05.04.2016

Behandlung von Atemnot Asthma: Das hilft, wenn die Luft wegbleibt!

Neben Asthmaspray gibt es auch Langzeitmedikamente gegen die Atemwegskrankheit.

Foto: ©iStock/Wavebreakmedia

Neben Asthmaspray gibt es auch Langzeitmedikamente gegen die Atemwegskrankheit.

Zur Behandlung von Asthma gehört mehr als ein Spray. Wie funktioniert der Test auf die chronischen Erkrankung der Atemwege und welche Medikamente sind sinnvoll?

Bei Atembeschwerden sollten Sie grundsätzlich zum Arzt gehen. Um Asthma (auch Asthma bronchiale genannt) zu erkennen, verfügt er über verschiedene Diagnose-Methoden. An erster Stelle steht die Anamnese, also das ausführliche Gespräch, in dem der Patient seine Beschwerden genau schildert: Wann treten sie auf und wie fühlen sie sich an? Die wichtigsten weiteren Untersuchungen beim Asthmatest sind:

  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie): Die Nase des Patienten wird mit einer Klammer verschlossen. Über ein Mundstück atmet er nun in ein Messgerät ein und aus. Das Gerät misst die Luftmenge und damit die Kraft beim Ein- und Ausatmen. Besonders wichtig dabei ist, wie viel Luft der Patient in einer Sekunde ausatmen kann (Sekundenluft, FEV1). Das zeigt, wie stark die Bronchien verengt sind. Wird dann ein Asthmaspray inhaliert, das die Bronchien erweitert und der dann gemessene FEV1-Wert ist wesentlich besser als vorher, liegt mit ziemlicher Sicherheit Asthma vor.
  • Peak-Flow-Messung: Diese Untersuchung können Sie mit einem kleinen Gerät auch zu Hause durchführen. Sie müssen tief Luft holen und dann mit aller Kraft rasch in das Gerät ausatmen. Damit wird der Wert der höchsten Strömung festgestellt. Das englische Wort Peak Flow bedeutet so viel wie stärkste Strömung.
  • Allergietests wie Pricktest und Provokationstest: Um zu erkennen, welche Allergene und Reizstoffe das Asthma bronchiale auslösen, kann der Arzt einen Hauttest (Pricktest) durchführen. Dabei gibt er Allergene auf die Haut, ritzt danach die Stellen kurz an und beobachtet die Reaktion der Haut. Beim Provokationstest wird der verdächtige Stoff inhaliert und danach die Lungenfunktion überprüft – etwa bei Verdacht auf Mehlstauballergie, Tierhaare oder auch Kälte. Dieser Test wird unter strenger ärztlicher Kontrolle durchgeführt. Letztendlich kann auch ein Bluttest Hinweise auf eine allergische Reaktion geben. Allerdings ist er nicht sehr aussagekräftig.
  • Blutgasanalyse: Diese Untersuchung zeigt, wie gut das Blut mit Sauerstoff gesättigt ist. Dazu wird ein winziger Bluttropfen aus dem Ohrläppchen untersucht.

Asthma und COPD

Typisch für Asthma ist, dass die Ergebnisse der Spirometrie und der Peak-Flow-Messung immer wieder variieren: Mal fallen sie schlechter, mal ähnlich wie bei einem Gesunden aus. Sie zeigen nämlich nur, wie ausgeprägt das Asthma zur Zeit der Messung ist. Ein wichtiges Merkmal der Atemwegserkrankung ist, dass die Beschwerden anfallsweise auftreten und sich der Betroffene zwischendurch wieder gut fühlt. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen Asthma und COPD (chronic obstructive pulmonary disease). COPD hat zwar ähnliche Symptome wie Asthma: Luftknappheit, Verschleimung, Verengung und Entzündung der Bronchien. Bei COPD verschlechtert sich die Atemkapazität aber kontinuierlich und bessert sich nicht zwischendurch immer wieder, wie das für Asthma typisch ist.

COPD: Kennen Sie die Symptome des Lungenleidens?

Asthmatherapie besteht nicht nur aus Asthmaspray

Bei allergischem Asthma steht selbstverständlich im Vordergrund, die Reizauslöser zu meiden. Manchmal ist auch eine Hyposensibilisierung (Immuntherapie) möglich. Nur dann verschwinden die Allergie und damit auch die Symptome des allergischen Asthmas.

Trotzdem ist Asthma bis heute unheilbar. Es handelt sich dabei um eine chronische Krankheit. Allerdings ist es möglich, mit der richtigen Therapie zeitweise so gut wie beschwerdefrei zu leben.

Die Behandlung von Asthma richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung (Therapiestufen). Die Therapie besteht vor allem aus zwei Medikamententypen, die meist als Asthmaspray angeboten werden:

  • Controller: Dabei handelt es sich um Langzeitmedikamente, die regelmäßig und dauerhaft angewendet werden. Ihre Inhaltsstoffe wirken gegen die Überempfindlichkeit der Bronchien und die Entzündung. Meist handelt es sich dabei um niedrig dosiertes Kortison. Mit dem Spray wird der Wirkstoff inhaliert und gelangt genau dorthin, wo er gebraucht wird – in die Bronchien. Nebenwirkungen von Kortison in Tablettenform, die sonst den gesamten Körper betreffen können, entstehen auf diese Weise erst gar nicht.
  • Reliever: Das sind Medikamente, die bei akuten Beschwerden die Bronchien rasch erweitern sollen und kurz, aber stark wirken. Die Bezeichnung stammt vom englischen to relieve = erleichtern. Diese Bedarfsmedikamente oder Notfallmedikamente werden auch Bronchodilatatoren genannt. Sie werden bei einem Asthmaanfall angewendet. Die Wirkstoffe sind etwa Fenoterol, Salbutamol und Terbutalin.

Zusätzlich ist eine Asthmaschulung wichtig für den Therapieerfolg. Ihr Arzt berät Sie über die Asthmaschulung und wo Sie am besten teilnehmen können. Die Krankenkassen bieten dabei mehrere Möglichkeiten an. Geschulte Asthma-Trainer geben hier praktische Tipps für

  • richtiges Atmen
  • den Umgang mit den Medikamenten und mit Nebenwirkungen
  • Sport bei Asthma
  • Verhalten in Notfallsituationen wie einem Asthmaanfall

Auf diese Weise gelingt es, trotz Asthma ein normales Lebens zu führen. Idealerweise kommt es zu keinem Asthmaanfall mehr und die Dosis des Controllers kann nach Rücksprache mit dem Arzt reduziert werden.

Außerdem arbeiten Forscher weltweit an neuen Medikamenten, die Asthma künftig heilen sollen. Erfolgversprechend sind dabei Ansätze für neue Wirkstoffe, welche bestimmte Botenstoffe blockieren, die für Entzündung und Allergie eine maßgebliche Rolle spielen.

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