Aktualisiert: 14.10.2020 - 10:14

Verbreitete Leberkrankheit Hepatitis: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

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Redaktion

Hepatitis kann durch verschiedene Viren hervorgerufen werden. Impfen schützt gegen Hepatitis A und B. Vor allem vor Reisen in Länder mit geringerem Hygienestandard als hierzulande sollten Sie Ihren Schutz überprüfen – und auf Hepatitis-Symptome achten.

Foto: iStock.com/Tero Vesalainen

Hepatitis kann durch verschiedene Viren hervorgerufen werden. Impfen schützt gegen Hepatitis A und B. Vor allem vor Reisen in Länder mit geringerem Hygienestandard als hierzulande sollten Sie Ihren Schutz überprüfen – und auf Hepatitis-Symptome achten.

Bei Hepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung, die durch eine Vielzahl von Ursachen entsteht und in verschiedenen Ausprägungen auftreten kann. Worauf Sie achten sollten und wie Sie sich schützen können.

Eine Hepatitis bezeichnet alle entzündlichen Erkrankungen der Leber. Der Name leitet sich vom griechischen Wort "hepar" ab, was so viel wie Leber bedeutet. Umgangssprachlich wird Hepatitis auch Gilb oder Gelbsucht genannt. Grund hierfür ist die gelbe Färbung von Haut und Augapfel, das häufigste, aber nicht immer vorhandene Symptom einer Leberentzündung. Welche weiteren Hepatitis-Symptome gibt es also?

Bei einigen Formen der Hepatitis hilft eine Impfung als Vorbeugung. Je nach Auslöser, werden bei Hepatitis verschiedene Typen unterschieden. Einige von ihnen lassen sich gut behandeln, andere hingegen können chronisch und langfristig lebensbedrohlich werden. Was Betroffene über die Lebererkrankung wissen sollten.

Hepatitis: Symptome einer Leberentzündung oft unspezifisch

Die Beschwerden bei einer Hepatitis sind oft unspezifisch und könnten auch auf andere Krankheiten hindeuten. Das macht es oft vor allem in frühen Stadien schwer, die Krankheit zu erkennen. Appetitlosigkeit, Durchfall und Erbrechen, Übelkeit, Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit in Verbindung mit Oberbauchbeschwerden sind häufige Anzeichen einer akuten Hepatitis.

Die Gelbsucht wiederum, inklusive Gelbfärbung der Augäpfel und der Haut, sowie dunkler Urin und damit einhergehender grauer bis farbloser Stuhl, sind keine definitiven Symptome der Hepatitis, sondern kommen nicht immer vor. Dies ist nur der Fall, wenn der Gallenfarbstoff Bilirubin aufgrund der Leberschäden nicht mehr bis zur Galle und zum Darm vordringen kann. Er sammelt sich dadurch im Blut an und wird vermehrt über die Nieren ausgeschieden.

Hepatitis: Viren sind häufigste Auslöser

Unterschieden wird zwischen Hepatitis A, B, C, D und E. Experten schätzen, dass weltweit 240 Millionen Menschen allein mit Hepatitis B infiziert sind. Weder das Krankheitsbild der Gelbsucht noch seine Ursachen sind eindeutig: Eine Entzündung der Leber kann durch verschiedene Gifte hervorgerufen werden, etwa durch chronischen Medikamenten- und Alkoholmissbrauch.

Zurzeit sind fünf Virustypen bekannt, die von Wissenschaftlern wie oben genannt alphabetisch mit den Buchstaben A bis E klassifiziert werden. Deren Erreger sind in Eigenschaften und Aufbau sehr verschieden. Hierdurch erklären sich die verschiedenen Übertragungswege der einzelnen Virustypen wie auch die unterschiedliche Ansteckungsgefahr. Am häufigsten tritt hierzulande die Hepatitis C auf, mit knapp 6.000 Fällen in 2014.

Aber auch andere Viren können eine Hepatitis-Erkrankung mit sich bringen, zum Beispiel Mumps, Röteln, das Cytomegalievirus oder aber das Eppstein-Barr-Virus, das das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst.

In den meisten Fällen handelt es sich bei Hepatitis also um eine Viruserkrankung (Virushepatitis). Aber auch Parasiten, Bakterien und bestimmte Krankheiten wie Sarkoidose kommen als Auslöser in Frage. Fettreiche Ernährung und Übergewicht können die Gelbsucht dabei begünstigen. Die sogenannte Fettleber-Hepatitis ist relativ weit verbreitet – vor allem hervorgerufen von Übergewicht und Bewegungsmangel, seltener jedoch durch hohen Alkoholkonsum.

Außerdem können Autoimmunkrankheiten sowie Eisen- und Kupferspeicherkrankheiten Auslöser einer Leberentzündung sein.

Die Hepatitis-Symptome und die Therapie hängen stark von der Ursache ab. Dabei kann die Krankheit akut oder auch chronisch auftreten – letzteres ist der Fall bei einem länger als sechs Monate andauernden Krankheitsbild.

Hepatitis C ist mittlerweile heilbar: Forscher erhalten Nobelpreis

Hepatitis C - Die Krankheit
Hepatitis C - Die Krankheit

Im Jahr 2020 ging der Nobelpreis für Medizin an zwei amerikanische Viorologen und einen britischen Biochemiker: Harvey J. Alter, Charles M. Rice und Michael Houghton hatten das Hepatitis-C-Virus in den 80er Jahren entdeckt. Diese Entdeckung hat dazu geführt, dass Hepatitis C heute heilbar ist. Mit ihren Erkenntnisse haben die Forscher dafür gesorgt, dass mittlerweile Bluttests und neue Medikamente verfügbar sind, die "Millionen Leben gerettet" hätten, so das Nobelkomitee.

Hepatitis A:

Die Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus erfolgt oral-fäkal, d.h. durch Kontakt infizierter Personen zu Ausscheidungen oder mit verunreinigtem Wasser zubereiteten Lebensmitteln (Schmierinfektion). In 30 Prozent der Fälle wird die Krankheit auf Reisen in Ländern erworben, wo schlechte hygienische Bedingungen im Lebensmittelbereich herrschen.

Hepatitis B:

Die Übertragung erfolgt durch Speichel, Tränen, Muttermilch, Magensaft, Urin, Sperma, Gehirnflüssigkeit (Liquor), Blut, Blutprodukte oder andere Körperflüssigkeiten auf dem Blutweg.

Hepatitis C:

Entsteht in erster Linie durch Übertragung der Viren über Blut, sehr oft im Zusammenhang mit einer Bluttransfusion. Ein höheres Infektionsrisiko haben zudem Menschen, die regelmäßig zur Dialyse gehen oder im Rahmen ihrer Drogenabhängigkeit auf infizierte Spritzen zurückgreifen.

Hepatitis D:

Wie beim Typ B, erfolgt die Ansteckung ebenfalls über Sperma, engen Hautkontakt und Blut. Auftreten kann Hepatitis D allerdings nur bei Patienten, die mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind.

Hepatitis E:

Übertragen wird das Hepatitis-E-Virus wie beim Typ A durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel sowie durch rohes bzw. nicht durchgegartes Fleisch.

Beschwerden, Behandlung und Prävention von Hepatitis-Infektionen

Wie schnell im Anschluss an eine Ansteckung mit Hepatitis-Viren Symptome auftreten (Inkubationszeit), hängt vom Virustyp ab:

  • Hepatitis A: 2 bis 6 Wochen
  • Hepatitis B: 1 bis 6 Wochen
  • Hepatitis C: 2 bis 10 Wochen
  • Hepatitis D: 4 bis 7 Wochen
  • Hepatitis E: 2 bis 8 Wochen

Leberwerte geben Gewissheit und bestimmen die Art der Hepatitis

Ein Arzt kann nebst anderen Hepatitis-Symptomen anhand der Leberwerte feststellen, ob eine Entzündung vorliegt und welcher Typ der Hepatitis den Patienten heimsucht. Üblicherweise schaut der Arzt dabei vor allem auf die Werte der Leberenzyme GOT und GPT, die bei einer Hepatitis erhöht sind. Auch Bilirubin-Werte sind erhöht und bei schweren Schäden kommt auch das in der Leber produzierte Eiweiß Albumin in anderer Konzentration vor. Zudem ändern sich die Gerinnungswerte.

Auf diese Leberwerte aufbauend sind auch die Behandlungsmöglichkeiten unterschiedlich. Haben Medikamente oder Alkohol die Leberentzündung hervorgerufen, so ist die weitere Einnahme dieser Stoffe verboten.

Über eine Sonografie lässt sich zudem feststellen, ob nicht doch eine andere Ursache wie zum Beispiel ein Tumor die veränderten Werte hervorgerufen hat.

Chronische Hepatitis: Darauf ist zu achten

Infektionen mit den Hepatitis-Viren B und C können auch einen chronischen Verlauf nehmen. Eine chronische Hepatitis C – wie sie in 80 Prozent der Fälle vorkommt – kann langfristig zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose: Ihre Symptome betreffen auch Haut und Haare) oder zu einem Umbau des Bindegewebes der Leber (Fibrose) führen. Die Folge sind Beschwerden wie Stoffwechselstörungen, erhöhte Blutungsneigung, Infektanfälligkeit oder Nährstoffmangel. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Globalen Hepatitis Report waren im Jahr 2017 über 70 Millionen Menschen weltweit chronisch an Hepatitis C erkrankt. Jährlich sterben 400.000 Menschen an den Langzeitfolgen – vor allem, weil die Krankheit jahrelang keine oder nur unspezifische Symptome hervorruft.

Richtige Behandlung der Leberentzündung und passende Vorsorge

Die Typen A, D und E können medikamentös nicht behandelt werden und heilen zumeist von allein aus. Hepatitis B und C werden dagegen mit unterschiedlichen Wirkstoffen behandelt, welche die Vermehrung der Viren verhindern, sogenannte Virostatika. Die meisten Patientinnen und Patienten können mit der neuesten Generation von Wirkstoffen mittlerweile dauerhaft von Hepatitis C geheilt werden.

Am wirkungsvollsten schützen Sie sich vor Hepatitis durch Hygiene und Impfung. Achten Sie deshalb auf sorgfältige Nahrungsmittelhygiene, insbesondere wenn Sie in Länder wie Afrika oder Asien verreisen. Aber auch im Mittelmeer-Raum tritt vermehrt Hepatitis A auf, die auch gerne "Reisehepatitis" genannt wird, auf. Rohkost, Eiswürfel, Leitungswasser sowie ungekochte Meeresfrüchte sind mit Vorsicht zu genießen. Die Empfehlung heißt hier "Cook it, peel it or forget it".

Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt ferner eine Impfung gegen Hepatitis B bereits im Säuglingsalter. Impfen sollten Sie sich vor allem vor Reisen auch gegen Hepatitis A. Impfungen können also auch wichtig für Erwachsene sein. Gegen die übrigen Typen existieren hingegen keine Schutzimpfungen. Sobald Hepatitis-Symptome auftreten, also ab zum Arzt!

Detox kann der Leber bei Hepatitis, aber auch als vorbeugende Maßnahme übrigens auch ganz gut tun, die oben genannten Tipps sollten Sie aber dennoch beachten. Passen Sie vor allem aber auch bei Fieber auf. Es kann noch weitere Ursachen haben.

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