18.04.2016 - 12:19

Gute Heilungschancen Eileiterschwangerschaft: Der Weg zu Gebärmutter verwehrt

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Foto: ©istock/SolStock

Bei der Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern bereits im Eileiter ein.

Die Glücksgefühle, wenn der Schwangerschaftstest endlich zwei Striche aufweist, sind für werdende Mütter und auch Väter unbeschreiblich. Manchmal steht eine Schwangerschaft jedoch bereits zu Beginn unter keinem guten Stern und muss dann abgebrochen werden. Dies ist etwa der Fall bei einer Eileiterschwangerschaft, die sich zunächst wie eine normale Schwangerschaft mit Symptomen wie Morgenübelkeit oder Ausbleiben der Regelblutung darstellen kann. Sogar der Schwangerschaftstest fällt positiv aus, da bereits Hormone ausgeschüttet wurden. Oftmals verlaufen die ersten Wochen wie bei einer normalen Schwangerschaft. Unerkannt kann die Eileiterschwangerschaft jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Die Früherkennung und Therapie ist daher lebenswichtig.

>> Eileiterschwangerschaft – Symptome erst nach der 6. Woche!

Da sich ein Kind jedoch im Eileiter nicht normal entwickeln kann und eine Eileiterschwangerschaft ein hohes gesundheitliches Risiko für die Schwangere birgt, muss sie rechtzeitig abgebrochen werden. Der Frauenarzt kann eine solche Fehlplatzierung der Eizelle jedoch heutzutage schon früh erkennen und die jeweilige Therapie einleiten. Einer erneuten Schwangerschaft steht dann zumeist nichts im Wege, obwohl die Durchlässigkeit des Eileiters beeinträchtigt sein kann. Anders kann dies jedoch bei einer zu spät erkannten Eileiterschwangerschaft sein, wenn der Eileiter bei einer Notoperation irreversibel beschädigt wird.

Was passiert bei einer Eileiterschwangerschaft?

Normalerweise wird eine Eizelle auf ihrem etwa drei- bis fünftägigen Weg durch den Eileiter befruchtet und nistet sich nach den ersten Zellteilungsphasen in der Gebärmutterschleimhaut ein. Dort kann der Fötus sich neun Monate lang entwickeln, bis er dann das Innere der Frau durch die Vagina verlässt.

Im Eileiter kann die Reise der befruchteten Eizelle jedoch gehemmt werden. Diese nistet sich dann spätestens nach sieben Tagen an ihrem jeweiligen Standort ein, egal ob sie sich noch nicht im uterus befindet. Eine Hemmung kann etwa durch eine fehlerhafte Eileiterstruktur erfolgen. Ist diese etwa von Einstülpungen geprägt, kann die Eizelle nicht weiterwandern.

Hemmnisse können außerdem durch Operationen, Vernarbungen oder Verwachsungen zustande kommen. Häufige Ursache sind auch Infektionen, welche die "Flimmerhärchen" im Eileiter beschädigen, so dass der Transport der Eizelle nicht mehr reibungslos funktioniert. Letztlich können auch hormonelle Störungen eine Eileiterschwangerschaft bedingen.

Seltenes Krankheitsbild, jedoch nicht zu unterschätzen

Eine Eileiterschwangerschaft kommt relativ selten vor, ist jedoch die häufigste Erscheinungsform einer deplatzierten Eizelle. Ein bis zwei Prozent aller Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften. Dieser Wert ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen, da die Häufigkeit einer Eileiterschwangerschaft mit zunehmendem Alter der Mutter steigt und heutzutage viele Frauen erst über 30 zum ersten Mal schwanger werden. Andererseits sind auch die Früherkennungsmethoden stetig weiterentwickelt worden, so dass nun auch Eileiterschwangerschaften bereits in einem sehr frühen Stadium erkannt werden können.

Diese Früherkennung ist lebenswichtig, da im schlimmsten Falle etwa ab der siebten oder achten Schwangerschaftswoche ein Zerreissen (Ruptur) des Eileiters droht, welcher nur sehr begrenzt dehnbar ist. Bei der Ruptur kommt es zu Blutungen im Bauchraum der Frau, was zu einem Kreislaufversagen führen kann. Hier ist eine Notoperation angezeigt. Zu dieser lebensbedrohlichen Situation kommt es jedoch oftmals nicht. Häufig wird die befruchtete Eizelle aufgrund der Mangelversorgung im Eileiter vom Körper der Frau selber abgestoßen. Es kommt zu Schmierblutungen.

Der Gynäkologe kann die Eileiterschwangerschaft aber auch bereits nach circa drei bis fünf Wochen erkennen und dann eine operative Entfernung des Embryos oder eine medikamentöse Therapie mittels Methotrexat einleiten. Bei der Früherkennung sind oftmals mehrere Untersuchungen notwendig, um die Eileiterschwangerschaft etwa von Zysten oder einer Blinddarmentzündung abzugrenzen. Die Rettung des Kindes ist nicht möglich. Nach erfolgtem Eingriff oder nach der Therapie mit Methotrexat kann die betroffene Frau bei einer erneuten Schwangerschaft mit bis zu 50 Prozent mit einer Einnistung in der Gebärmutter rechnen. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Eileiterschwangerschaft liegt bei 15 Prozent.

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