23.03.2016

Wirkungsvoll behandeln Chlamydien - schwer zu erkennen, aber gut behandelbar

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Foto: ©iStock / Visivasnc

Bakterielle Infektionen mit Chlamydien gehören zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen. Pro Jahr kommen etwa 10.000 neue Infektionen hinzu.

Die Bakterienart Chlamydia trachomatis kommt weltweit vor und teilt sich in drei Unterarten - sogenannte Serotypen - auf. In Europa spielt nur der Serotyp D-K eine Rolle. Die Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts in Berlin schätzen, dass in Deutschland zwischen einigen hunderttausend und einer Million Menschen die Erreger in sich tragen. Eine Infektion mit dem Erreger hat mehr oder weniger schwere Entzündungen der Geschlechtsorgane und der Harnwege zur Folge.

Die Erreger werden vorwiegend auf sexuellem Wege übertragen, jedoch spielen für die Ansteckung auch Schmierinfektionen eine Rolle. Chlamydien befallen beide Geschlechter gleichermaßen, allerdings sind sexuell aktive junge Frauen besonders oft betroffen. Scheide und Muttermund sind in den ersten fruchtbaren Jahren noch recht durchlässig für Keime, auch das Immunsystem muss erst "lernen", genitale Infektionen wirksam zu bekämpfen. Zudem befindet sich am äußeren Muttermund junger Frauen ein Zelltyp, der Chlamydieninfektionen zusätzlich begünstigt.

Chlamydien - unspezifische Symptome, potentiell schwere Folgen

Chlamydien erweisen sich oft als heimtückische Erkrankung, da sie sich bei 70 bis 80 Prozent der betroffenen Frauen durch keine oder nur sehr unspezifische Symptome äußern. Eine unerkannte und unbehandelte Chlamydiose kann jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Unter anderem gilt die Infektion als eine der Hauptursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen. Die Erreger führen zu aufsteigenden Unterleibsentzündungen. Durch diese können die Eileiter so stark verkleben und vernarben, dass die Spermien sie nicht mehr passieren können.

Außerdem erhöhen Chlamydien das Risiko für eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft sowie für Fehl- und Frühgeburten. Wenn das Baby während der Geburt mit den Erregern in Berührung kommt, können daraus schwere Augen- und Lungenentzündungen resultieren. Zu jedem Vorsorgetermin in der Schwangerschaft wird daher auch ein Urintest auf Chlamydien vorgenommen.

Wie Sie eine Chlamydieninfektion erkennen

Eine akute Chlamydiose macht sich oft zuallererst durch eine eitrige Harnröhrenentzündung bemerkbar. Parallel dazu nisten sich die Bakterien in den weiblichen Geschlechtsorganen ein. Mögliche Symptome sind Entzündungen des Gebärmutterhalses, der Scheide oder der beiden Bartholin-Drüsen am Scheideneingang. Durch die entzündlichen Prozesse kann es zu Juckreiz und Brennen in Harnröhre und Scheide, vermehrtem Ausfluss, Schmier- und Zwischenblutungen sowie zu sogenannten Kontaktblutungen während des Sexualverkehrs kommen.

Wenn die aufsteigende Entzündung die Gebärmutter erreicht, macht sie sich sehr wahrscheinlich durch einen dumpfen Druckschmerz im Unterbauch bemerkbar. Falls die Eileiter oder die Eierstöcke betroffen sind, resultieren daraus heftige Schmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl und in der Regel Fieber. In seltenen Fällen breitet sich eine unbehandelte Chlamydiose im gesamten Bauchraum aus. Die Infektion hat dann längst ein chronisches Stadium erreicht.

Durch Antibiotika heilen akute Chlamydieninfektionen völlig aus

Dem Arzt reicht zu einer relativ sicheren Diagnose meist bereits die vaginale Untersuchung aus. Als Leitsymptom der Erkrankung gilt starker Ausfluss, der einen charakteristischen Geruch besitzt. Für den Nachweis des Erregers wird ein Abstrich am Gebärmutterhals entnommen und mikroskopisch untersucht. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Wie lange diese eingenommen müssen, hängt davon ab, wie weit sich die Entzündung bereits ausgebreitet hat. Bei einer akuten Chlamydiose kann die Antibiotika-Therapie bis zu 20 Tagen dauern, danach ist die Infektion in der Regel ausgeheilt.

Chronische Infektionen oder Komplikationen erfordern unter Umständen jedoch eine deutlich längere Behandlung. Ihr Partner sollte sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls mitbehandeln lassen. Die besten Vorbeugungsmaßnahmen gegen eine Chlamydieninfektion sind eine monogame Beziehung und "Safer Sex" - also die Verwendung von Kondomen - mit einem neuen, noch unbekannten Partner. Auch leichte, unklare Symptome im Urogenitalbereich sind ein Alarmzeichen Ihres Körpers und folglich ein guter Grund für einen Arztbesuch.

Auch wenn Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Ihnen keine direkte Entwarnung geben können, ist eine Chlamydiose bei frühzeitiger Behandlung sehr schnell ausgestanden

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