug - ist das Erreichen des Orgasmus beinahe unmöglich.

Dies kann zum einen körperliche Ursachen haben, wie beispielsweise Durchblutungsstörungen in den Sexualorganen, unfallbedingte Schädigungen oder ähnliche Faktoren, aber auch durch Medikamente oder psychische Blockaden ausgelöst werden. So sind unter anderem viele Antidepressiva dafür bekannt, dass diese zu Orgasmusstörungen führen können.

Darüber hinaus können solche Störungen auch situativ bedingt auftreten und beispielsweise auf einen bestimmten Partner oder ein bestimmtes Geschlecht beschränkt sein.

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