16.04.2016

Richtig handeln Präeklampsie - Die Gefahr in der Schwangerschaft

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Foto: ©istock Halfpoint

In der zweiten Schwangerschaftshälfte besteht vor allem bei Erstgebärenden das Risiko der Präeklampsie. Was Sie darüber wissen sollten...

Präeklampsie, Gestose, schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, präeklamptische Toxämie oder Schwangerschaftsvergiftung - für das Krankheitsbild in der Schwangerschaft gibt es viele Namen. Hauptsächlich sind diese der Unsicherheit geschuldet, die sich auf die Ursachen der gefährlichen Erkrankung bezieht. Wird die Präeklampsie frühzeitig erkannt und schnell behandelt, lässt sich die Gefahr für Mutter und Kind gering halten. Aufgrund des abrupten Eintritts und Fortschreitens bleibt dafür aber wenig Zeit.

Charakteristisch für die Präeklampsie sind:

  • Bluthochdruck
  • Ödeme
  • Eiweiß im Urin

Sowohl Ödeme, also Wassereinlagerungen im Gewebe, als auch Bluthochdruck treten während einer Schwangerschaft recht häufig auf. Der Körper der werdenden Mutter muss mit einer erheblichen Mehrbelastung zurechtkommen, was eben zu Schwellungen von Händen, Beinen und Füßen sowie Gesicht führen kann und auch den Anstieg des Blutdrucks erklärt.

Diese Symptome sind für sich allein genommen also nicht direkt bedenklich, sondern weit verbreitet. Gefährlich wird es allerdings, wenn zwei oder mehr der Anzeichen gemeinsam auftreten. Dann nämlich, sind bereits mehrere Organe in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem der Blutkreislauf ist eingeschränkt, die Zellen werden schlechter versorgt, die Leber und die Nieren kommen ihrer filternden und entgiftenden Funktion nicht mehr nach.

Erkennen können Sie einen solchen Zustand an den folgenden Symptomen:

  • Vor allem die Gliedmaßen sind geschwollen, wirken aufgedunsen oder prall, spannen und drücken
  • Die Urinmenge nimmt trotz gleichbleibender Flüssigkeitsaufnahme ab; der Urin wirkt trüb und/oder schäumt; der Bereich der Nieren schmerzt
  • Das Gesicht ist gerötet, es bestehen Kopfschmerzen und Druckgefühle im Kopf sowie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit
  • Abgeschlagenheit, ein schlechtes Allgemeinbefinden und Unruhe treten auf
  • Schmerzen im (rechten) Oberbauch

Auch Sehstörungen, eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Licht und Krampfanfälle sind möglich. Bemerken Sie derlei Anzeichen, sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Eine Präeklampsie kann sich innerhalb einer Stunde zum lebensbedrohlichen Zustand entwickeln - schnelles Handeln ist daher sowohl für Mutter als auch Kind essenziell. Selbst wenn nur vereinzelte Symptome auftreten, ist ein sofortiger Arztbesuch angeraten. Je eher die Präeklampsie oder eine andere Störung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und -erfolge.

Die Risiken für Präeklampsie

Besteht bereits vor der Schwangerschaft Bluthochdruck, Diabetes, eine Mangelernährung oder Nierenerkrankung, ist das Risiko für eine Präeklampsie erhöht. Das gilt auch bei der ersten Schwangerschaft und wenn es in der Familie oder bei vorhergehenden Schwangerschaften bereits zu derlei Fällen kam. Gerade dann ist eine engmaschige Kontrolle angeraten. Der Präeklampsie kann jedoch noch auf anderen Wegen vorgebeugt werden.

Der Präeklampsie vorbeugen

Die Schwangerschaft an sich ist zwar keine Krankheit, stellt allerdings eine Belastung für den Körper dar. Blut und Hormone müssen in vermehrter Menge gebildet werden, der Druck auf Blutgefäße und Organe nimmt zu, der Bedarf an Nährstoffen und Regeneration steigt an.

Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Präeklampsie sind daher eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und Schonung. Nehmen Sie sich Zeit für Entspannung und viel Schlaf, achten sie auf eine gute Versorgung mit Magnesium und Omega-3-Fettsäuren sowie Vitaminen. Legen Sie häufiger die Füße hoch - das erleichtert dem Herzen die Arbeit und verbessert die Durchblutung.

Zudem sollten Sie selbstverständlich alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und bei bestehenden Risikofaktoren engmaschigere Arzttermine vereinbaren. Zudem kann es sinnvoll sein, ein zuverlässiges Blutdruckmessgerät und Teststreifen für Eiweiß im Urin zur Hand zu haben. Beides ist vergleichsweise preisgünstig in der Apotheke erhältlich und kann im Zweifelsfall für Sicherheit sorgen und zu einer frühzeitigen Erkennung eventuell bestehender Störungen führen.

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