26.04.2019

Erschöpfungsdepression Burnout – diese Symptome sind typisch

Erschöpfungsdepression Burnout: Bestimmte Berufsgruppen und Studiengänge sind stärker gefährdet als andere. Welche Burnout-Symptome typisch sind – und warum Sie auf Ihren Körper hören sollten.

Foto: iStock/Marjan_Apostolovic

Erschöpfungsdepression Burnout: Bestimmte Berufsgruppen und Studiengänge sind stärker gefährdet als andere. Welche Burnout-Symptome typisch sind – und warum Sie auf Ihren Körper hören sollten.

Burnout wird zu Unrecht als Modekrankheit bezeichnet und bedeutet weit mehr als nur Erschöpfung. Erfahren Sie, welche Anzeichen eindeutig für das Burnout-Syndrom sprechen.

Nur wer vorher richtig "gebrannt" hat, kann später ausbrennen, sprich von Burnout betroffen sein. Gefährdet sind demnach vor allem Menschen, die sich sehr engagieren, ehrgeizig und diszipliniert sind.

Das Burnout-Syndrom steht oft am Ende einer langen Reihe von Ereignissen, die viel körperliche und psychische Energie gefordert haben. Streng genommen ist es zwar keine Krankheit, doch viele Ärzte sind sich einig: Burnout kann durch Arbeitsüberlastung (aber auch private Überlastung) ausgelöst und somit im Zusammenhang mit einer Depression, gesehen werden. Erfahren Sie mehr über Burnout-Symptome und wie Sie die typischen Anzeichen erkennen.

Burnout-Symptome: Auch Zynismus ist ein typisches Anzeichen

Tatsache ist, dass fünf Mal mehr Frauen als Männer betroffen sind und die Behandlung sehr langwierig sein kann, wenn die psychische Krise erst einmal richtig ausgebrochen ist. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen zu kennen und schnell zu handeln, wenn sie auftreten.

Das Schwierige dabei: Viele Symptome eines Burnouts unterscheiden sich deutlich von denen einer Depression. Denn wer weiß schon, dass es sich etwa bei trockenem Humor, gepaart mit Zynismus, um ein sehr typisches Anzeichen für das Burnout-Syndrom handelt?

Weitere Symptome für Burnout sind körperlicher Natur

Unser Körper reagiert auf Stress – und so reagiert er auch auf einen drohenden Burnout. Was passieren kann:

  • Magenschmerzen: Die empfindlichen Magennerven reagieren besonders sensibel auf psychische Überlastung.
  • Sodbrennen: In diesem Zusammenhang produziert der Magen auch mehr Säure.
  • Blähungen: Stress führt zu Verkrampfungen der Magen- und Darmmuskeln. Dadurch bilden sich mehr Gase.
  • Rückenschmerzen: Stress verhärtet die Rückenmuskeln. Ständige psychische Überforderung führt deshalb häufig zu Schmerzen im Rücken.
  • Häufige Kopfschmerzen: Die permanente psychische Belastung verändert den Tonus der Blutgefäße, Spannungskopfschmerzen werden ausgelöst.
  • Tinnitus: Das Dauergeräusch im Ohr tritt vor allem unter Stress auf und ist typisch für Burnout.
  • Nächtliches Herzklopfen: Wenn nachts das Herz zu rasen beginnt, ist häufig die psychische Überlastung schuld. Denn der Herzschlag wird auch von der Psyche beeinflusst.
  • Erschöpfung und Müdigkeit: Dauernd müde, haben Burnout-Betroffene schnell den Eindruck, dass sie ihr Tagesgeschäft nicht mehr bewältigen können. Erholung aber bringt nicht viel, denn die Gedanken kreisen weiter um die ja dann "liegen bleibenden" Aufgaben.
  • Schlafstörungen: Viele Menschen mit Burnout können nachts kaum schlafen, weil sie ständig über ihren Aufgaben grübeln.
  • Aggressivität: Wer dauernd am Limit ist, reagiert selbst auf den kleinsten Reiz extrem aggressiv. Diese Überreaktion ist besonders typisch für Burnout.

Zu den oben genannten Symptomen, die fast alle psychosomatischer Natur sind, gesellen sich einige andere vor allem psychische Symptome – die Schlinge zieht sich zu, eine Abwärtsspirale kann entstehen:

  • Nachlass der Leistungsfähigkeit: Durch die oben genannten Beschwerden kommt es zu Konzentrationsschwächen und Nervosität, sodass der Betroffene immer mehr blockiert. Er stürzt sich in noch mehr Arbeit, was die Situation nur noch verschlimmert.
  • Rückzug: Die Kraft und die Freude an eigentlich schönen Zeitvertreiben wie Hobbies sinkt. Die Betroffenen ziehen sich von Freunden und Familie zurück und geben sich der Lustlosigkeit hin.
  • Sinnverlust: Eine innere Leere macht sich breit, da im Alltag keine Freude mehr zu bestehen scheint. Hier greift schnell der oben genannte Zynismus wieder. Die Hoffnung auf Besserung sinkt und eine Gleichgültigkeit macht sich sichtbar – Erfolge im Beruf oder private Glücksmomente werden nur noch nüchtern betrachtet.

Warum entsteht Burnout überhaupt?

Warum diese chronische Art der Erschöpfung auftritt, lässt sich pauschal nicht sagen. Klar ist aber, dass gewisse Muster bei Betroffenen immer wieder auftauchen. So können Überforderung, mangelnde Anerkennung und zu viel Druck von außen ausschlaggebend sein. Auch Personen, die sehr idealistisch arbeiten, sind gefährdet. Eine Sache, für die sie sich stark engagieren und dafür möglicherweise anderes aufgeben, nimmt irgendwann überhand, aber der erhoffte Erfolg wird nicht gesehen.

Weitere Faktoren können außerdem sein: wenig Einflussmöglichkeiten, unerfüllbare Vorgaben, aber auch langweilige Routinen, Zeitdruck, zu große Verantwortung, ständige Unterbrechungen, schlechtes Betriebsklima sowie zwischenmenschliche Probleme unter den Kollegen. Auch eine fehlende Jobsicherheit kann ein Faktor sein, weswegen sich ein Arbeitnehmer zu sehr unter Druck setzt.

Eine aktuelle Studie belegt nun, dass sich jeder Zweite heute von Burnout bedroht fühlt.

Aber nicht immer ist zu hoher Druck ausschlaggebend. Auch langweilige Routinen, können dazubeitragen, dass jemand, der sich nicht gefordert genug fühlt, unter "Bore-out" leiden kann.

Dennoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass jeder auf seine ganz individuelle Art gefährdet ist oder eben nicht. Mancher braucht den Stress geradezu und fühlt sich mit Druck erst so richtig wohl, andere wiederrum nicht. Wir sind eben alle unterschiedlich gepolt, allein durch unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse im Leben.

Burnout behandeln: Wie komme ich wieder raus?

Einfach Ruhe halten – haben wir bereits festgestellt – bringt nicht jedem etwas und ist leichter gesagt, als getan. Eine Behandlung muss individuell auf jeden angepasst werden. So helfen dem einen bereits einfache Entspannungstechniken und ein Strukturieren der Ziele oder besseres Zeitmanagement. Anderen wiederum tut vielleicht sogar ein Jobwechsel gut. Auch helfen stärkere soziale Kontakte und ein Fokus auf strukturierte Pausen sowie eine gesündere Lebensweise. Zum Beispiel sollen bestimmte Pflanzenstoffe, sogenannte Adaptogene, echte Stresskiller sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Halten die Symptome an, kann auch eine Psychotherapie helfen, etwa eine Verhaltenstherapie, um neue Strukturen zu erlernen. Oft übernimmt in solchen Fällen die Krankenkasse die Kosten für eine Psychotherapie.

Wie kann ich mich schützen?

Hören Sie auf sich und auf Ihren Körper. Der Körper reagiert ungemein empfindlich auf psychische Belastungen. Sollten Sie einige der oben genannten Burnout-Symptome bei sich (oder auch bei anderen) beobachten, reagieren Sie.

Überdenken Sie ruhig Ihre Situation, nehmen Sie sich gezielt Ruhepausen und sprechen Sie mit anderen. Außerdem gibt es zahlreiche Anti-Stress-Tipps, die dabei helfen sich besser zu entspannen. Sie müssen sich nur die Zeit dafür nehmen. Denn ein Burnout kann schnell in eine ausgewachsene Depression ausarten.

Gehen Sie aufmerksam mit sich selbst um

Achten Sie auf weniger Stress und schaffen Sie einen gesunden Abstand zu emotional stressigen Situationen. Reden Sie mit anderen, auch mit Kollegen. Trennen Sie Arbeit und Privates – keine Mails nach Feierabend und schon gar nicht im Urlaub. Während der Arbeit hilft es, sich für Routineaufgaben wie Mails checken feste Zeitfenster einzuplanen. Das gleiche gilt übrigens auch für Arbeiten im Haushalt. Denn wegen zu vieler Aufgaben droht auch Müttern Burn-out

Vermeiden Sie, wenn möglich, zu viele Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen und nehmen Sie sich zwischendurch auch Zeit für sich. Abschalten lautet die Devise und mehr "Me-Time", bitte!

Machen Sie sich auch mit diesen 7 Happy-Geheimnisse einen schönen Tag.

Außerdem hilft es ungemein, mit Freunden zu reden, um dem Druckgefühl in der Bauchregion Luft zu machen. Ebenso gut: Bewegung! Gehen Sie bei Gelegenheit an die frische Luft, denn dabei werden Glückshormone ausgeschüttet, die das Immunsystem stärken und für mehr Kreativität sorgen. Auch ein Spaziergang durch den Wald leert den Kopf fast automatisch von schlechten Gedanken, ebenso wie Meditation.

Kleiner Tipp: Lassen Sie dabei das Smartphone ausnahmsweise mal zuhause.

_______________________

Ein paar Tipps, wie Sie Stress im Alltag reduzieren können, , haben wir für Sie als Anreiz noch zusammengestellt. Und sollten Sie doch auf eine professionelle Hilfe zurückgreifen wollen, ist es hilfreich, zu wissen, wie der Ablauf einer Psychotherapie aufgebaut ist.

Testen Sie auch, ob Sie Burnout-gefährdet sind..

Seite

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen