14.04.2016

Verdauungsstörung Durchfall - Wenn der Darm gestresst ist

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Foto: ©istock/Staras

Wenn es im Bauch rumort und schmerzhaft krampft, kann die nächste Toilette gar nicht nah genug sein. Unter Durchfall leidet jeder einmal.

Die Ursachen für Durchfall sind vielfältig. Lebensmittelunverträglichkeiten, chronische Störungen des Verdauungstraktes, Medikamente, Bakterien und Viren aber auch Stress, Genussmittel, psychische Belastungen und Hormone können verantwortlich sein. Wenn Sie häufiger unter Durchfall oder Diarrhö - wie dieser in der medizinischen Fachsprache genannt wird - leiden, kann die Suche nach dem Auslöser also etwas Geduld erfordern. Dabei sind das falsche Essen oder Krankheitserreger nicht in jedem Fall verantwortlich für die Diarrhö. Mit den richtigen Mitteln und Maßnahmen können Sie aber vorbeugen.

Durchfall ist nützlich

Mindestens dreimal täglich muss Stuhl von dünnerer Konsistenz auftreten, bevor von Durchfall die Rede ist. Der eigentliche Sinn der eiligen Toilettengänge: Der Körper versucht sich zu reinigen. Ob Giftstoffe oder Krankheitserreger schnellstmöglich aus dem Darm befördert werden sollen, Durchfall kann also durchaus nützlich sein.

Allerdings gehen dabei auch viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren. Ihr erster Behandlungsschritt sollte daher nicht das medikamentöse Stoppen der Diarrhö, sondern der Flüssigkeitsausgleich sein. Hierfür gut geeignet sind Tee mit Zucker und einer Prise Salz, isotonische Sportgetränke, Wasser und leicht gesalzener Reis oder Reisschleim.

Neben der schützenden Funktion des Durchfalls kann dieser auch auf eine Störung der Darmflora oder andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Leiden Sie länger als drei Tage, besonders schlimm oder sehr häufig unter Diarrhö, sollten Sie daher umgehend einen Arzt aufsuchen. Das gilt ebenso, wenn zugleich Erbrechen und Fieber auftreten oder es sich um blutigen Durchfall handelt.

Durchfall während der Menstruation

Jede dritte Frau hat vor und während ihrer Menstruation nicht nur mit schmerzhaften Krämpfen, sondern auch mit Durchfall zu kämpfen. Vollständig geklärt ist der Zusammenhang noch nicht. Experten vermuten jedoch, dass das Hormon Prostaglandin verantwortlich ist. Dieser Botenstoff steht hinter den Kontraktionen der Gebärmutter. Er begünstigt und beschleunigt also das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut. Den gleichen Effekt kann das Hormon auch auf den Darm haben, der dann ebenfalls beschleunigt kontrahiert. Der Nahrungsbrei wird dadurch schneller ausgeleitet. Verdauungsprozesse im Darm können nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden.

Die möglichen Folgen sind Mangelzustände, Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Da sich der Darm hierbei nicht durch Durchfall reinigt, sondern gewissermaßen überreagiert, ist die Verwendung durchfallstoppender Medikamente durchaus sinnvoll. Auch der Verzicht auf tierische Lebensmittel, die vermehrte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren (beispielsweise in Form von Chia Samen) und Entspannungsübungen können zusätzlich oder als Alternative zu den Medikamenten eine spürbare Verbesserung bewirken.

Extra-Tipp: Fetter Seefisch wie Lachs, Thunfisch und Makrele enthalten viel entzündungshemmendes und leicht verwertbares Omega-3. Nehmen Sie Ihre Menstruation also ruhig zum Anlass, um sich mit einer großen Portion Sushi zu verwöhnen. Immerhin ist es Ihrer Gesundheit zuliebe.

Durchfall und Stress

Eine Rede halten, ein wichtiges Gespräch mit dem Chef führen oder eine Prüfung absolvieren - Druck, Angst und Stress schlagen vielen nicht nur auf den Magen, sondern vor allem auf den Darm. Das erhöht wiederum den Stressfaktor und läutet einen Teufelskreis ein.

Wenn Sie unter stressbedingtem Durchfall leiden, sind Sie diesem aber nicht hilflos ausgeliefert. Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung der schwierigen Aufgabe, gehen Sie diese in Gedanken oder Rollenspielen durch und legen Sie sich mögliche Antworten bereit. Diese Übungen stärken das Selbstbewusstsein und reduzieren die Angst vor der Situation. Zudem können Sie Entspannungstechniken, wie Meditation und autogenes Training, erlernen. Diese beruhigen nicht nur den Kopf, sie entspannen auch den nervenreichen Bauch und können Durchfällen so effektiv entgegenwirken.

Bedenken Sie zudem, dass Aufregung nicht nur bei Ihnen abführend wirkt. Allein dieses Wissen kann entlastend sein.

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