15.04.2016

Zeichen des Körpers Unregelmäßige Periode - das steckt dahinter

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Foto: ©istock SolStock

Eine unregelmäßige Periode sorgt für große Unruhe und treibt die Betroffenen manchmal zur Verzweiflung.

Wenn Frau sich nicht mehr auf die innere Uhr verlassen kann, werden die Bedenken immer größer. Dabei handelt es sich bei der unregelmäßigen Periode um kein seltenes Phänomen; viele Frauen leiden zumindest zeitweilig darunter. In vielen Fällen stecken Stress und hormonelle Umstellungen dahinter, manchmal ist die unregelmäßige Periode aber auch auf eine ernstere Erkrankung zurückzuführen.

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Eines vorweg: Leichte Schwankungen sind beim monatlichen Zyklus völlig normal. Er dauert 26-32 Tage, wobei die Blutungsdauer zwischen zwei und sieben Tagen liegt. Innerhalb dieses Intervalls sind Schwankungen ganz normal und häufig auf Stress oder veränderte Lebensgewohnheiten zurückzuführen. Abweichend von diesen leichten Schwankungen gibt es allerdings auch Zyklusstörungen, die einer Abklärung bedürfen. Dazu zählen eine verkürzte oder verlängerte Zyklusdauer, schwache oder starke Blutungen, Zusatzblutungen sowie anhaltende Blutungen oder sogar das komplette Ausbleiben der Regelblutung.

Die Ursachen für eine unregelmäßige Periode

Eine unregelmäßige Periode tritt häufig in der Pubertät und den Wechseljahren auf. Wenn Sie sich gerade in dieser Phase Ihres Lebens befinden und ansonsten keine körperlichen Symptome verspüren, kann es an der hormonellen Umstellung ihres Organismus liegen. Dennoch ist auch hier ein frauenärztlicher Check ratsam.

Ebenso besteht die Möglichkeit, dass Sie gerade eine Phase außergewöhnlicher seelischer oder körperlicher Belastung erleben. Diese kann das Hormonsystem kräftig durcheinander bringen. Viele Frauen berichten von unregelmäßiger Periode oder der Unlust auf Geschlechtsverkehr. Stress, ungesunde Ernährung, Rauchen sowie Extremsport oder auch Zeitverschiebungen durch Flugreisen können den Zyklus verändern.

Schilddrüsenerkrankungen, meist eine Über- oder Unterfunktion, können für eine Veränderung der Periode sorgen, außerdem tritt eine unregelmäßige Monatsblutung auch bei Frauen auf, die an Magersucht leiden. Seltener sind Defekte des Hypophysenvorderlappens im Gehirn, die hormonelle Schwankungen hervorrufen.

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Etwas häufiger sind Probleme, die im Eierstockbereich angesiedelt sind. Eine Eileiter- bzw. Eierstockentzündung kann eine unregelmäßige Periode hervorrufen und ist gekennzeichnet durch diffuse Unterleibsschmerzen, Blähungen und Verstopfungen. Sehr selten liegt das sogenannte PCO-Syndrom vor: Eierstockzysten, die mit Übergewicht und männlicher Behaarung einhergehen.

Fehlgeburten können ebenfalls eine unregelmäßige Periode auslösen, insbesondere wenn die Frau mehrere Fehlgeburten erleiden musste. Begleitende Schmerzen, die sich wehenartig ausbreiten, sind dafür charakteristisch.

Im Zweifelsfall lieber zum Arzt

Grundsätzlich sollte eine unregelmäßige Periode vom Arzt abgeklärt werden, weil die Symptome immerhin dafür sprechen, dass etwas mit dem Hormonhaushalt im Körper nicht stimmen könnte. Tritt der unregelmäßige Zyklus nur kurzzeitig auf und lässt er sich eindeutig auf ein bestimmtes Ereignis, etwa eine lange Flugreise oder extremen körperlichen Stress, zurückführen, können Sie einige Tage warten, bevor Sie Ihren Frauenarzt konsultieren. Falls Ihre Periode allerdings häufig oder immer unregelmäßig auftritt, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Der Gang zum Frauenarzt ist auch empfehlenswert, wenn die Blutungen seltener werden oder mit krampf- bzw. wehenartigen Schmerzen verbunden sind. Schmierblutungen, ungewöhnliche Blutfarbe, das vollständige Ausbleiben der Periode sowie Gewichtszunahme und -abnahme sind ebenfalls Anlass für einen Arztbesuch.

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So hilft Ihnen der Arzt

Zunächst führt der Arzt ein Anamnesegespräch, in dem Sie Ihre Probleme schildern. Er befragt Sie dabei zu aktuellen seelischen und körperlichen Beschwerden sowie zur Einnahme von Medikamenten. Anschließend findet immer eine gynäkologische Untersuchung statt, damit der Arzt körperliche Veränderungen (z.B. Eierstockzysten) ausschließen kann. Diese Untersuchung ist in der Regel nicht oder kaum schmerzhaft. Er misst außerdem die morgendliche Basaltemperatur, die Aufschluss über die Eizellenreifung bzw. den Eisprung gibt.

Falls der Arzt den Verdacht auf körperliche Veränderungen hat, wird er ein Ultraschall machen oder sogar Computertomografie bzw. Magnetresonanztomografie einsetzen. Hierbei können etwaige Zysten gut erkannt und Tumore ausgeschlossen werden. Häufig wird der Arzt außerdem Blut abnehmen, um verschiedene hormonelle Werte (z.B. Östrogen und Schilddrüsenhormone) festzustellen.

Die Behandlung der unregelmäßigen Periode

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der unregelmäßigen Periode. Steht beispielsweise eine Magersucht im Vordergrund, muss diese zunächst behandelt werden. Im Allgemeinen reicht es aus, ursächlich zu behandeln. Anschließend findet eine automatische Stabilisierung des Zyklus statt. Falls keine körperlichen Ursachen gefunden werden, wird Ihnen der Arzt Hormonpräparate verschreiben. Die Pille kann geeignet sein, den Zyklus zu stabilisieren.

Achten Sie selbst auf genügend Ruhephasen, Stressabbau und sorgen Sie für einen milden körperlichen Ausgleich. Anstrengende Sportarten sind zur Stabilisierung der Periode nicht geeignet. Heilpraktiker setzen manchmal auf eine Therapie mit Keuschlamm - zuvor sollten Sie aber mit einem Arzt Rücksprache halten.

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