15.04.2016

Schwäche Eisenmangel: Müde und kraftlos?

Foto: ©istock g-stockstudio

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Blässe. Häufig werden diese Symptome fälschlicherweise auf Schlafdefizit oder Stress geschoben.

 

Hinter diesem Beschwerdebild kann jedoch auch eine Stoffwechselstörung des Körpers stecken: der Eisenmangel. Das metallische Element ist für den Organismus essentiell und muss in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Manche Menschen führen zwar genügend Eisen zu, können das Spurenelement aber nicht im Körper halten. Ob Sie dazu gehören, erfahren Sie hier.

Ein Eisenmangel kommt häufiger vor als viele Menschen annehmen. Irrtümlicherweise werden Unwohlsein und Mattigkeit schnell auf das Wetter oder den Stress im Beruf geschoben. Tatsächlich können Stressfaktoren einen Eisenmangel begünstigen, allerdings ist die Eisenmangelkrankheit ein eigenes Beschwerdebild, das es zu behandeln gilt.

Eisen wird als Spurenelement betrachtet. Das bedeutet, dass der Körper nur sehr geringe Mengen davon benötigt. Dennoch ist es lebenswichtig, weil damit unter anderem die roten Blutkörperchen gebildet werden. Diese sind ihrerseits für den Weitertransport von Sauerstoff verantwortlich und der Sauerstoff wird seinerseits in Energie umgewandelt. Kein Wunder also, wenn bei einem Eisenmangel die Kraft schwindet. Ein Eisenmangel kann sogar zu einer Anämie, einer Blutarmut, führen.

>> Anämie: Wie Sie Ursachen und Symptome erkennen

Diese Ursachen stecken dahinter

Bei Eisenmangel können unterschiedliche Ursachen vorliegen. Offensichtlich tritt Eisenmangel bei einem Blutverlust zutage. Nach einem Unfall oder auch bei chronischen Sickerblutungen (Nasenbluten, innere Blutungen) kann ein Eisenmangel auftreten. Manchmal laufen diese Blutungen unbemerkt ab, etwa im Magen-Darm-Bereich. Im schlimmsten Fall sind Tumore dafür verantwortlich, aber auch Zöliakie kann zu einem erheblichen Eisenmangel führen.

Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf zudem um das Doppelte an. Durch Blutungen während der Periode geht Eisen verloren, während der Schwangerschaft muss für das Ungeborene weiteres Blut bereitgestellt werden. Aus diesem Grund ist ein Eisenmangel in der Schwangerschaft relativ häufig. Nur in seltenen Fällen ist die Ursache einfach eine zu geringe Zufuhr über die Ernährung. Über die Nahrung nehmen wir nämlich relativ viel Eisen auf. Fleisch enthält grundsätzlich viel Eisen, Vegetarier und Veganer sollten deshalb zu eisenhaltigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Rote Beete greifen.

Die Symptome eines Eisenmangels

Alle Symptome des Eisenmangels sind diffus und treten auch bei anderen Erkrankungen auf. Schwäche, Atemnot, Blässe und Schwindel sind häufige Anzeichen. Außerdem haben die Patienten Probleme, sich zu konzentrieren oder leiden häufig unter Kopfschmerzen. Massivere Symptome können brüchige Fingernägel, eingerissene Mundwinkel sowie Haarausfall sein. Eisenmangel sollte keinesfalls unterschätzt werden. Leichte Defizite sind zwar nicht bedrohlich, können die Lebensqualität aber schon erheblich einschränken.

Vorsicht während der Schwangerschaft!

Ein Eisenmangel kann für Mutter und Kind ernste Folgen haben. Die Plazenta kann sich bei ausgeprägtem Eisenmangel nicht richtig entwickeln, wodurch das Kind unterversorgt wird. Aufgrund des schlechten Sauerstofftransports wird dem Kind zudem weniger Sauerstoff als benötigt zugeführt, was zu Folgeschäden führen kann. Auch für die Mutter besteht ein zusätzliches Risiko: Sie besitzt bei der Geburt weniger Blutreserven und belastet damit ihr Herz. Bluttransfusionen und lange Krankenhausaufenthalte können während und nach der Geburt notwendig werden.

Die Diagnose durch den Arzt

Der Arzt wird nach dem Anamnesegespräch eine Blutabnahme anordnen. Die Zahl roter Blutkörperchen sowie der Ferritin-Wert geben Auskunft über den Eisenspeicher des Körpers. Manchmal wird der Arzt zudem das Eiweiß Transferrin messen, um genauere Angaben zu erhalten. Bei Eisenmangel steht immer die Suche nach der Ursache im Vordergrund, weil es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom handelt.

So behandelt der Arzt

Die oben genannten Ursachen müssen gründlich abgeklärt und ausgeschlossen werden. Bei einigen Patienten ist der Eisenmangel tatsächlich auf Stress zurückzuführen. Die orale Gabe von Eisenpräparaten sowie eine eisenhaltige Ernährung können zu einer vollständigen Gesundung führen.

Aber auch bei anderen Ursachen wird der Arzt zunächst Eisenmedikamente verschreiben, um das Defizit auszugleichen. Bis zu drei Monate kann es jedoch dauern, um den Eisenspeicher komplett aufzufüllen. Ausgezeichnete Eisenlieferanten sind Fleisch, Erbsen und Bohnen sowie Rote Beete, Pfifferlinge, Vollkorn und Weizenkleie. Die Empfehlung der täglichen Eisenzufuhr liegt bei Männern um 10 Milligramm und bei Frauen um 15 Milligramm.

Seite

Kommentare