18.04.2016 - 14:12

Was versteht man unter... Menstruationsstörungen: Unregelmäßigkeiten bei der Regel

Von

Redaktion

Foto: ©istock/Wavebreakmedia

Fast jede Frau kennt mindestens eine der häufigsten Formen von Zyklusstörungen. Vorab gut informiert sein, hilft Ihnen hier in jedem Fall.

Um den Begriff Menstruationsstörungen besser einordnen zu können, hilft erst mal das Wissen über einen normal ablaufenden Zyklus. Die monatlichen Blutungen setzen in der Regel zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr ein. Besonders für sehr junge Frauen ist es wichtig, sich mit Zykluslänge und Blutungsdauer erst mal umfangreich vertraut zu machen. Abweichungen bei Stärke und Dauer der Periode können verschiedene Ursachen haben. Häufig sind die Auslöser für Unregelmäßigkeiten bei der monatlichen Blutung jedoch harmlos. Also keine vorschnelle Panik!

Unter Zykluslänge versteht man den Zeitraum zwischen zwei Regelblutungen. Beginnend am ersten Tag der Periode, dauert ein Zyklus im Durchschnitt 28 Tage. Abweichungen von +/- drei Tagen sind hier völlig normal. Auch sollten Sie die durchschnittliche Dauer der Blutungen kennen, um besser einschätzen zu können ob eine Menstruationsstörung vorliegen könnte oder eher nicht. Hier sind es überwiegend vier bis fünf Tage, an denen die Blutungen auftreten. Bei den meisten Frauen ist der zweite Tag der Regel der blutungsintensivste.

Rhythmusstörungen - atypischer Zyklus

Bei den Rhythmusstörungen kommt es zu Abweichungen der Blutungsintervalle. Dazu gehört das in der Fachsprache mit dem Begriff Amenorrhö bezeichnete Ausbleiben der Periode. Hier unterscheidet der Fachmann zwischen dem völligen Ausbleiben der monatlichen Blutungen oder einem blutungsfreien Intervall von mehreren Monaten. Mediziner sprechen hier auch von primärer oder sekundärer Amenorrhö.

Die primäre Amenorrhö bezeichnet den verzögerten erstmaligen Eintritt der monatlichen Regelblutungen. Hier gilt die Obergrenze von 15 Lebensjahren. Die sekundäre Form beinhaltet Unterbrechungen beim bereits eingetretenen Zyklus. Als sicheres Kennzeichen für eine sekundäre Amenorrhö gelten hier blutungsfreie Intervalle ab einem Zeitraum von drei Monaten oder mehr.

Auch die Oligomenorrhö gehört zum Typ der Rhythmusstörungen. Hier gilt: Die Dauer und Stärke Ihrer monatlichen Blutung verläuft normal, aber die Länge des Zyklus überschreitet die Obergrenze von 31 Tagen. Bei Unterschreitungen des Menstruationszyklus handelt es sich um die als Polymenorrhö bezeichnete Störung. Das Intervall zwischen den Blutungen beträgt hier weniger als 25 Tage. Einfach erkennen können Sie eine Polymenorrhö am zu frühen Eintritt der monatlichen Periode.

Typusstörungen - vielfältige Gründe für Abweichungen bei der monatlichen Blutung

Zur Gruppe der Typusstörungen gehören größere Abweichungen bei Dauer und Intensität der Regelblutung. Hierzu sollten Sie wissen, dass eine Gesamtblutungsmenge von 50 bis 100 Millilitern als normal gilt. Haben Sie plötzlich eine sehr starke Regelblutung oder finden sich gar größere Blutklümpchen im Regelblut, handelt es sich um eine Hypermenorrhö. Auch das Gegenteil, die sehr schwache oder ungewöhnlich kurze Blutung, gehört zur Gruppe der Typusstörungen. Hier ist der Grund oftmals das eintretende Klimakterium, das für diese Form der Menstruationsstörung verantwortlich ist. Auch starkes Übergewicht kann ein Grund für intensivere Abweichungen nach unten sein.

Auch besonders schmerzhafte Regelblutungen ordnet der Facharzt zur Gruppe der Typusstörungen. Die sogenannte Dysmenorrhö kann sehr unangenehm sein und in extremen Fällen zu einem starken Krankheitsgefühl führen. Hier ist ärztliche Hilfe besonders wichtig, um regelmäßige Fehltage im Beruf zu vermeiden. Auch sogenannte Schmierblutungen können sehr störend sein. Auftreten kann diese Form der Typusstörung sowohl während als auch außerhalb der monatlichen Blutungen. Möglich ist hier auch das Ersetzen der normalen Regelblutung durch Schmierblutungen.

Alles halb so schlimm?

Zur besseren Einordnung von Menstruationsstörungen hilft es in jedem Fall, wenn Sie sich sorgfältig mit Ihrem Zyklus vertraut machen. Grundlegende Kenntnisse über Dauer und Intensität der Monatsblutungen sind sehr wichtig, um gravierende Störungen rasch zu erkennen. Im Zweifelsfall hilft hier natürlich der zeitnahe Besuch bei einem Gynäkologen. Erst dort kann mit Sicherheit geklärt werden, ob die vorliegende Abweichung noch im Normbereich ist.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe