05.04.2016

Suche nach dem Auslöser Allergietest: So kommt man Allergien auf die Spur

Allergien können mittels Hauttest und/oder Blutuntersuchung diagnostiziert werden.

Foto: ©iStock/AlexRaths

Allergien können mittels Hauttest und/oder Blutuntersuchung diagnostiziert werden.

Pollen, Tierhaare, Cremes, Nahrungsmittel und vieles mehr können Allergien auslösen. Mit verschiedenen Tests lässt sich feststellen, was hinter der Überreaktion steckt.

Die Anzeichen einer Allergie sind meist sehr charakteristisch und leicht zu erkennen. Je nach Allergen handelt es sich um

  • Heuschnupfen (allergischer Fließschnupfen mit Jucken in Augen, Nase und Gaumenbereich)
  • Asthma
  • Kontaktallergie der Haut (Ekzeme, Rötung, Juckreiz)
  • Nahrungsmittelallergien (Juckreiz, Verdauungsbeschwerden, Durchfall)
  • selten, aber besonders gefährlich: den allergischen Schock

Daher ist es wichtig, das verantwortliche Allergen zu identifizieren, das heißt den Stoff, auf den das Immunsystem überreagiert. Steht fest, was die allergischen Symptome auslöst, können Sie im besten Fall den Übeltäter in Zukunft meiden. Das funktioniert beispielsweise bei Duftstoffen. Gegen andere Allergene können Sie sich immunisieren lassen, darunter Gräser- und Baumpollen. Wie sich eine Allergie behandeln lässt und wie aussichtsreich die Therapie ist, hängt also in erster Linie davon ab, die auslösenden Stoffe zu finden.

Dem Arzt, am besten einem Allergologen, stehen dafür verschiedene Allergietests zur Verfügung. Das sind:

  • Hauttest,
  • Bluttest und
  • Provokationstest.

Einige davon sind sehr genau, andere weniger. Die wichtigsten Allergietests und was sie aussagen:

Hauttests bei Allergien

Pricktest: Dabei werden Tropfen mit verschiedenen Allergenextrakten auf den Unterarm gegeben und danach leicht mit einer Lanzette angestochen. Reagieren Sie auf eine der Lösungen allergisch, zeigt sich das bereits innerhalb von 15 bis 20 Minuten mit Rötung, Quaddeln und Juckreiz an dieser Stelle. Der Test eignet sich, um Pollen- und Tierhaar- sowie Hausstaubmilbenallergien zu erkennen. Bei Verdacht auf Heuschnupfen und allergisches Asthma wird der Arzt ebenfalls zu diesem Test raten.

Epikutantest (Patchtest): Hier werden kleine, mit verschiedenen Allergenen getränkte Pflaster auf den Rücken geklebt, damit die verdächtigen Allergene länger Kontakt mit dem Körper haben. Das Resultat zeigt sich nach 48 bis 72 Stunden. Dann haben sich unter dem Pflaster mit dem auslösenden Allergen Quaddeln und starker Juckreiz gebildet. Dieser Test eignet sich vor allem zur genaueren Diagnose von Kontaktallergien, etwa auf Nickel oder Duftstoffe, aber auch Gummi- und Baustoffe. Der Epikutantest ist daher wichtig, um beruflich bedingte Allergien festzustellen, etwa bei Frisören und Bauarbeitern.

Bluttests bei Allergien

Im abgenommenen Blut lassen sich verschiedene Marker ablesen, die auf eine Allergie hindeuten können. Das sind etwa Antikörper gegen ein bestimmtes Allergen wie Pollen oder Nahrungsmittel. Zusätzlich wird der Histaminspiegel im Blut gemessen, der einen Hinweis darauf gibt, ob eine allergische Reaktion vorliegt und wie ausgeprägt sie ist. Insgesamt sind die Bluttests jedoch weniger aussagekräftig und können nur Hinweise auf allergische Erkrankungen liefern.

Provokationstest bei Allergien

Manchmal sind die Ergebnisse von Haut- und Bluttest nicht eindeutig oder weisen trotz typischer Beschwerden auf keine Allergie hin. Dann können Provokationstests für Klarheit sorgen. Dabei wird das verdächtige Allergen als Lösung auf die Nasenschleimhaut gegeben und die Reaktion abgewartet. Niesen und Jucken zeigen, dass eine Allergie auf diesen Stoff vorliegt. Der Test ist jedoch nicht ungefährlich. Es kann zu Atemnot und im schlimmsten Fall einem allergischen Schock (Anaphylaxie) kommen. Der Test darf deshalb nur unter strenger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden, damit notfalls antiallergische Mittel injiziert werden können.

Ausschlussdiät bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergien

Es ist also nicht ganz einfach, sicher festzustellen, auf welchen Stoff jemand allergisch reagiert. Das ist vor allem bei Lebensmitteln der Fall. Um den Bluttest zu ergänzen, gibt es noch eine einfache, aber zeitaufwändige Methode – die Ausschluss- oder Suchdiät. Dafür müssen Sie nach Absprache mit dem Arzt einige Tage ausschließlich Reis oder Kartoffeln essen sowie Wasser trinken. Danach dürfen Sie jeden Tag ein zusätzliches Lebensmittel in Ihren Speiseplan aufnehmen – bis die ersten allergischen Symptome auftreten. Dann ist es ziemlich sicher, dass eine Allergie auf das zuletzt zugefügte Lebensmittel besteht.

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