02.04.2016

Kurioses über unsere Beißerchen Ist Karies ansteckend? Neun Fakten rund um Zähne

Ist Karies ansteckend? Ja, unter bestimmten Umständen.

Foto: ©iStock/puhhha

Ist Karies ansteckend? Ja, unter bestimmten Umständen.

Schöne Zähne bringen ein Lächeln so richtig zum Strahlen. Doch obwohl wir unsere Zähne täglich putzen und regelmäßig zum Zahnarzt gehen wissen wir letztendlich wenig über die Zähne und Zahngesundheit.

Kann man Karies etwa beim Küssen bekommen? Warum ist die Pflege der Milchzähne so wichtig? Und was ist der Zahnwurm? Kennen Sie die Antworten auf diese Fragen? Falls nicht, lesen Sie weiter.

Zahnfäule ist die häufigste Infektionskrankheit

Trotz Zahnputzkampagnen und Fluoridtabletten für Kinder: 95 Prozent der Menschen in den Industrienationen haben Karies. Zahnfäule ist demnach die häufigste Infektionskrankheit. Die Ursache dafür: Unsere Ernährungsweise mit viel Zucker und anderen Kohlenhydraten. Im Mund lebende Bakterien und Speichel verarbeiten Kohlenhydrate zu Säuren, die den Zahn angreifen.

Sowohl Milchzähne als auch die bleibenden Zähne werden beim Baby bereits im Mutterleib angelegt. Gene entscheiden darüber, wie groß die Zähne später werden und wie der Zahnstand ist.

Zahnpflege sollte schon mit dem ersten Zahn beginnen. Denn wenn die Milchzähne bereits Karies haben, ist das Risiko groß, dass auch die zweiten Zähne davon befallen werden. Beim Durchbruch ist der Zahnschmelz noch weich und damit besonders anfällig für Karies-Bakterien. Erst mit der Zeit wird der Zahnschmelz so hart, dass er widerstandsfähig ist. Deshalb sollten auch die Milchzähne vor Karies geschützt werden.

Karies ist ansteckend

Karies kann daher ansteckend sein. Dies gilt vor allem für die Übertragung von den Milchzähnen auf die zweiten Zähne, sowie von der Mutter aufs Kind (zum Beispiel durch das Ablecken des Schnullers). Beim Küssen besteht kaum ein Ansteckungsrisiko. Zwar werden dabei die Karies-Bakterien übertragen. Doch gesunde Zähne, die täglich geputzt werden, bekommen dadurch nicht gleich Löcher.

Manuell oder elektrisch putzen? Beides kann gleich gut sein, aber nur, wenn Sie beim manuellen Putzen tatsächlich sorgfältig und ausdauernd schrubben und die Zahnzwischenräume reinigen. Einfacher funktioniert das mit elektrischen Zahnbürsten, die bei der Entfernung von Plaque (Belägen) in Studien ein bisschen besser abschneiden als die gute alte Handzahnbürste.

Zahnkaugummis helfen nicht gegen Plaque

Zahnpflegekaugummis ersetzen nicht das Zähneputzen. Zwar sind die zuckerfreien Kaugummis sinnvoll für unterwegs. Sie neutralisieren nach dem Essen die Säuren, die Karies begünstigen. Außerdem regen sie den Speichelfluss an und damit die Selbstreinigung des Mundraums. Allerdings entfernen zuckerfreie Kaugummis keine Zahnbeläge, das funktioniert nur mit Zähneputzen.

Zahnbürste und Zahnpasta, wie wir sie kennen, gibt es erst seit gut 100 Jahren. Vorher reinigte man sich ausschließlich mit Zahnhölzchen die Zähne, verwendete fasrig gekaute Zweige als Zahnbürste und selbst gerührte Pasten. Diese enthielten unterschiedliche Gewürze, Honig und Öle. Im antiken Rom, als Karies bereits eine echte Volkskrankheit war und schon 20-Jährige oft keinen einzigen gesunden Zahn mehr im Mund hatten, setzte man auf Mundspülungen aus Wein, zum Putzen verwendete man Bimsstein und Lappen.

Die Sage vom Zahnwurm und warum Ötzi Karies hatte

Früher dachte man, Ursache für die Löcher in den Zähnen sei der Zahnwurm. Der Schädling lebe im Zahn und ernähre sich von Zahnblut. Dieser Aberglaube herrschte in manchen Teilen der Welt noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Quacksalber rückten dem Zahnwurm mit Alkohol und Beschwörungen zu Leibe. Letztendlich wurde dann der zerstörte Zahn herausgerissen.

Karies können Sie übrigens auch bekommen, wenn Sie überhaupt keinen Zucker essen. Die Erklärung: Karies gibt es mindestens seit der Altsteinzeit. Das beweist ein 350.000 alter Schädelfund. Auch Ötzi hatte Löcher in den Zähnen und Parodontitis. Warum unsere Vorfahren, die noch keinen Haushaltszucker kannten, trotzdem schon schlechte Zähne hatten? Ihre stärkehaltige Ernährung (Link zu Zahngesundheit) war schuld daran. Knollengemüse und Wurzeln enthalten Kohlenhydrate in Form von Stärke. Und Kohlenhydrate verändern sich im Mund zu zahnschädlichen Säuren.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen