15.04.2016

Tipps zur Ursachenfindung Scheidenausfluss - Ursachen und mögliche Erkrankungen

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Foto: ©istock Piotr Marcinski

Der natürliche Ausfluss aus der Scheide setzt meist mit Beginn der Pubertät ein und ist für jede Frau eine alltägliche Erfahrung.

Die natürliche Sekretabsonderung ist Teil der normalen Körperfunktion einer Frau und bietet daher auch keinen Grund zur Sorge. Sie tritt bei Mädchen erstmals zu Beginn der Pubertät auf und begleitet die geschlechtsreife Frau bis zum Ende der Wechseljahre. Bei gesunden Frauen ist dieser natürliche Ausfluss geruchsneutral und von leicht weißlicher Farbgebung. Er besteht aus Schleimhautzellen der Scheide sowie einer Flüssigkeit aus dem Gebärmutterhals und wird aufgrund seiner Farbe häufig auch als Weißfluss bezeichnet. Die Ausflussmenge variiert von Frau zu Frau und ändert sich ebenfalls im Verlauf des Zyklus. Des Weiteren können auch Erregung und starker Stress zu einer vermehrten Sekretion führen.

Verändert sich die normale Sekretion jedoch in ihrer Menge, Konsistenz oder Farbgebung können dies Anzeichen für unterschiedliche Erkrankungen sein. Erfahren Sie mehr über die unterschiedlichen Ursachen von Scheidenausfluss.

Die Funktion des Scheidensekrets

Im Idealfall schützt dieser Ausfluss die Scheide vor dem Befall mit Krankheitserregern sowie die Gebärmutter außerhalb der fruchtbaren Zeit vor dem Eindringen von Spermien. Eine große Anzahl von Milchsäurebakterien im Sekret schafft ein leicht saures Milieu und bietet den Eindringlingen somit kaum Überlebenschancen. Wird dieses fein ausbalancierte Gleichgewicht gestört, kann dies zur Entstehung von unangenehmen Erkrankungen führen. Hierbei handelt es sich um Pilze, Viren oder Bakterien, die sich in dem gestörten Milieu leichter vermehren und Infektionen zur Folge haben. Nimmt der Ausfluss eine gelbliche oder bräunliche Färbung an, entwickelt einen unangenehmen Geruch und kommt zusätzlich noch ein Juckreiz dazu, können dies erste Anzeichen für eine Erkrankung sein.

Bakterien oder Pilze - Ursachen für eine Scheidenentzündung

Der Oberbegriff Scheidenentzündung steht für eine Infektion des weiblichen Intimbereichs. Häufig handelt es sich um Bakterien (z. B. Gardnerella vaginalis) oder Pilze (z. B. Candida albicans). Insbesondere die Pilzerkrankung im Intimbereich ist sicher wohl den meisten Frauen nur zu gut bekannt. Der Frauenarzt wird nach eingehender Untersuchung von Scheide und Abstrich die passende Medikation empfehlen. Bei einer bakteriellen Scheidenentzündung können beispielsweise Antibiotika verschrieben werden, während bei einer Pilzerkrankung spezielle Antimykotika als Cremes oder Vaginalzäpfchen zum Einsatz kommen.

Trichomoniasis, Chlamydien & weitere Geschlechtskrankheiten

Ein stark riechender und vermehrter Scheidenausfluss kann in Einzelfällen auch ein Anzeichen für eine Geschlechtskrankheit sein. Bei den Trichomonaden handelt es sich um kleine Geißeltierchen, die durch Sexualkontakt übertragen werden können.

Das Bakterium Chlamydia trachomatis ist Verursacher für eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten, die in vielen Fällen jedoch leider für einen langen Zeitraum unbemerkt bleibt. Die Folge kann eine Unfruchtbarkeit sein, daher sollten insbesondere junge Frauen auf eine regelmäßige Wahrnehmung der Vorsorgetermine achten. Anzeichen für eine Infektion mit Chlamydien können Schmerzen beim Wasserlassen sowie vermehrter Ausfluss von eitrig-gelber Farbgebung sein. Beide Erkrankungen können mit den entsprechenden Antibiotika gut behandelt werden.

Auch die Gonorrhoe - die Ihnen unter dem landläufigen Namen Tripper vermutlich besser bekannt ist - ist noch immer sehr weit verbreitet. Zu den ersten Anzeichen zählen bei dieser Erkrankung ebenfalls ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen sowie ein stark riechender Ausfluss. Weitere Ursachen für einen stark riechenden und ungewöhnlich gefärbten Ausfluss können noch viele andere Infektionen sein, darunter beispielsweise auch der Herpes-Simplex-Virus.

>> Ist es Tripper? Achten Sie auf diese Symptome!

Die Möglichkeiten für die Veränderungen des Scheidensekrets können vielfältig sein. Neben den genannten Infektionen können auch gutartige Tumore oder Polypen, hormonelle Schwankungen oder ein erhöhter Stresspegel zu einem vermehrten Scheidenausfluss führen.

Nicht immer steckt hinter jeder Veränderung des Scheidensekrets auch eine ernste Erkrankung - häufig kann bereits ein verändertes Scheidenmilieu der Grund sein. Wenn Sie eine Veränderung in Menge, Konsistenz und/oder Geruch der Scheidenflüssigkeit feststellen, sollten Sie zur Sicherheit immer Ihren Gynäkologen um Rat fragen.

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