14.04.2016

Unerfüllter Kinderwunsch Unfruchtbarkeit - wenn das Baby auf sich warten lässt

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Foto: ©istock/tommaso79

Paare, die eine Familie gründen möchten, hoffen, dass es mit dem Wunschkind auf Anhieb klappt. Wenn das ersehnte Baby auf sich warten lässt, steht bald die Frage der Fruchtbarkeit im Raum.

Zuerst die gute Nachricht: Falls hinter Ihnen schon einige Monate erfolgloser Versuche liegen und sich Ihr Wunschkind noch immer nicht auf den Weg macht, besteht aus medizinischer Sicht noch lange kein Grund zur Sorge. Möglicherweise setzen Sie und Ihr Partner sich durch Ihren Kinderwunsch in einem Maße unter Druck, dass Ihre Psyche vorerst die Möglichkeit einer Schwangerschaft blockiert, vielleicht spielen dafür auch andere Faktoren - beispielsweise Stress oder unterschiedliche Arbeitsorte - eine Rolle. Von einer Fruchtbarkeitstörung sprechen die Ärzte erst, wenn trotz bestehenden Kinderwunsches im Laufe von etwa zwei Jahren keine Schwangerschaft zustande kommt.

70 Prozent aller Frauen mit Kinderwunsch werden innerhalb eines Jahres schwanger

Die Medizinstatistik spricht eine recht eindeutige Sprache: 70 Prozent aller Frauen - oder aller Paare - die sich Kinder wünschen, werden innerhalb des ersten Jahres schwanger. Im zweiten Jahr meldet sich auch bei der Hälfte der restlichen Paare ein Baby an. Aus Sicht der Experten haben Sie in diesem zeitlichen Rahmen keinerlei Probleme mit der Fruchtbarkeit. Falls Sie sich Sorgen machen, ob die frühere Verwendung hormoneller Verhütungsmittel für das lange Warten eine Rolle spielt, können die Ärzte ebenfalls meist Entwarnung geben.

Die Antibabypille oder eine Hormonspirale haben keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Allerdings kann es einige Monate dauern, bis sich der natürliche Zyklus wieder eingependelt hat. Von Hormonimplantaten oder der Drei-Monats-Spritze werden Ihnen Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt bei bestehendem Kinderwunsch sehr wahrscheinlich abgeraten haben, da die Zyklusnormalisierung danach deutlich mehr Zeit benötigt.

Was passiert, wenn der Zweijahreszeitraum überschritten wird?

Als Erstes: Mit Ihren Sorgen um die Fruchtbarkeit können Sie sich natürlich auch schon vor dem Ablauf der statistisch relevanten Zweijahresfrist an Ihren Gynäkologen wenden. Er wird verschiedene Untersuchungen veranlassen, um mögliche Gründe für die von Ihnen befürchtete Unfruchtbarkeit zu ermitteln. Liegt eine Hormonstörung frei, durch die Ihr Eisprung ausbleibt?

Wie sieht es mit der Spermienqualität Ihres Partners aus? Haben Sie eine organische Krankheit, die sich auf Ihre Fruchtbarkeit auswirkt? Im Arztgespräch werden auch seelische Belastungen sowie ungesunde Lebensgewohnheiten zur Sprache kommen. Oft gestaltet sich die Behandlung der körperlichen und seelischen Faktoren, die einer Schwangerschaft entgegenstehen, danach oft einfacher als ursprünglich erwartet.

Moderne reproduktionsmedizinische Verfahren - viele Wege zu einer Schwangerschaft

Wenn Sie und Ihr Partner wider Erwarten zu jenen 15 Prozent der Paare mit Kinderwunsch gehören, bei denen sich denen sich der ersehnte Nachwuchs trotz aller Bemühungen nicht einstellt, können Ihnen vielleicht moderne reproduktionsmedizinische Verfahren doch noch zu Ihrem Kind verhelfen.

Das Spektrum reicht von auf den Eisprung abgestimmtem Sex und die Stimulierung der Eireifung durch eine Hormonbehandlung bis zur sogenannten "künstlichen Befruchtung". Eine intrauterine Insemination - also das Einführen des männlichen Samens in den Uterus - erfolgt bei leichten bis mittelschweren Störungen der Spermienbildung Ihres Partners. Bei leichten Beeinträchtigungen der Zeugungsfähigkeit, irreparablen Schädigungen der Eileiter, einer Unfruchtbarkeit mit unbekannter Ursache oder aufgrund von Immunabwehrreaktionen kann eine In-Vitro-Fertilisation erfolgen.

Die Eizelle wird dabei außerhalb der Gebärmutter (in vitro - "im Glas") befruchtet. Als Therapieoptionen bei schweren Fruchtbarkeitsstörungen des Mannes kommen außerdem die direkte Injektion eines einzelnen Spermiums in die Eizelle oder die mikrochirurgische Gewinnung von Spermien aus den Nebenhoden in Frage. Allerdings sind auch die körperlichen und seelischen Belastungen durch die Therapien nicht zu unterschätzen. Gönnen Sie sich Auszeiten von den Behandlungen und dem Erwartungsdruck, der daraus zwangsläufig resultiert.

Und entwickeln Sie - hoffentlich nur vorsichtshalber - zusammen mit Ihrem Partner auch Vorstellungen über erfüllende Alternativen ohne Kind.

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