15.11.2018

Bei Schwäche Eisenmangel: Müde und kraftlos? Das könnte am Blut liegen

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Abgeschlagen, müde und unkonzentriert? Das könnten Anzeichen für einen Eisenmangel sein. Was passieren kann, wenn Ihnen das Spurenelement fehlt, und was die Ursachen sein können...

Foto: ©istock g-stockstudio

Abgeschlagen, müde und unkonzentriert? Das könnten Anzeichen für einen Eisenmangel sein. Was passieren kann, wenn Ihnen das Spurenelement fehlt, und was die Ursachen sein können...

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Blässe: häufig werden diese Symptome fälschlicherweise auf Schlafdefizit oder Stress geschoben. Dabei kann auch ein Mineralstoffmangel schuld sein.

Hinter Abgeschlagenheit und Müdigkeit kann eine Stoffwechselstörung des Körpers stecken: der Eisenmangel. Das metallische Element ist für den Organismus essentiell und muss in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Manche Menschen führen zwar genügend Eisen zu, können das Spurenelement aber nicht im Körper halten. Ob Sie dazu gehören, erfahren Sie hier.

Eisenmangel kann auch stressbedingt sein

Ein Eisenmangel kommt häufiger vor, als viele Menschen annehmen. Irrtümlicherweise werden Unwohlsein und Mattigkeit schnell auf das Wetter oder den Stress im Beruf geschoben. Tatsächlich können Stressfaktoren einen Eisenmangel begünstigen, allerdings ist die Eisenmangelkrankheit ein eigenes Beschwerdebild, das es zu behandeln gilt.

Eisen wird als Spurenelement betrachtet. Das bedeutet, dass der Körper nur sehr geringe Mengen davon benötigt. Dennoch ist es lebenswichtig, weil damit unter anderem die roten Blutkörperchen gebildet werden. Diese sind ihrerseits für den Weitertransport von Sauerstoff verantwortlich, und der wiederum wird in Energie umgewandelt. Kein Wunder also, wenn bei einem Eisenmangel die Kraft schwindet. Ein Eisenmangel kann sogar zu einer Anämie, einer Blutarmut, führen. Die Anämie kann zwar weitere Ursachen und Symptome haben, ein Mangel an Eisen gehört aber definitiv dazu. Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie auf jeden Fall halten.

Diese Ursachen stecken dahinter

Bei Eisenmangel können unterschiedliche Ursachen vorliegen. Offensichtlich tritt Eisenmangel bei einem Blutverlust zutage. Nach einem Unfall oder auch bei chronischen Sickerblutungen (Nasenbluten, innere Blutungen) kann ein Eisenmangel auftreten. Manchmal laufen diese Blutungen unbemerkt ab, etwa im Magen-Darm-Bereich. Im schlimmsten Fall sind Tumore dafür verantwortlich, aber auch Zöliakie kann zu einem erheblichen Eisenmangel führen.

Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf zudem um das Doppelte an. Durch Blutungen während der Periode geht Eisen verloren, während der Schwangerschaft muss für das Ungeborene weiteres Blut bereitgestellt werden. Aus diesem Grund ist ein Eisenmangel in der Schwangerschaft relativ häufig. Nur in seltenen Fällen ist die Ursache einfach eine zu geringe Zufuhr über die Ernährung. Über die Nahrung nehmen wir nämlich relativ viel Eisen auf. Fleisch enthält grundsätzlich viel Eisen, Vegetarier und Veganer sollten deshalb zu eisenhaltigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Rote Bete greifen.

Verschiedene Stadien: Wie tritt der Eisenmangel auf?

Meist entwickelt sich ein Mangel am Spurenelement in Stufen. Die erste Stufe ist der Speichereisenmangel oder funktioneller Eisenmangel – denn der Körper versucht erst, auf das bereits gespeicherte Eisen zurückzugreifen. Ist dieses aufgebraucht, treten Probleme in der Blutbildung auf und die zweite Stufe, die eisendefizitäre Erythropoese, wird erreicht. Der Hämoglobinwert (HB), ein Wert, den Sie möglicherweise als Abkürzung vom Blutbild kennen, sinkt, und langsam werden Symptome bemerkt. Erst wenn tatsächlich eine Blutarmut auftritt, ist das schwerste Stadium erreicht, die Eisenmangel-Anämie, auch manifester Eisenmangel genannt.

Die Symptome eines Eisenmangels

Alle Symptome des Eisenmangels sind diffus und treten auch bei anderen Erkrankungen auf. Schwäche, Atemnot, Blässe und Schwindel sind häufige Anzeichen. Außerdem haben die Patienten Probleme, sich zu konzentrieren, oder leiden häufig unter Kopfschmerzen. Massivere Symptome eines solchen Nährstoffmangels können brüchige Fingernägel und sprödes Haar und Haarausfall sowie eingerissene Mundwinkel sein. Eisenmangel sollte keinesfalls unterschätzt werden. Leichte Defizite sind zwar nicht bedrohlich, können die Lebensqualität aber schon erheblich einschränken.

Vorsicht während der Schwangerschaft!

Ein Eisenmangel kann für Mutter und Kind ernste Folgen haben. Die Plazenta kann sich bei ausgeprägtem Eisenmangel nicht richtig entwickeln, wodurch das Kind unterversorgt wird. Aufgrund des schlechten Sauerstofftransports wird dem Kind zudem weniger Sauerstoff als benötigt zugeführt, was zu Folgeschäden führen kann. Auch für die Mutter besteht ein zusätzliches Risiko: sie besitzt bei der Geburt weniger Blutreserven und belastet damit ihr Herz. Bluttransfusionen und lange Krankenhausaufenthalte können während und nach der Geburt notwendig werden.

Die Diagnose durch den Arzt

Der Arzt wird nach dem Anamnesegespräch eine Blutabnahme anordnen. Die Zahl roter Blutkörperchen sowie der Ferritin-Wert geben Auskunft über den Eisenspeicher des Körpers. Manchmal wird der Arzt zudem das Eiweiß Transferrin messen, um genauere Angaben zu erhalten. Bei Eisenmangel steht immer die Suche nach der Ursache im Vordergrund, weil es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom handelt.

So behandelt der Arzt

Die oben genannten Ursachen müssen gründlich abgeklärt und ausgeschlossen werden. Bei einigen Patienten ist der Eisenmangel tatsächlich auf Stress zurückzuführen. Die orale Gabe von Eisenpräparaten als Nahrungsergänzungsmittel sowie eine eisenhaltige Ernährung können zu einer vollständigen Gesundung führen.

Aber auch bei anderen Ursachen wird der Arzt zunächst Eisenmedikamente verschreiben, um das Defizit auszugleichen. Bis zu drei Monate kann es jedoch dauern, um den Eisenspeicher komplett aufzufüllen. Ausgezeichnete Eisenlieferanten sind Fleisch, Erbsen und Bohnen sowie Rote Bete, Pfifferlinge, Vollkorn und Weizenkleie. Die Empfehlung der täglichen Eisenzufuhr liegt bei Männern bei rund 10 Milligramm und bei Frauen bei etwa 15 Milligramm.

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