18.04.2016

Dicke Beine & Cellulite Dickmacher Lipödem: Wenn Diät und Sport nicht helfen

Alle an einem Tisch. Es fehlen nur noch die Torten. Von

Veränderungen im Hormonhaushalt nach Ende der Pubertät sowie eine genetisch bedingte Veranlagerung können Ursachen einer Lipödem-Erkrankung sein.

Foto: iStock/gpointstudio

Veränderungen im Hormonhaushalt nach Ende der Pubertät sowie eine genetisch bedingte Veranlagerung können Ursachen einer Lipödem-Erkrankung sein.

Trotz unzähliger Diäten, gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport wachsen die unerwünschten Fettpolster an Hüften und Oberschenkeln immer weiter.

Bei einem Lipödem handelt es sich nicht um Übergewicht, dem Sie einfach nur mit Sport und gesunder Ernährung zu Leibe rücken können. Vielmehr liegt eine Störung der Fettverteilung vor, von der in der Regel ausschließlich Frauen betroffen sind. Unter dieser Erfahrung leiden die betroffenen Frauen oft bereits seit vielen Jahren, ehe ein Lipödem als Ursache festgestellt wird. Erfahren Sie mehr über diese Fettverteilungsstörung, die häufig auch als Reiterhosensyndrom bezeichnet und von vielen Ärzten meist nicht erkannt wird.

>> Lipödem: Reiterhosen kommen nicht durch die Ernährung!

Die genauen Ursachen sind bisher noch unbekannt. Da die Erkrankung jedoch in den meisten Fällen während oder kurz nach Ende der Pubertät auftritt, vermuten viele Forscher Veränderungen im Hormonhaushalt sowie eine genetisch bedingte Veranlagung als Auslöser. In Einzelfällen kann das Lipödem auch später in Erscheinung treten, beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder während des Klimakteriums (Wechseljahre).

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Die Symptome des Lipödems

Meist tritt die Erkrankung an den Gesäß-, Hüft- und Oberschenkelbereichen auf und kann im fortgeschrittenen Stadium auch die Arme in Mitleidenschaft ziehen. Charakteristisch für das Lipödem ist, dass Hände und Füße meist nicht betroffen sind. Die erkrankten Körperbereiche reagieren sehr empfindlich auf Druck oder Berührungen und es besteht selbst bei leichten Stößen eine erhöhte Neigung zu Hämatomen.

Bei dem Lipödem kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung der Fettzellen, zwischen denen sich Flüssigkeiten aus dem Gefäßsystem einlagern. Starke Schmerzen sowie ein Schweregefühl in den Beinen (insbesondere nach langem Sitzen oder Stehen) und symmetrisch auftretende Schwellungen sind ebenfalls typische Symptome für ein Lipödem.

Mediziner unterscheiden fünf verschiedene Schweregrade sowie drei Stadien der krankheitsbedingten Hautveränderungen. Letztere reichen von einer feinknotigen Oberfläche (Orangenhaut) über das Entstehen größerer Dellen (Matratzenhaut) bis zu überdimensionierten Hautwülsten und -lappen. Die erkrankten Patientinnen leiden unter starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen und teilweise sogar unter psychischen Problemen, die meist durch die Reaktionen des Umfeldes verursacht werden.

Diagnose & Therapie - die Behandlung eines Lipödems

Von normalen Hausärzten wird ein Lipödem häufig nicht erkannt. Sollten Sie den Verdacht hegen, dass Sie an dieser Erkrankung leiden, dann wenden Sie sich zur Sicherheit an einen Gefäßspezialisten, einen Lymphologen (Facharzt für das Lymphsystem) oder einen Phlebologen (Spezialist für Venenheilkunde).

Für die korrekte Diagnose erfragt der Mediziner die Vorgeschichte der Patientin sowie die Schilderung der einzelnen Beschwerden und nimmt eine körperliche Untersuchung vor. Eine Heilung oder medikamentöse Behandlung dieser schmerzhaften Erkrankung ist nicht möglich, auch haben Diäten oder Sport keinen positiven Einfluss auf das Lipödem.

Es gibt jedoch empfehlenswerte Therapien, die zu einer Linderung der Symptome führen können. Neben der komplexen physikalischen Entstauungstherapie und dem konsequenten Tragen von Kompressionsstrümpfen wird häufig auch eine regelmäßig anzuwendende Kombination aus Krankengymnastik und regelmäßiger manueller Lymphdrainage empfohlen.

Die wirksamste Therapie ist jedoch eine Liposuktion. Hierbei handelt es sich um eine medizinisch notwendige Fettabsaugung, bei der ein großer Teil des überschüssigen Fettgewebes unter örtlicher Betäubung entfernt wird.

Diese Operation sollte jedoch nicht von einem Schönheitschirurgen, sondern idealerweise von einem erfahrenen Chirurgen mit lymphologischer Weiterbildung durchgeführt werden. Der Eingriff ist mit hohen Kosten verbunden und sicher kein Allheilmittel zur Behebung des Lippödems, kann jedoch zu einer dauerhaften Linderung der Beschwerden beitragen sowie eine Wiederherstellung der normalen Körperform bewirken.

Viele Krankenkassen zahlen diese Eingriffe nicht oder nur in Einzelfällen, wenn vorher für mindestens sechs bis zwölf Monate eine konservative Therapie angewendet wurde und diese nicht zu einem gewünschten Erfolg führte. Sollte Ihr behandelnder Arzt eine Liposuktion für angebracht halten, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen und sich gegebenenfalls auf monatelange Verhandlungen mit dem zuständigen Sachbearbeiter einstellen.

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