13.04.2016

Immer ernst nehmen Herpes-Virus als lebenslanger Begleiter

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Beinahe jeder Mensch ist seit seiner Kindheit Träger eines Herpes-Virus ohne es zu wissen. Doch nicht immer löst der Virus Symptome aus...

Die verschiedenen Herpesinfektionen werden durch den Herpes Simplex Virus Typ 2 oder den Herpes Simples Viren Typ 1 ausgelöst. Eine weitere Form ist der zur Herpes-Familie gehörende Windpocken Virus Varizella Zoster, der als Auslöser der Gürtelrose, Herpes Zoster, gilt. Herpes Viren sind im aktiven Stadium, das sich durch die typische Symptomatik äußert, hoch infektiös. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektionen, indem die virushaltige Bläschenflüssigkeit einer erkrankten Person auf eine andere Person übertragen wird. Alternativ erfolgt die Übertragung durch eine Speichelinfektion. Viele Menschen gehen nach der Erstinfektion beschwerdefrei durchs Leben. Abhängig vom Virustyp zeigt eine Herpesinfektion unterschiedliche Symptome, die im Leben eines Menschen nur einmal auftreten oder sich wiederholt zeigen.

Ein Glas, aus dem eine an Lippenherpes erkrankte Person getrunken hat, kann mit virushaltigem Speichel benetzt sein und als Überträger dienen. Ein weiterer Übertragungsweg ist der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit einem Partner, der Symptome einer Herpesinfektion zeigt. Der Virus dringt über die Schleimhaut oder kleinste Hautverletzungen in den Körper ein. Trotz der Aggressivität des Virus führt eine Erstinfektion nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung.

Die verschiedenen Herpesinfektionen

Der Herpes Simplex Typ 1 (HSV 1) bildet die jedem bekannten und schmerzhaften Fieberbläschen im Bereich der Lippen. Wie jede Herpesinfektion tritt er im Leben eines Menschen in regelmäßigen Abständen auf oder nur im Rahmen einer Erstinfektion.

Eine Infektion mit dem Herpes Simplex Typ 2 (HSV 2) löst den sexuell übertragbaren Herpes genitalis aus. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, wenn der infizierte Partner Symptome einer Erkrankung aufweist.

Sehr schmerzhaft verläuft die dritte Form einer Herpesinfektion; die Gürtelrose ( mehr dazu hier). Dieser spezielle Herpesvirus nistet sich nach einer Windpocken-Infektion immer und dauerhaft in den Nervenwurzeln des Rückenmarks und den Hirnnerven ein. Bestimmte Umstände wie extreme Belastungen oder eine geschwächte Immunabwehr können Ursachen für die Reaktivierung und Vermehrung der Viren sein, die entlang des Nervenstranges über die Haut nach außen wandern und sich als schmerzhafter Hautausschlag präsentieren.

Die Gürtelrose oder Herpes-Zoster-Infektion zeigt sich nicht nur im Rückenbereich, sondern kann überall auftreten. Abhängig davon, wohin sich die Viren nach der Windpocken-Erkrankung zurückzogen, zeigt sich die Erkrankung auch im Gesicht, den Augen oder, in seltenen Fällen, sogar im Gehirn. Bei ausgeprägter Immunschwäche besteht das Risiko der Ausbreitung auf den gesamten Organismus, wodurch es zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann.

Symptome und Behandlung einer Herpesinfektion

Sowohl die Erkrankung an Lippenherpes wie der Genitalherpes zeigen sich im ersten Schritt durch unangenehmes Jucken und Brennen im betroffenen Bereich. In Folge kommt es zur Rötung der betroffenen Stelle (Lippe, Schamlippen, Scheide oder Penis) und es bildet sich eine Schwellung. Die dritte Stufe ist die Bläschenbildung, die sich vor allem durch starkes Brennen und Jucken bemerkbar machen. Gleichzeitig zeigt sich bei Frauen verstärkter Scheidenausfluss. Innerhalb von ein bis zwei Tagen öffnen sich die Bläschen und verkrusten. Je nach Schwere der Erkrankung begleiten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schmerzen im Intimbereich den Genitalherpes.

Als hilfreiche Therapie bietet sich die frühzeitige Behandlung mit den Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir an. Diese Virostatika hemmen die Vermehrung der Viren ein und wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Die Behandlung von Lippenherpes erfolgt durch Cremes, während der Herpes genitalis durch die Einnahme des Virostatika in Tablettenform erfolgt.

Vorbeugende Maßnahme gegen eine Herpesinfektion

Gegen eine Infektion mit Genitalherpes ist geschützter Geschlechtsverkehr die einzig mögliche Vorbeugung. Ist eine aktive Erkrankung an Genitalherpes bekannt, sollte unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Nach Abklingen der Erkrankung sollte noch ungefähr einen Monat ausschließlich geschützter Verkehr stattfinden. Für beide Herpestypen gilt, dass die Bläschen nicht berührt werden sollten oder nach der Berührung die Hände umgehend gründlich gewaschen werden. Ähnliche Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für den Lippenherpes.

Kommt es während der Schwangerschaft zu einer Herpes-Infektion, ist unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten. Häufig wird in diesen Fällen zum Schutz des Kindes zur Geburt per Kaiserschnitt geraten.

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