15.04.2016

Frauengesundheit Eierstockzysten: Was sie sind und gesundheitliche Bedeutung

Foto: ©istock simonkr

Eierstockzysten können sowohl angeboren sein, als auch durch hormonelle Schwankungen verursacht werden. Je nach Größe können sie Schmerzen und Komplikationen mit sich bringen.

 

Eine Eierstockzyste ist ein Hohlraum, der teilweise mit Flüssigkeit oder mit Gewebe gefüllt ist. Die Größe ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Zentimetern. Vereinzelt sind Eierstockzysten zu beobachten, die eine Größe von bis zu 30 cm erreichen. Dies ist allerdings sehr selten. Die meisten Eierstockzysten sind sehr klein, werden lange Zeit nicht bemerkt und im Rahmen einer Routineuntersuchung eher zufällig entdeckt. In der Pubertät und in den Wechseljahren treten Eierstockzysten gehäuft auf. Die Ursache dafür sind hormonelle Schwankungen, die in dieser Zeit besonders gravierend sind.

Eierstockzysten sind bei vielen Frauen vorhanden. Sie kommen in allen Altersgruppen vor. Die Ursachen sind sehr vielfältig. So können Eierstockzysten angeboren sein oder im Laufe der Zeit erworben werden. Angeborene Eierstockzysten entstehen durch verlegte Keimdrüsenausgänge. Später erworbene Eierstockzysten sind meist durch hormonelle Schwankungen bedingt. Aus diesem Grunde entstehen sie oft in der Pubertät oder während der Wechseljahre, wenn die hormonellen Schwankungen besonders groß sind. Die Größe und die Zahl der Eierstockzysten kann sehr unterschiedlich sein. Oftmals sind sie in beiden Eierstöcken vorhanden. Es kann aber auch nur ein Eierstock betroffen sein.

Bei kleinen Eierstockzysten kommt es selten zu Komplikationen

Sind die Eierstockzysten sehr klein, verursachen sie in der Regel keinerlei Beschwerden. Dies ist erst der Fall, wenn sie eine bestimmte Größe erreichen. Mögliche Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr. Sehr häufig kommt es außerdem zu Zyklusstörungen. So kann der Regelblutung unregelmäßig, besonders stark oder auch schwach sein. Es kann auch zu einem längeren Ausbleiben der Regelblutung oder zu Schmierblutungen kommen.

Werden Eierstockzysten sehr groß, kann es zu einer Zunahme des Bauchumfanges kommen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Eierstockzysten Größen von 20 bis 30 cm erreichen. Komplikationen im Zusammenhang mit der Entstehung oder mit dem Wachstum von Eierstockzysten sind in der Regel nicht vorhanden. Zerreißt eine Eierstockzyste, kann dies unter Umständen sehr schmerzhaft sein. Es ist aber fast immer harmlos. Ansonsten werden Schmerzen nur von großen bis sehr großen Eierstockzysten verursacht.

Eierstockzyste - Diagnose und Therapie

In vielen Fällen werden Eierstockzysten im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt, ohne dass vorher irgendwelche Symptome aufgetreten sind. Vor der Untersuchung wird der Frauenarzt eine genaue Anamnese erheben und dabei Fragen zur Regelblutung und zu einem möglicherweise bestehenden Kinderwunsch stellen. Die Untersuchung besteht aus dem Abtasten und dem Ultraschall. Sofern es erforderlich erscheint, kann auch eine Bauchspiegelung durchgeführt werden. Ist die Patientin bereits 40 Jahre oder älter, ist es sehr wichtig, genau abzuklären, ob bösartige Veränderungen vorliegen. Frühzeitig erkannt, ist Eierstockkrebs in vielen Fällen heilbar.

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt genau erkennen, wie große die Zyste ist, um welche Art der Zyste es sich handelt und wie die Strukturen beschaffen sind. Eine Bauchspiegelung erfolgt unter Vollnarkose. Dabei erfolgen drei kleine Schnitte in die Bauchdecke. Eine Kamera und chirurgische Instrumente werden in den Bauch eingebracht. Der Arzt kann Gewebeproben entnehmen und die Zyste bei Bedarf gleich entfernen.

Die Behandlung richtet sich nach der Größe und der Art der Zyste. In ungefähr 90% der Fälle bilden sich Eierstockzysten von selbst zurück. Sind die Eierstockzysten klein und verursachen keinerlei Beschwerden, kann erst einmal abgewartet werden. Regelmäßige Ultraschall- und Tastuntersuchungen sind in diesem Falle angeraten. Haben die Eierstockzysten hormonelle Ursachen, können Medikamente oder Hormone verabreicht werden. Erst wenn die Eierstockzysten sehr groß sind und/oder massive Beschwerden verursachen, müssen sie operativ entfernt werden.

Mehr zu Frauengesundheit:

Die Einnistungsblutung - erstes Zeichen einer Schwangerschaft

Harninkontinenz bei Frauen: Weit verbreitet, dennoch schambehaftet

Präeklampsie - Die Gefahr in der Schwangerschaft

Seite

Kommentare