25.09.2018

Erschöpfungsdepression Burnout – diese Symptome sind typisch

Erschöpfungsdepression Burnout: Bestimmte Berufsgruppen und Studiengänge sind stärker gefährdet als andere. Welche Burnout-Symptome typisch sind – und warum Sie auf Ihren Körper hören sollten.

Foto: iStock/Marjan_Apostolovic

Erschöpfungsdepression Burnout: Bestimmte Berufsgruppen und Studiengänge sind stärker gefährdet als andere. Welche Burnout-Symptome typisch sind – und warum Sie auf Ihren Körper hören sollten.

Burnout wird zu Unrecht als Modekrankheit bezeichnet und bedeutet weit mehr als nur Erschöpfung. Es gibt bestimmte Anzeichen, die ziemlich eindeutig für das Burnout-Syndrom sprechen.

Nur wer vorher richtig "gebrannt" hat, kann später ausbrennen, sprich von Burnout betroffen sein. Gefährdet sind demnach vor allem Menschen, die sich sehr engagieren, ehrgeizig und diszipliniert sind.

Das Burnout-Syndrom steht oft am Ende einer langen Reihe von Ereignissen, die viel körperliche und psychische Energie gefordert haben. Streng genommen ist es zwar keine Krankheit, wird jedoch im Zusammenhang gesehen mit einer Depression, die durch Arbeitsüberlastung ausgelöst wurde. Welche Burnout-Symptome es gibt – und wie Sie die typischen Anzeichen erkennen.

Burnout-Symptome: Auch Zynismus ist ein typisches Anzeichen

Tatsache ist, dass fünf Mal mehr Frauen als Männer betroffen sind und die Behandlung sehr langwierig sein kann, wenn die psychische Krise erst einmal richtig ausgebrochen ist. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen zu kennen und schnell zu handeln, wenn sie auftreten. Das Schwierige dabei: Viele Symptome eines Burnouts unterscheiden sich deutlich von denen einer Depression. Denn wer weiß schon, dass es sich etwa bei trockenem Humor gepaart mit Zynismus um ein sehr typisches Anzeichen für das Burnout-Syndrom handelt?

Weitere Symptome für Burnout sind körperlicher Natur

Unser Körper reagiert auf Stress – und so reagiert er auch auf einen drohenden Burnout. Was passieren kann:

  • Magenschmerzen: Die empfindlichen Magennerven reagieren besonders sensibel auf psychische Überlastung.

  • Sodbrennen: In diesem Zusammenhang produziert der Magen auch mehr Säure.

  • Blähungen: Stress führt zu Verkrampfungen der Magen- und Darmmuskeln. Dadurch bilden sich mehr Gase.

  • Rückenschmerzen: Stress verhärtet die Rückenmuskeln. Ständige psychische Überforderung führt deshalb häufig zu Schmerzen im Rücken.

  • Häufige Kopfschmerzen: Die permanente psychische Belastung verändert den Tonus der Blutgefäße, Spannungskopfschmerzen werden ausgelöst.

  • Tinnitus: Das Dauergeräusch im Ohr tritt vor allem unter Stress auf und ist typisch für Burnout.

  • Nächtliches Herzklopfen: Wenn nachts das Herz zu rasen beginnt, ist häufig die psychische Überlastung schuld. Denn der Herzschlag wird auch von der Psyche beeinflusst.

  • Erschöpfung und Müdigkeit: Dauernd müde, haben Burnout-Betroffene schnell den Eindruck, dass sie ihr Tagesgeschäft nicht mehr bewältigen können. Erholung aber bringt nicht viel, denn die Gedanken kreisen weiter um die ja dann "liegen bleibenden" Aufgaben.

  • Schlafstörungen: Viele Menschen mit Burnout können nachts kaum schlafen, weil sie ständig über ihren Aufgaben grübeln.

  • Aggressivität: Wer dauernd am Limit ist, reagiert selbst auf den kleinsten Reiz extrem aggressiv. Diese Überreaktion ist besonders typisch für Burnout.

Zu diesen Symptomen, die fast alle psychosomatischer Natur sind, gesellen sich einige andere vor allem psychische Symptome – die Schlinge zieht sich zu, eine Abwärtsspirale kann entstehen:

  • Die Leistungsfähigkeit lässt nach: Durch die oben genannten Beschwerden kommt es zu Konzentrationsschwächen und Nervosität, der Betroffene blockiert immer mehr. Er stürzt sich in noch mehr Arbeit, was die Situation nur noch verschlimmert.
  • Rückzug: Die Kraft und die Freude an eigentlich schönen Zeitvertreiben wie Hobbies sinkt, die Betroffenen ziehen sich von Freunden und Familie zurück.
  • Sinnverlust: Eine innere Leere macht sich breit, da im Alltag keine Freude mehr zu bestehen scheint. Hier greift schnell der oben genannte Zynismus wieder. Die Hoffnung auf Besserung sinkt.

Was kann ich gegen Burnout-Symptome tun?

Besonders Frauen brechen oft zusammen. Aber selbstverständlich ist niemand gefeit vor dem Syndrom.

Eine "richtige", einheitliche Definition lässt sich für Burnout nicht formulieren. Dafür tritt sie auf zu unterschiedliche Arten auf – und das bei jedem anders. Sie lässt sich wohl noch am ehesten als "Zustand starker emotionaler und körperlicher Erschöpfung durch chronische Überforderung" beschreiben.

Warum entsteht Burnout überhaupt?

Warum diese chronische Art der Erschöpfung auftritt, lässt sich pauschal nicht sagen – klar ist aber, dass gewisse Muster immer wieder auftauchen bei Betroffenen. So können Überforderung, mangelnde Anerkennung und zu viel Druck von außen ausschlaggebend sein. Auch Personen, die sehr idealistisch arbeiten, sind gefährdet. Eine Sache, für die sie sich stark engagieren und dafür möglicherweise anderes aufgeben, nimmt irgendwann überhand, aber der erhoffte Erfolg wird nicht gesehen.

Faktoren können außerdem sein: wenig Einflussmöglichkeiten, unerfüllbare Vorgaben, aber auch langweilige Routinen, Zeitdruck, zu große Verantwortung, ständige Unterbrechungen, schlechtes Betriebsklima sowie zwischenmenschliche Probleme unter den Kollegen. Auch fehlende Jobsicherheit kann ein Faktor sein, weswegen sich ein Arbeitnehmer zu sehr unter Druck setzt.

Aber nicht immer ist zu hoher Druck ausschlaggebend. Wir nannten oben langweilige Routinen. Wer sich nicht gefordert genug fühlt, kann ebenso unter "Bore-out" leiden.

Auch ist jeder auf seine ganz individuelle Art gefährdet oder eben nicht. Mancher braucht den Stress geradezu und fühlt sich mit Druck erst so richtig wohl. Wir sind eben alle unterschiedlich gepolt, allein durch unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse im Leben. Da fehlt leider oft das Verständnis anderen gegenüber. Gegenseitige Unterstützung kann hier viel wert sein und helfen. Fakt ist: Jeder Zweite fühlt sich heute von Burnout bedroht.

Burnout behandeln: Wie komme ich wieder raus?

Einfach Ruhe halten – haben wir bereits festgestellt – bringt nicht jedem etwas. Eine Behandlung muss individuell auf jeden angepasst werden. So helfen dem einen vielleicht einfach Entspannungstechniken und ein Strukturieren der Ziele oder besseres Zeitmanagement. Anderen wiederum tut vielleicht sogar ein Jobwechsel gut. Auch helfen stärkere soziale Kontakte und ein Fokus auf strukturierte Pausen sowie eine gesündere Lebensweise. Zum Beispiel sollen bestimmte Pflanzenstoffe, sogenannte Adaptogene, echte Stresskiller sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Halten die Symptome an, kann auch eine Psychotherapie helfen, etwa eine Verhaltenstherapie, um neue Strukturen zu erlernen. Oft übernimmt in solchen Fällen übrigens die Krankenkasse die Kosten für eine Psychotherapie.

Wie kann ich mich schützen?

Hören Sie auf sich und auf Ihren Körper. Der Körper reagiert ungemein empfindlich auf psychische Belastungen. Sollten Sie einige der oben genannten Burnout-Symptome bei sich (oder auch bei anderen) beobachten, reagieren Sie. Überdenken Sie ruhig Ihre Situation, nehmen Sie sich gezielt Ruhepausen, sprechen Sie mit anderen. Sie denken sich jetzt vielleicht: "Ich kann aber jetzt keinen Gang zurückschalten!" – aber irgendwie wird es möglich sein. Nehmen Sie sich die Zeit. Denn ein Burnout kann schnell in eine ausgewachsene Depression ausarten.

Damit das nicht passiert: Achten Sie auf weniger Stress, schaffen Sie gesunden Abstand zu emotional stressigen Situationen. Reden Sie mit anderen, auch mit Kollegen. Trennen Sie Arbeit und Privates – keine Mails nach Feierabend und schon gar nicht im Urlaub. Während der Arbeit hilft es, sich für Routineaufgaben wie Mails checken feste Zeitfenster einzuplanen. Das gleiche gilt übrigens auch für Arbeiten im Haushalt. Wegen zu vieler Aufgaben droht auch Müttern Burn-out

Vermeiden Sie, wenn möglich, zu viele Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen. Und nehmen Sie sich zwischendurch auch Zeit für sich. Was machen Sie gerne? Die Stunde Tatort am Sonntag Abend beispielsweise sollten Sie sich gönnen. Abschalten lautet die Devise.

Gehen Sie auch raus. Mit Freunden reden hilft ungemein und lenkt ab. Ebenso wie Bewegung. Bei Bewegung an der frischen Luft werden Glückshormone ausgeschüttet – und beim Spaziergang durch den Wald leert sich der Kopf fast automatisch von schlechten Gedanken. Übrigens kann es auch sehr helfen, einmal das Smartphone zu Hause zu lassen. Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Ein paar Tipps, wie Sie Stress reduzieren im Alltag, haben wir Ihnen als Anreiz noch zusammengestellt.

Sie möchten testen, ob Sie Burnout-gefährdet sind? Dann hier entlang.

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